Die Jahresausstellung 2002 der Parasitären Klasse der Akademie der bildenden Künste Wien
Eröffnung: 23.10.2002, 19.00 h
Finissage: 09.11.2002, 14.00 h
Ausstellung: 24.10. bis 09.11.2002
Öffnungszeiten: Mo - Sa 11.00 bis 18.00 h, Do 11.00 bis 20.00 h
Atelierhaus der Akademie der bildenden Künste Wien, Lehárgasse 8, 1060 Wien

Kuratorin: Zdenka Badovinac, Leiterin der Moderna Galerija Ljubljana

© Astrid Steinbrecher|schluss_aufstellung schluss_aufstellung
© Astrid Steinbrecher

Finissage: Samstag, 9. November 2002, 14.00 Uhr
Lone Haugaard Madsen und Astrid Steinbrecher: Semper Picknick kurz vor Schluß
Die kleine Plattform innerhalb der Ausstellungsarchitektur wird nochmals belebt: bei einem Picknick wird diskutiert, entspannt, geschaut ... Bitte eß- und trinkbares mitbringen!

Eröffnung: Mittwoch, 23. Oktober 2002, 19.00 Uhr
Begrüßung: Stephan Schmidt-Wulffen, Rektor Akademie der bildenden Künste Wien
Einleitung: Zdenka Badovinac, Kuratorin
Astrid Steinbrecher: schluss_aufstellung
Performance mit 6 Schlagzeugern (in Kooperation mit Barrel Grooves)

© Laura Samaraweerova|Öffentlich I Öffentlich I
© Laura Samaraweerova

Ausstellungsbroschüre mit allen Projekten sowie einem einleitenden Text von Zdenka Badovinac, 32 Seiten, dt., Eur 2,-
Erhältlich in der Ausstellung oder im Büro für Öffentlichkeitsarbeit, Schillerplatz 3, M 5, A-1010 Wien

Unter dem doppeldeutigen Titel "Schmarotzer" präsentiert die aktuelle, von der Leiterin der Moderna Galerija Ljubljana, Zdenka Badovinac, betreute Jahresausstellung die Ergebnisse der als kuratorische Strategie initiierten Parasitären Klasse der Akademie der bildenden Künste Wien. Das Leitmotiv der Ausstellung bezieht sich damit einerseits auf diese "schma-rotzende" Struktur, die sich an eine bestehende Institution andockt, diese unterläuft und damit zu eigenen Zwecken nutzt, andererseits spielt sie auf das "Parasitäre" jedes künstlerischen Handelns im gesellschaftlichen Kontext an.

Die aus Studierenden der verschiedensten Klassen der Akademie der bildenden Künste Wien zusammengesetzte Parasitäre Klasse von Zdenka Badovinac hat in mehreren Workshops Thema, Werkauswahl und Präsentation der Ausstellung Schmarotzer erarbeitet: Parasitentum wird hier auf der Ebene aktiver Eingriffe in vergleichsweise homogene Systeme dargestellt, die in diesen Systemen Bereiche der Freiheit und Fluchtwege erschließen. Die von Studierenden des Instituts für Kunst und Architektur entwickelte Inszenierung der Schau beruht auf einer rhizomartigen Struktur von Ebenen verschiedener Niveaus, die wie Felder in einem Raster ohne Anfang und Ende angeordnet sind.

© Nora Stalzer|o.T. o.T.
© Nora Stalzer

Die Arbeiten der Ausstellung Schmarotzer eröffnen keine neuen, utopischen Räume der Freiheit, sondern suchen nach Freiheit, indem sie das Bestehende auf ihre Weise neu ordnen, und erproben so unterschiedliche künstlerisch-parasitäre Vorgangsweisen: Sie stellen neue Zusammenhänge zwischen bestehenden medialen Bildern her (Manuel Gorkiewicz, Sebastijan Grizon, Peter Nachtigall), spielen mit üblichen Formen der Informationsvermittlung, erkunden, wie sich typische künstlerische Inhalte und Formen in unterschiedlichen Zusammen-hängen verhalten, befassen sich mit den Beziehungen zwischen Ersatzstrukturen und der Realität (Claudia Mongini), zwischen Identitäten und Comicfiguren (Peter Hochpöchler); erweitern die bestehenden Schichten der Ausstellungsinstallation um "subjektive Schichten" (Nora Stalzer) oder um weitere parasitäre Zellen (Bad Beuys); stellen die Kunst in verschiedenen gesellschaftlichen Situationen »live« auf die Probe (Eva Egerman/Nikola Winkler, das Projektteam "Culturareisen/V12"), begreifen jede Individualität als vom System außerhalb ihrer selbst bestimmt (Metka Golec, Gunda Gruber); verwenden bestehende reale Situationen oder konkrete Handlungen als "formale" Elemente ihrer Arbeiten (Udo Bohnenberger, Alexander Wolff), beschäftigen sich mit den durch unterschiedliche Formen der Organisation gegebenen Möglichkeiten relativer Freiheit in bestehenden urbanen Strukturen (Reval), im Bereich gesellschaftlich organisierter Zeit (Matej Modrinjak), in der Computertechnologie (Apo.K.), in akzeptierten Formen sozialer Interaktion (Laura Samaraweerova, Titanilla Eisenhart), in Ritualen bei Ausstellungseröffnungen (Astrid Steinbrecher) sowie - last, not least - im Kontext der Architektur (Julia Wieger, Sonia Leimer, Matthias Brandstetter) und der Möblierung (Lone Haugaard Madsen) der Ausstellung "Schmarotzer" selbst.

© Pirmin Blum|o.T. o.T.
© Pirmin Blum

Zdenka Badovinac
geboren 1958 in Slowenien.
Seit 1993 Leiterin der Moderna Galerija/ Museum of Modern Art, Ljubljana. Kuratorin zahlreicher Ausstellungen slowenischer und internationaler Künstler, z. B. Silence - Contradictory Shapes of Truth (1992); House in Time (1995); The Sense of Order (1996); The Museum of Contemporary Art Sarajevo 2000. The 1996 Collection - Moderna Galerija Ljubljana; Body and the East - From the 1960s to the Present (1998; 2001: Exit Art, New York), 2000+. Arteast Collection. The Art of Eastern Europe in Dialogue with the West (2001: Orangerie Congress, Innsbruck; 2002: ZKM Karlsruhe), unlimited.nl-3, DeAppel, Amsterdam (2000), (un)gemalt, Sammlung Essl, Klosterneuburg/Wien (2002).
1993-1997: Kommissärin des Slowenischen Pavillons der Biennale Venedig
2002: Kommissärin des Österreichischen Pavillons der Biennale Sao Paulo

© IAL-irrigator:(vs.):b.a.N.g.!!!!!|XT-4 paradigm: PALERMO PORNO XT-4 paradigm: PALERMO PORNO
© IAL-irrigator:(vs.): b.a.N.g.!!!!!

KünstlerInnen:
Apo.K. (Julia Seyr, Kerstin von Gabain), Bad Beuys (Udo Fon, Matthias Götzelmann, Johann Neumeister, Armin Wagner), Pirmin Blum, Hannes Boeck, Udo Bohnenberger, gruppe concrete (Franz Amann, Anna Artaker, Gernot Nigg, Misha Stroj), Culturareisen/V12 (Petja Dimitrova, Christoph Euler, Irene Lucas), Eva Egermann/Nikola Winkler, Titanilla Eisenhart, Metka Golec, Manuel Gorkiewicz, Gunda Gruber, Halt + Boring: Christian Mayer, Peter Hochpöchler, IAL-irrigator:(vs.):b.a.N.g.!!!!!, Matej Modrinjak, Claudia Mongini, Peter Nachtigall, Reval, Laura Samaraweerova, Projektgruppe Shabla 2002 (Lazar Lyutakov, Michael Part, Florian Schmidt), Nora Stalzer, Astrid Steinbrecher, Projektgruppe "...THROUGH A WINDOW THAT IS" (David Buob, Stef Burghardt, Susanne Schmidt, Kerstin Zottl), Alexander Wolff, Nikolaj Zanev

Ausstellungsarchitektur: Matthias Brandstetter, Sonia Leimer, Michael Perfahl, Julia Wieger

Ausstellungsmöblierung: Lone Haugaard Madsen

Lone Haugaard Madsen: raum # 10 / museum_
Programm 1. - 31. Oktober 2002

Download: Madsen.pdf

© bei den ArchitektInnen © bei den ArchitektInnen © Claudia Mongini|verortnet verortnet
© Claudia Mongini