12.11. - 04.12.2004, Mo - Sa 11.00 - 18.00 h
Mehrzwecksaal des Atelierhauses der Akademie der bildenden Künste Wien,
Lehárgasse 8, 1060 Wien
Eintrittt frei!

© Akademie der bildenden Künste Wien|Einblick  Workshop Einblick Workshop
© Akademie der bildenden Künste Wien

Das Kuratorenprojekt der Akademie der bildenden Künste Wien 2004
im Rahmen des "Monats der Photographie"
Eröffnung: Donnerstag, 11. November 2004, 19.30 Uhr
Begrüßung: Andreas Spiegl, Vizerektor für Lehre und Forschung
Party ab 21.00 Uhr im Prospekthof

Kuratorin: Eva Maria Stadler, Leiterin Grazer Kunstverein

KünstlerInnen:
Ruben Aubrecht | Daniel Domig | Sonja Draub | Andreas Duscha | Tina Filjak-Juracic | Lia Gulua | Katharina Heistinger | Andreas Heller | Sabrina Horak | Katrin Hornek | Anna-Maria Karner | Florian Lang | Tobias Lintl | Johann Lurf | Nicole Miltner | Johann Neumeister | Philip Patkowitsch | Drago Persic | Lisa Rastl | Rüdiger Reisenberger | Kamen Stoyanov | Cristjan Björn Thordarson | Stephan Uggowitzer | Eva Würdinger

Ausstellungsarchitektur: Theo Sansakrit Strohal

© Andreas Heller (Klasse Heimo Zobernig)|Richard E. Byrd,2004, DVD-Endlosloop, 2,5 sec Richard E. Byrd,2004, DVD-Endlosloop, 2,5 sec
© Andreas Heller (Klasse Heimo Zobernig)

Mit der Entscheidung das diesjährige Kuratorenprojekt der Akademie der bildenden Künste Wien der Fotografie zu widmen, wird zweierlei versucht. Einerseits wird damit die bis heute gültige Ordnung der künstlerischen Sparten aufgebrochen, indem die Klassen der Malerei, Bildhauerei, Grafik und Fotografie gleichermaßen eingeladen werden, sich der Fotografie anzunehmen. Zum anderen stellt sich die Fotografie von Neuem einer Diskussion, die zwischen Autonomie und Indexikalität, um mit Rosalind Krauss zu sprechen, angesiedelt ist.

Die Konzeption des Kuratorenprojektes beruht auf einem diskursiven Zugang zur Fotografie, der in Form eines Workshops im Sommersemester mit Lehrenden und Studierenden der Akademie der bildenden Künste Wien durchgeführt worden ist. Das Ziel des Workshops bestand darin, sowohl theoretische als auch künstlerische Formen der Auseinandersetzung mit der Fotografie zu suchen. In "close readings" von wichtigen Texten zur Fotografie, Diskussionen, der Vorführung von Filmdokumenten und Ausstellungs-besuchen wurde die Bandbreite des fotografischen Diskurses abgesteckt. Neben diesem diksursiv angelegten Zugang waren die Studierenden aufgefordert, sich künstlerisch mit spezifischen Problemstellungen auseinanderzusetzen.

© Stephan Uggowitzer (Klasse Monica Bonvicini)|Polaroidkörper 2004, Skulptur Polaroidkörper 2004, Skulptur
© Stephan Uggowitzer (Klasse Monica Bonvicini)

Der zwiespältigen Begriff "Kunstfotografie" bezieht sich auf einen Aufsatz des kanadischen Künstlers Jeff Wall, in dem er verschiedene Aspekte, insbesondere der konzeptuellen Fotografie beleuchtet. Dabei geht es ihm in erster Linie um das Verhältnis der künstlerischen Fotografie, als ein sich selbst reflektierendes Medium, zu den anderen Künsten. Entlang dieser Fragestellung beschreibt Jeff Wall den Werdegang von der ehemals marginalen Existenz der Fotografie zu einer mittlerweile institutionalisierten modernistischen Kunstform. Nach der Emanzipation der Fotografie vom malerisch bildnerischen Blick und den institutionskritischen Analysen der Konzept-Kunst wurde nach den Bedingungen und Parametern der Fotografie heute gefragt. Lehrende der Akademie der bildenden Künste Wien, u.a. Andreas Spiegl, Christian Kravagna, Sabeth Buchmann, Bettina Henkel, Simone Bader, Dieter Spath, Peter Dressler und Mona Hahn, boten im Rahmen des Gesamtkonzeptes von Eva Maria Stadler spezielle Programme zum Themenkomplex der "Kunstfotografie" an und ermöglichten den Studierenden in dem mehrtägigen Workshop, sich mit unterschiedlichen theoretischen Ansätzen der Fotografie zu beschäftigen und darüber hinaus in praktischen Übungen mit Formen der Umsetzung zu arbeiten.

© Johann Lurf (Klasse Walter Obholzer)|defrag, Videoinstallation 2004 defrag, Videoinstallation 2004
© Johann Lurf (Klasse Walter Obholzer)

Dem Workshop folgt nun die Ausstellung jener Arbeiten, die die Studierenden aus dem Diskussionsprozess heraus entwickelt haben. Wesentlich dabei erscheint, dass die Studierenden, die aus den unterschiedlichen Fachbereichen, wie Malerei, Bildhauerei, Architektur, Kunsterziehung, Tapisserie und natürlich Fotografie kommen, in ihren Arbeiten ihren jeweiligen Kontext reflektieren. So erscheint die Auseinandersetzung mit dem Stellenwert der Fotografie in der zeitgenössischen Kunstproduktion besonders produktiv. Es handelt sich nicht in erster Linie um die Frage nach dem Medium Fotografie per se, als nach dem Prozess der fotografischen Bildproduktion. Dabei ist es neben der räumlichen Dimension, die die Studierenden hinterfragen, die mediale Konstruktion des fotografischen Bildes. Fast könnte man fragen, wo beginnt die Fotografie, bzw. was passiert vor der Fotografie? Performative Strategien werden genauso miteinbezogen wie Konstruktionen und Dekonstruktionen von spezifischen (Ab)bildern.

© Kristián Björn Thordarson (Klasse Franz Graf)|Der Künstler, 27.10.2004, 21:24:34, Installation Der Künstler, 27.10.2004, 21:24:34, Installation
© Kristián Björn Thordarson (Klasse Franz Graf)

Thematische Vorträge im Rahmen der Vortrags- und Gesprächsplattform "18.28"

jeweils dienstags
18.28 h
Akademie der bildenden Künste Wien, Schillerplatz 3, Raum M 13 (Mezzanin), 1010 Wien

9. 11. 04: Eva Maria Stadler | Fotografie als Kunst. Kunst als Fotofrafie. Kunstfotografie

16. 11. 04: Stephan Schmidt-Wulffen | Stephen Shore - Die Konstruktion einer "biographischen Landschaft"

23. 11. 04: Peter Kodera | Wahrnehmung der Fotografie

30. 11. 04: Sabeth Buchmann, Andreas Spiegl | Disziplinierung und Transdisziplinierung. Ein Gespräch

Die Veranstaltungen finden im Rahmen des "Monats der Photographie" statt.

Für die Unterstützung und Zusammenarbeit danken wir:
Bank Austria Creditanstalt
Foto Leutner
Funder
Weinkellerei Lenz Moser
Rauch