Täglich 11.00 - 18.00 h | Eintritt frei
Eröffnung | 30.01.2007, 7.00 p.m.
Ausstellungsdauer | 31.01.2007 - 02.02.2007
Venue | Demonstrationsraum der Studierenden der Akademie der bildenden Künste Wien, Schillerplatz 3, 1010 Wien, Aula
Kairos | Claudia Charlotte Linder O.T., 2006
© Claudia Charlotte Linder | Photo: Thomas Freiler

Eröffnung: Di, 30. 01. 2007, 19.00 h
Claudia Charlotte Linder
im Gespräch mit Cosima Rainer, Kulturwissenschaftlerin und Kuratorin

"Ästhetik bezeichnet einen Modus des Denkens, der sich anhand von Gegenständen der Kunst entfaltet und sich bemüht zu sagen, inwiefern sie Gegenstände des Denkens sind" schreibt Jacques Rancière in seinem Buch "Das ästhetische Unbewusste".

Claudia Linder bemüht sich um Abstände und Verhältnisse von Gegenständen. Handelt es sich um konkret fassbare Formen, oder ufern sie aus, verlieren sich im Licht der Projektion und Imagination? Mit den Mitteln der Malerei sucht Claudia Linder Entscheidungen herbeizuführen. Beharrliche Striche konfrontiert sie mit sich ausdehnenden Farbräumen bis sie sich gegenseitig aufzuheben, sich auszulöschen scheinen. An welcher Stelle wird die Entscheidung sichtbar, wird dem Gegenstand Form verliehen, um sogleich wieder zu verschwinden, gleich dem flüchtigen Bild eines Filmes. Bedeuteten die malerischen Dekonstruktionen eines Albert Oehlen die Neuformulierung des Bildraumes zwischen dem Gegenständlichen und dem Ungegenständlichen, wird hier der Schwebezustand des Gegenständlichen weiter geführt, bis zu dem Augenblick in dem die Gelegenheit beim Schopfe gepackt wird.
(EMST)

kairos - moment der entscheidung
den titel meiner arbeit habe ich einer textsammlung von jutta koether entlehnt (und das darf durchaus auch als kleine hommage verstanden werden). explizit beziehe ich mich damit auf eine definition von kairos, die im vorwort von jutta koether zitiert wird:

'regelnd für die orientierung in einzelfällen ist die annahme, dass alle situationen als untereinander verbunden gelten, einen zusammenhang eventueller konvergenzen bilden, in den der einzelne sich durch erfahrung einzufühlen lernt; da ein system von vorschriften, eine kasuistik in einer >situationsethik< fehlt, ist es für die wahl des rechten moments charakteristisch, dass die unvorhersehbaren erfordernisse des augenblicks die an sich sinnwidrigsten aktionen zu sinnvollen, weil rechtzeitig unternommenen handlungen werden lassen.' (CCL)