Ausstellungsdauer | 10.10.2007 - 12.10.2007
© Mathias Pöschl: "Die urbantschitsche Methode" (Detail), Holz, Acrylfarbe, Dimensionen variabel, 2007
Begrüßung | Felicitas Thun-Hohenstein (Kunsthistorikerin, Kuratorin, Professorin an der Akademie der bildenden Künste Wien)
Mathias Pöschl im Gespräch mit Diedrich Diederichsen (Kulturwissenschaftler und -journalist, Professor an der Akademie der bildenden Künste Wien)
Pöschls im Bereich der Zeichnung und der Skulptur angesiedelte Arbeiten verbinden einen formalistischen Ansatz mit Ideen, die auf kulturelle Anleihen und gesellschaftliche Ungerechtigkeit Bezug nehmen. Sie beschäftigen sich mit den Paradoxien politisch aktiver Bewegungen wie der Black Panther Party, die in ihrem Kampf für Gleichberechtigung zu militanten Aktionen aufrief und gleichzeitig homophoben Tendenzen erlag. Solche Gegensätze kommen auch in der minimalistischen Bildsprache von Pöschls Arbeiten zum Ausdruck, in bewusst nicht vollendeten Bildern oder farblichen Lösungen, für die der Künstler Materialien wie Schuhcreme verwendet, um die Wirkung der vollen, geschlossenen schwarzen Töne zu verstärken. Anregen ließ sich Pöschl für seine Arbeiten und den Titel der Ausstellung von dem Lied "Strange Fruit" (1939) von Billie Holiday, in dem von Pappeln die Rede ist, an denen Afroamerikaner aufgehängt wurden, während das Holz der Bäume heute zur industriellen Fertigung von Paletten dient. Pöschl hat eine solche Palette in einen Galgen umgebaut und zeigt diesen auf der zusammengeklappten, in ein Podium verwandelten Demoraumkonstruktion. (DB)
Übersetzung: Wolfgang Astelbauer
Foto: Akademie der bildenden Künste Wien
Foto: Akademie der bildenden Künste Wien
Foto: Akademie der bildenden Künste Wien