an der Akademie der bildenden Künste Wien

Mit der Referenz auf die Raumexperimente El Lissitzkys schließt der Wiener Demonstrationsraum an Konzepte modernistischer Ausstellungsräume an. Verweise auf die räumliche Interdependenz von Kunstwerk und Betrachter, die nicht zuletzt mit der Geschichte des white cube ausdifferenziert worden ist, markieren darüber hinaus das institutionelle Feld. Ein Ausstellungsraum an einer Kunstakademie unterliegt besonderen Bedingungen. Weder ist er Teil des Kunstmarktes und seinem Galerienwesen, noch ist dieser Ausstellungsraum Bestandteil einer öffentlichen Kunsthallen- oder Museumslandschaft.

Der Demonstrationsraum der Akademie der bildenden Künste Wien bietet vielmehr ein Forum für diskursive künstlerische Arbeit. Die Ausstellungsbox fungiert als Modul, das an unterschiedliche Diskurse angeschlossen werden kann und soll.

In der Aula der Akademie der bildenden Künste Wien wird mit dem Demonstrationsraum eine mobile Ausstellungsarchitektur eingerichtet. Dieser Raum im Raum ist ein Display, das zunächst von AssistentInnen und Studierenden der Bildhauereiordinariate Bonvicini/Pernice/Zobernig* entworfen und für die eigenen Aktivitäten in den Atelierräumen in der Kurzbauergasse gebaut worden ist. Paul Arthur Linner übernahm die Adaption der Ausstellungsbox für die Aula am Schillerplatz und entwickelte eine leicht zerlegbare, kurzfristig und flexibel installierbare Rahmenstruktur. Ein Rechteck mit den Ausmaßen von drei mal fünf Metern bildet die Grundfläche, Wand- und Deckenelemente können je nach Bedarf in unterschiedlichen Materialien eingezogen werden. (EMST)

* Ovidiu Anton | Nadja Athanassowa | Helmut Heiss | Julia Hohenwarter | Roland Kollnitz | Anita Leisz | Paul Arthur Linner | Luciano Parodi | Johannes Vogl | Anna Zwingl

Eva Maria Stadler
Geboren 1964 in Graz.
Studium der Kunstgeschichte in Graz, 1994-2005 Geschäftsführung im Grazer Kunstverein, Lehraufträge an der Merz-Akademie und an der Staatlichen Akademie der bildenden Künste in Stuttgart, sowie an der Pädagogischen Akademie Graz-Eggenberg. 2006 Curator-in-residence an der Akademie der bildenden Künste Wien.
Ausstellungen (Auswahl): 1996 Florian Pumhösl "On or Off Earth" | 2003 Jonathan Monk "Small Fires Burning (after Ed Ruscha after Bruce Nauman, after)". Martin Beck "an Exhibit" | 2006 "Jonathan Monk, Richard Prince" in der Galerie Mezzanin | gemeinsam mit Thomas Trummer: 1994 "esprit d'amusement" | 1999 "Bildung" | 2004 mit Angelika Nollert "Body Display. Körper und Ökonomie" in der Secession Wien.