(Bilder trotz allem. Über ein Stück Film, das der Hölle entrissen wurde)
Vortrag
Dienstag, 10.12.2002, 18.00 h
Akademie der bildenden Künste Wien, Schillerplatz 3, 1010 Wien, Raum M 13 (Mezzanin)

In seinem Vortrag "Bilder trotz allem" beschäftigt sich der französische Kunsthistoriker und Theoretiker Georges Didi-Huberman mit der Darstellbarkeit und Vorstellbarkeit des Holocaust am Beispiel von vier Photos, die von KZ-Insassen im August 1944 unter größter Lebensgefahr heimlich gemacht und in die Hände des polnischen Widerstands gebracht wurden.

Um zu wissen, um sich zu erinnern, muß man sich etwas vorstellen können. Was - und wie - kann dank der vier Fotos, die im August 1944 mit einer eingeschleusten Kamera gemacht wurden, damals und heute "gewußt werden"? Und wieweit ist der Diskurs der absoluten Negativität, der "Unvorstellbarkeit" nicht ein Vorwand, sich diesen realen Bildern nicht auszusetzen?

Eine Veranstaltung des Ordinariat für Ästhetik und Kunstsoziologie (Prof. Éric Alliez)
(Vortrag französisch, deutsche Übersetzung liegt auf)

Georges Didi-Huberman
ist Philosoph und Kunsthistoriker und lehrt an der EHESS in Paris. Zahlreiche wichtige Veröffentlichungen zur Geschichte und Theorie der Bilder, darunter "Ähnlichkeit und Berührung" (1997, dt.1999) und "Phasmes" (1998, dt. 2001).