Ines Weizman, Architektin und Architekturkritikerin, London
Freitag, 10.12.2004, 19.30 h
Turm 1, Centre for Habitat Enviromment and Conservation
Akademie der bildenden Künste Wien, Schillerplatz 3, 1010 Wien

Gastvortrag im Rahmen des Weizman Studio
Veranstalter: Institut für Kunst und Architektur

© Max Seydewitz|Die unbesiegbare Stadt. Zerstörung und Neuaufbau von Dresden, 1982 Die unbesiegbare Stadt. Zerstörung und Neuaufbau von Dresden, 1982
© Max Seydewitz

Der Niedergang der Architektur des kalten Krieges in Städten der ehemaligen DDR

In der Deutschen Demokratische Republik (DDR), früher Ostdeutschland, manifestierte sich der Antagonismus and die Brutalität des Kalten Krieges wohl am augenscheinlichsten. In einer Art "Kampf mit Häusern und Straßen" beeilten sich Architektur und Urbanismus, die Feindschaft zwischen den beiden politischen Regimes auf beiden Seiten der Mauer in Stein und Mörtel zu verfestigen. In Berlin, der geteilten Stadt, wurde die politische Konfrontation als aggressiver städtischer Planungswettbewerb zwischen Ost und West auf der kulturellen und ideologischen Ebene ausgefochten - eine Art Wettrüsten von Straßen, Wohnbauten, öffentlichen Funktionen und Hochhäusern von denen jedes Projekt für die industrielle Macht und ideologische Festigkeit der jeweiligen Seite stand.
Dieser Vortrag wird analysieren wie der Bau der Berliner Mauer 1961 diesen Konflikt zwischen den beiden Stadtteilen weiter anfachte. Es wurde eine weitere Phase des ideologischen Schlachtfeldes eröffnet, in dem Architektur nicht nur als tatsächlicher Befestigungsring der zwei rivalisierenden Staaten sondern auch als symbolisches Instrument in einem ideologischen Propagandakrieg diente. Architektur fungierte als Weiterführung der einschüchternden und bedrohenden Rhetorik der Staatsführungen. Durch die starke visuelle Präsenz der Bauten wurde ihre Botschaft trotz hermetischer Abschottung durch und über die Mauer hinweg projiziert.

Im Rahmen der Vortragsreihe:

"On war and peace"
On the spatiality of extreme phenomena

Eine öffentliche Vortragsreihe über die Verräumlichung extremer Phänomene veranstaltet von Prof. Eyal Weizman, Centre for Habitat Enviromment and Conservation (CHEC) an der Akademie der bildenden Künste Wien.

Weitere Termine:
20.12.2004 | Stephen Graham, 19.00 h, Aula
13.01.2005 | Harun Farocki, 19.00 h, Aula
27.01.2005 | John Armitage, 19.00 h, Aula

Kontakt: Antje Lehn