Das Kupferstichkabinett

Als eine der wenigen Akademiegründungen des ausgehenden 17. Jahrhunderts besitzt die Akademie der bildenden Künste Wien in ihren Sammlungen ein visuelles Gedächtnis, welches in dieser Form bei den meisten anderen Akademien schon längst verloren gegangen ist. Neben der heute nur mehr in Bruchstücken vorhandenen Glyptothek spiegelt besonders das Kupferstichkabinett mit seinem Bestand von ca. 40.000 Zeichnungen, 100.000 Druckgraphiken und an die 20.000 Photographien, die über 300 Jahre dauernde Lehrtätigkeit wider. Womit die Geschichte der Sammlung nicht nur untrennbar mit der Entwicklung der Akademie, sondern auch der Kunst und Kunstpolitik der ehemaligen Donaumonarchie verbunden ist.

Dass diese lange Zeit nur Forschern bekannt war liegt vor allem an ihrer ursprünglichen Funktion als Lehrsammlung für den Unterricht begründet, die bis Ende des 19. Jahrhunderts nur Mitgliedern der Akademie zugänglich war und erst sehr spät durch vereinzelte Ausstellungen der Öffentlichkeit präsentiert wurde. Erst die Übersiedlung der Sammlung in den Akademiehof im Jahre 1997 ermöglichte durch neue Räumlichkeiten, sowohl einen verstärkten Studien-, als auch einen regen Ausstellungsbetrieb. In dieser Zeit konnten auch bedeutende Forschungsprojekte durchgeführt und abgeschlossen werden.

Seit Dezember 2005 sind Teile der Sammlung temporär in der Albertina untergebracht. Die Handzeichnungen befinden sich seit September 2009 wieder im Hauptgebäude am Schillerplatz. Die Vorlage der Druckgraphik und Architektursammlung ist nach vorheriger Terminvereinbarung im Studiensaal der Albertina, die der Handzeichnungen in der Akademie möglich.