Datum | 03.06.2013 - 05.06.2013
Ort | Akademie der bildenden Künste Wien, Schillerplatz 3, Mezzanin, 1010 Wien, M7, Universitätsbibliothek

Eine Veranstaltung der Universitätsbibliothek der Akademie der bildenden Künste Wien.

Symposion zum 200. Geburtstag von Theophil Hansen

EHRENSCHUTZ:
S. E. Torben Brylle, Dänischer Botschafter in Wien
S. E. Themistoklis Dimidis, Griechischer Botschafter in Wien
Barbara Prammer, Parlamentspräsidentin
I. E. Melitta Schubert, Österreichische Botschafterin in Athen
Maria Vassilakou, Vizebürgermeisterin der Stadt Wien

Der ehemalige Stararchitekt der Ringstraßenzeit Theophil(us) Edvard Baron (ab 1884 in Österreich Freiherr) von Hansen wurde am 13. Juli 1813 in Kopenhagen geboren und hätte im Juli 2013 seinen 200. Geburtstag gefeiert. Seine Bedeutung für die Wiener Architektur ist wohl unbestritten: Sie reicht von Otto Wagner und Adolf Loos bis zu dem unbekannten jüdischen Architekten Neumann Tropp und den Fragen von Angemessenheit im Stil und sogenannter "Materialgerechtigkeit". Aber wie kam Hansen eigentlich nach Wien?

Schon sein älterer Bruder, der in Kopenhagen bekannte Hans Christian Hansen (1803-1883), war Architekt und befürwortete, dass auch sein "kleiner Bruder" Theophil (1813-1891) die königliche Bauakademie in Kopenhagen besuchen sollte, wo dieser bei Gustav Hetsch Architektur studierte. Im Zuge eines Reisestipendiums konnte Hansen auch Griechenland besuchen, wo sein Bruder Hans Christian, sich bereits als Architekt etabliert hatte. Dieser Aufenthalt in Athen währte nicht nur mehrere Jahre (1838-1846), sondern sollte auch zu einer entsprechenden Zusammenarbeit mit dem Bruder führen. 1843, nach der griechischen Revolution, wurden alle Ausländer, die im Staatsdienst standen, entlassen - darunter auch die Brüder Hansen. Nach langem Zögern nahm Theophil Hansen 1846 das Angebot des Wiener Architekten Christian Friedrich Ludwig von Förster an, in dessen Architektur- und Zeichenatelier einzutreten. Somit arbeitet Hansen ab 1846 als Teilhaber und Schwiegersohn Försters, später als selbständiger Architekt, in Wien. Tragisch die Geschichte seiner Ehefrau Sophie von Förster (1831-18519, die ein paar Monate nach der Hochzeit (22. April 1851), an den Folgen einer Fehlgeburt, kurz nach Hansens 38. Geburtstag, stirbt. Theophil Hansen heiratete danach nicht mehr wieder und setzte auch keine Nachkommen in die Welt.

Zwischen 1868 und 1883 war Theophil Hansen als Professor an der Akademie der bildenden Künste Wien tätig, die er selbst entworfen hatte. 1866 wurde er wirkliches Mitglied der Akademie der bildenden Künste Wien, 1883 wurde er Ehrenbürger der Stadt Wien und 1884 in den österreichischen Freiherren-stand erhoben. Als er am 17. Februar 1891 starb wurde er in einem Ehrengrab auf dem Wiener Zentralfriedhof bestattet.

Unter seinen Wiener Bauten seien genannt:
Palais Erzherzog Wilhelm (1864-1868), Palais Epstein (1868-1872), Palais Ephrussi (1872-1873), Musikverein (1863-1870), Akademie der bildenden Künste Wien (1870-1877), Börse (1871-1877) und das Parlament (1871-1883).

Den Fragen von Leben und Werk versucht das Symposion anlässlich des 200. Geburtstages von Theophil Hansen, in einem seiner kongenialsten Bauten, nachzugehen.

Zeitplan

Montag, 3. Juni 2013

Ort: Bibliothek der Akademie der bildenden Künste Wien, Informationsschalter, Schillerplatz 3, 1010 Wien

9.00 - 9.30 Anmeldung und Entgegennahme der Tagungsmappen

9.30 - 10.00

Begrüßung: Eva Blimlinger, Rektorin der Akademie der bildenden Künste Wien
Einführung: Beatrix Bastl, Direktorin der Bibliothek/Archiv und Tagungsleiterin

10.00 - 10.30 Kaffeepause und Allfälliges

Sektion 1: Moderation Eva Maria Orosz

10.30 - 11.00
Andreas Nierhaus (Wien)
Theophil Hansen und der Wiener Kaiserhof

11.00 - 11.30
Peter Haiko (Wien)
Theophil Hansens "griechischer Stil" und seine "griechische Renaissance" an der Wiener Ringstraße

11.30 - 12.00 Diskussion

Mittagspause

Sektion 2: Moderation Peter Haiko

14.15 - 14.45
Katharina Schoeller (Wien)
Die Architekten Ludwig Förster und Theophil Hansen

14.45 - 15.15
Beatrix Bastl (Wien)
Ringstrassengesellschaft. Hansens Auftraggeber

Kaffeepause

15.45 - 16.15
Theresia Jeschke (Innsbruck)
Theophil Hansen als Schmuckdesigner

16.15 - 17.15
Mirjam Gelfers-Jørgensen (Kopenhagen)
Theophilus Hansen's Contribution to the Decorative Arts

17.15 - 17.45 Diskussion

Dienstag, 4. Juni 2013

Ort: Bibliothek der Akademie der bildenden Künste Wien, Lesesaal

Sektion 3: Moderation Andreas Nierhaus

9.30  - 10.00
Rainald Franz (Wien)
Zur Ornamentik Hansens im Vergleich zu den Konzepten von Semper und van der Nül

10.00 - 10.30
Cornelia Reiter (Wien)
Theophil Hansen und Carl Rahl. Chronik einer idealen künstlerischen Beziehung

10.30 - 11.00
Eva Maria Orosz (Wien)
Möbel Theophil Hansens

11.00 - 11.30
Martina Fleischer (Wien)
Theophil Hansens "Bildergalerie" für die Wiener Akademie

11.30 - 12.00 Diskussion

Mittagspause

Sektion 4: Moderation Andreas Schmidt-Colinet

13.30 - 14.00
Ulrike Muss (Wien)
Zu den Kopien antiker Skulpturen an der Fassade der Akademie der bildenden Künste Wien

14.00 - 14.30
Maro Karadamitsi-Adami (Athen)
Theophilus Hansen - Ernst Ziller; Teacher - Student

14.30 - 15.00
Andrea Domanig (Wien)
Was wurde aus Hansens Glyptothek? Zur Geschichte der Gipsabgusssammlung an der Akademie der bildenden Künste Wien

15.00 - 15.30 Diskussion mit Kaffeepause

Sektion 5: Moderation Rainald Franz

15.30 - 16.00
Mette Bligaard (Kopenhagen)
Theophil Hansen's Projects for a Danish Parliament Building and 
Royal Palace in Copenhagen, 1884-1887

16.00 - 16.30
Patrick Kragelund (Kopenhagen)
Theophilus Hansen, the London Gold Medal in 1888 and the Project
for a New Acropolis Museum in Athens

16.30 - 17.00
Robert Stalla (Wien)
"… nur im Interesse der Kunst". Theophil Hansens Entwurf für das Reichstagsgebäude in Berlin

17.00 - 18.00 Diskussion

19.00
Treffpunkt Heuriger Sissi Huber, Roterdstraße 5, 1160 Wien
Tel. 01 48 58 180, Straßenbahnlinie 44 (ab Schottentor)
Haltestelle Wilhelminenstraße/Sandleitengasse.

Mittwoch, 5. Juni 2013

Ort: Bibliothek der Akademie der bildenden Künste Wien, Lesesaal

Sektion 6: Moderation Beatrix Bastl

9.30 - 10.00
Susanne Beseler (Wien)
Die Wiener Hansen-Bauten und Bauschmuck aus Terrakotta: materialtechnische Besonderheit und denkmalpflegerische Herausforderung am Beispiel der Akademie der bildenden Künste Wien

10.00 - 10.30
Wolfgang Baatz und Claudia Riff-Podgorschek (Wien)
Auf Spurensuche nach Hansens Materialästhetik

Kaffeepause

11.00 - 11.30
Georg Töpfer (Wien)
Technische Aspekte in Bauten Hansens

11.30 - 12.00
Lisa Niedermayr (Wien)
Bags for Library - Hansen-FabLab (Fabrication Laboratory)

12.00 - 13.00 Abschlussdiskussion

Verabschiedung

13.00 Ende des Symposions, Verabschiedung

14.00 MAK ON TOUR: Exkursion nach Ternitz/NÖ zur Hansenvilla von Frau MR Mag. Olga Okunev (vgl. dazu: http://www.hansen-villa.at/) und zum Schloss Hernstein.
(Anmeldung bei Rainald Franz: rainald.franz@mak.at)