Konservierung-Restaurierung von moderner und zeitgenössischer Kunst
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Schwerpunkt E
Der Schwerpunkt Konservierung-Restaurierung Moderner und Zeitgenössischer Kunst wurde 2005 mit eigenem Lehrstuhl etabliert. Dies trägt den veränderten Anforderungen bei der Erhaltung aktueller Kunstformen Rechnung.
In den letzten Jahrzehnten sind künstlerische Konzepte und Ausdrucksformen immer komplexer geworden, eine immense Vielfalt von neuartigen Materialien, Produktionsformen und Techniken hat Eingang in künstlerische Prozesse gefunden: Raumgreifende Installationen, Materialkombinationen, synthetische Materialien und industrielle Fertigungstechniken, prozessuale Elemente, technische oder elektronische Komponenten und Speichermedien gehören heute zum Alltag von RestauratorInnen. Der Umgang mit Konzeptkunst, ephemeren Kunstformen oder Eat-art stellt neue Anforderungen. Spezifische Eigenheit solcher Werke ist etwa die begrenzte Lebensdauer beziehungsweise die geringe Stabilität einzelner Komponenten.
Auch die individuelle, oftmals wechselnde Arbeitsweise von KünstlerInnen macht es erforderlich, innovative Strategien bei der Pflege und Erhaltung dieser Werke zu entwickeln. Oftmals kann wederauf tradierte Konservierungsmethodennoch auf klassische restaurierungsethische Prinzipien zurückgegriffen werden. Anhand von Fallstudien und Grundlagenforschung werden neue Konzepte erarbeitet. Von besonderer Bedeutung ist die präventive Konservierung.
Die Erhaltung derartig vielschichtiger Kunstwerke setzt umfassende Kenntnisse verschiedenster Werkstoffe und Techniken voraus, die kritische Interpretation von Befunden, spezielle Formen der Dokumentation, des Künstlerinterviews, der Untersuchung und Recherche. Wesentliche Aspekte sind das Nachvollziehen von Werkprozess und künstlerischer Intention sowie die Berücksichtigung der inhaltlichen Bedeutung von Werkstoffen.
Diese Inhalte werden in Theorie und Praxis vermittelt, auf der Basis interdisziplinärer Kooperation mit Kultur- und Naturwissenschaftlern, Künstlern und Studierenden der Bildenden Künste an der Akademie.
Fokusiert wird auf die Auseinandersetzung mit komplexen Materialkombinationen und dreidimensionalen Werken hinsichtlich künstlerischem Prozess, Erhaltung und Dokumentation; Materialtechnik und Problemstellungen moderner Malerei sowie Grundlagen der Erhaltung von Medienkunst sind weitere Inhalte.
Erworbene Kompetenzen sollen Studierende zur Betreuung und Pflege von Sammlungen und Ausstellungen sowie zu beratenden Tätigkeiten bei künstlerischen Projekten befähigen. Das Erstellen von Konservierungskonzepten, deren praktische Umsetzung und die Evaluierung der Maßnahmen sind darüber hinaus zentrale Ausbildungsinhalte.
Die Studierenden absolvieren vor ihrer Spezialisierung im Schwerpunkt Konservierung-Restaurierung Moderner und Zeitgenössischer Kunst zumindest 4 Semester Basisausbildung in einem der traditionellen Schwerpunkte.