Die Studienrichtung Konservierung und Restaurierung widmet sich der Erhaltung von Werken der bildenden Kunst und von Kulturgütern, die durch ihren geschichtlichen, künstlerischen und kulturellen Wert, einschließlich der sozialen und ökonomischen Aspekte unersetzbare Dokumente sind, und deren Erhaltung somit im öffentlichen Interesse steht. In einem weiter gefassten Zusammenhang ist die Erhaltung des kulturellen Erbes als Teil der Menschenrechte definiert.(1)

Grundlegende Aufgabe der Konservator_innen-Restaurator_innen ist die Erhaltung und der Schutz dieser Werke zum Nutzen dieser und künftiger Generationen: „The fundamental role of the Conservator-Restorer is the preservation of cultural property for the benefit of present and future generations. The Conservator-Restorer contributes to the understanding of cultural property in respect of its aesthetic and historic significance and its physical integrity. The Conservator-Restorer undertakes responsibility for and carries out the diagnostic examination, conservation and restoration treatments of cultural property and the documentation of all procedures.“(2)

Die reguläre Ausbildung in Konservierung-Restaurierung wird an der Akademie der bildenden Künste Wien seit 1933 auf akademischem Niveau geführt. In weiterer Folge – und insbesondere in den letzten beiden Jahrzehnten sprunghaft – haben sich die spezifischen Inhalte dieser Disziplin ausgeweitet.

Zu dem früher die Ausbildung dominierenden weitgehend künstlerischen Ansatz ist ein immer stärker werdender wissenschaftlicher Anteil dazugekommen, insbesondere den kunsttechnologisch-materialwissenschaftlichen Bereich, aber auch die Kulturwissenschaften betreffend.

Nichtsdestoweniger stehen heute wie damals auch grundsätzliche Fragen im Zentrum, welche die Gesellschaft in ihrer Entwicklung unmittelbar betreffen, da der Begriff „cultural heritage“ als bis hin zum zeitgenössischen Kunstschaffen ausgedehnt verstanden werden muss. So sind neben dem Bereich der traditionellen Kunst bzw. der Kulturgüter verstärkt Aspekte der Erhaltung moderner und zeitgenössischer Kunst zu berücksichtigen.

Die Ausbildung an der Akademie der bildenden Künste Wien versteht sich als eine globale, was die Grundlagen und den geistigen Überbau der Disziplin betrifft, und als eine spezialisierte bezüglich der im gegebenen Rahmen angebotenen Studienschwerpunkte:

Im Rahmen der Behandlung dieser Studienschwerpunkte liegt die jeweilige Vertiefung entweder in der Auseinandersetzung mit traditionellen Werken der bildenden Kunst und mit Kulturgütern, oder aber im Vordringen in die überaus komplexe Materie des modernen und zeitgenössischen Kunstschaffens.

Inhalte und Ziele

Auf einer integrativen Verbindung von Theorie und Praxis auf forschungsbasierter Lehre beruhend, strebt die Ausbildung an, die Studierenden an die Problematik der Erhaltung des kulturellen Erbes heranzuführen, ihnen die wesentlichen, für ihren Studienschwerpunkt erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten zu vermitteln und sie durch eine humanistische und interdisziplinäre Herangehensweise auf das Berufsleben vorzubereiten.

Als zentraler Inhalt wird die Förderung des Verstehens und Begreifens des kulturellen Erbes in seiner Einzigartigkeit und seiner künstlerischen, historischen, wissenschaftlichen, geistigen sowie der religiösen Dimension gesehen und insbesondere seine Weitergabe an kommende Generationen in den Vordergrund gestellt.

Inhalte und Ziele des Studiums werden differenzierter auch in der Beschreibung der Lehrveranstaltung des zentralen künstlerischen Fach „Konservierung und Restaurierung“ charakterisiert (§ 3).

1 Our Creative Diversity. Report of the UNESCO World Commission on Culture and Development. 1996
2 Professional Guidelines, E.C.C.O. (European Confederation of Conservator-Restorer´s Organisations), 1993/94, updated (I) 2002, (II) 2003, (III) 2004