Das Institut für das künstlerische Lehramt (IKL) an der Akademie der bildenden Künste Wien bietet folgende Lehramtsstudien an:

Diese Lehramtsstudien qualifizieren Absolvent_innen für die Lehre der Unterrichtsfächer Bildnerische Erziehung, Werkerziehung und Textiles Gestalten in der Sekundarstufe an staatlichen und privaten Bildungseinrichtungen. Das Studienangebot ist darauf ausgerichtet, interdisziplinäre Kompetenzen in den Bereichen der bildenden Künste, der zweckgebundenen Gestaltung, der entsprechenden technologischen und medialen Grundlagen, der kulturwissenschaftlichen Reflexion, sowie der pädagogischen, fachdidaktischen und kunstvermittlerischen Theorie und Praxis zu erwerben. Die Ausbildung ist so angelegt, dass sich die Studierenden über die Lehrqualifikation hinausreichende Kompetenzen für Berufe in kunstvermittlerischen, kunst- und kulturwissenschaftlichen, gestalterischen sowie künstlerischen Bereichen aneignen können.

Das künstlerische Lehramtsstudium an der Akademie der bildenden Künste Wien ist ein kombinationspflichtiges Diplomstudium, d.h. es müssen zwei Unterrichtsfächer studiert werden. Das Institut für das künstlerische Lehramt bietet drei Unterrichtsfächer an, aus denen zwei für ein Diplomstudium ausgewählt werden können (interne Kombination). Es ist genauso möglich, ein Unterrichtsfach am IKL zu studieren und das zweite Unterrichtsfach an einer anderen österreichischen Universität zu belegen (externe Kombination).

Zur Zulassung zum künstlerischen Lehramtsstudium an der Akademie der bildenden Künste Wien ist - neben einem Reifeprüfungszeugnis oder einem vergleichbaren Nachweis - die erfolgreiche Absolvierung einer Zulassungsprüfung erforderlich. Nähere Information dazu, siehe weiter unten. Infos zu den erforderlichen Deutschkenntnissen

Inhaltliche Ausrichtung der künstlerischen Lehramtsstudien

Die an der Akademie der bildenden Künste Wien angebotenen Lehramtsstudien bauen auf einem Kunst- und Kulturbegriff auf, der gesellschaftliche Veränderungen kritisch reflektiert. Dies resultiert in einem Kunst- und Kulturverständnis, im Rahmen dessen sich kulturelle Artikulationen und das, was auf der Ebene des Sozialen damit produziert wird, wechselseitig bedingen. Kunst und Kultur werden als etwas verstanden, das bewohnt und ausgehandelt wird, vergleichbar einer Sprache, die sich und ihre Sprecher_innen im Zuge der Verwendung ständig neu konstituiert. Auf methodischer Ebene manifestiert sich dies durch die Integration von kultureller Produktion, Reflexion und Kommunikation. Kulturelle Produktion steht dabei für gestalterische Artikulationsfähigkeit, die das Künstlerische beinhaltet, aber nicht darauf beschränkt ist; kulturelle Reflexion als das Vermögen, künstlerisches, gestalterisches und soziales Handeln in diskursiven Zusammenhängen zu verstehen und in diese einzubetten; Kommunikation als Kunst und Kultur vermittelndes dialogisches Prinzip, das sich in Interaktion mit unterschiedlichen Zielgruppen und Formaten definiert.

Die Lehramtsstudien Kunst und Kommunikation − Unterrichtsfach Bildnerische Erziehung, Kontextuelle Gestaltung − Unterrichtsfach Werkerziehung, Moden und Styles − Unterrichtsfach Textiles Gestalten fokussieren jeweils unterschiedliche Aspekte kulturellen Handelns, sind als Studien aber integrativ angelegt. Diese wechselseitige Anbindung bei gleichzeitiger Differenzierung zielt darauf ab, historisch gewachsene Konventionen dessen, was künstlerische Praxis und kulturelle Bildung im schulischen und außerschulischen Bereich bedeuten kann, aufzubrechen. Konkret bedeutet dies einen verstärkten Einzug von Alltagskultur in die thematischen Unterrichtsfelder und Praxisformen von Kunst, Design, Moden, Architektur, Stadt und Praktiken des Textilen. Alltagskultur ist dabei als breites Feld von lebensweltlichen Artikulationen gefasst: Sie kann urban und rural gefasst sein, mit Pop, Style und Praktiken des Widerstands zu tun haben so wie mit Populärkulturen und Anpassungsritualen; sie berücksichtigt neuen Technologien genauso wie handwerkliche Traditionen.