Mit ihrem dritten Entwicklungsplan, dessen Grundlagen bereits in den beiden vorhergehenden gelegt worden sind, steht die Akademie der bildenden Künste Wien vor dem nächsten Entwicklungsschritt.

Die Akademie der bildenden Künste Wien als eine der prägenden Institutionen des tertiären Bildungssektors in Österreich soll einen künstlerisch und wissenschaftlich geleiteten, generalistischen Bildungsanspruch verfolgen, der unterschiedliche Bildungswege je nach Neigung, Begabung und persönlicher Lebensplanung unter optimalen Bedingungen für Studierende ermöglicht. Es ist Aufgabe der Akademie der bildenden Künste Wien, den Studierenden eine umfassende, je nach Studienwahl spezifizierte Bildung zu ermöglichen und alle Grundlagen zur Entwicklung von Kritik- und Urteilsfähigkeit, Selbstreflexion und Toleranz zur Verfügung zu stellen. Es ist Aufgabe der Akademie der bildenden Künste Wien, Bildung durch Kunst und Wissenschaft für die Gesellschaft und ihre Verfasstheit umzusetzen.

Die Akademie der bildenden Künste Wien wird diese gesellschaftlichen Aufgaben in besonderer Weise wahrnehmen, verfügt sie doch über künstlerische, wissenschaftliche, künstlerisch-wissenschaftliche, technische und kunstpädagogische Studienrichtungen, über ein großartiges Werkstätten- und Laborangebot und über einzigartige Einrichtungen, wie die Gemäldegalerie, das Kupferstichkabinett und die Bibliothek, die eine Verbindung zwischen Lehre, Forschung und Kunst hin zur Öffentlichkeit, hin zur Gesellschaft darstellen. Es ist unser Ziel, das Profil in dieser Weise weiterzuentwickeln und zu schärfen und somit die signifikante, überaus klare und international hervorragende Position im Feld der zeitgenössischen Kunstentwicklung und insbesondere jene im Bereich arts-based research weiterhin zu besetzen und auszubauen. Die auf allen Ebenen bestehenden nationalen und vor allem internationalen Kooperationen und Vernetzungen sind integraler Bestandteil dieser Perspektive.

Die künstlerische, künstlerisch-wissenschaftliche und wissenschaftliche Produktion und Praxis ist durch vielfältigste Formen geprägt, die in den unterschiedlichsten (Berufs)feldern ihre Entfaltung finden und je spezifische Lehrformen erfordern. Ein besonderer Fokus ist auf die Entwicklung der künstlerischen Forschung und die damit verbundene Stärke der Akademie der bildenden Künste Wien im internationalen Kontext zu richten. Hier zählt die Akademie bereits heute zu den angesehensten Bildungseinrichtungen im tertiären Sektor.

Die künstlerische (Aus-)Bildung an der Akademie der bildenden Künste Wien bewegt sich zwischen der Orientierung an einem immer aggressiver werdenden Kunstmarkt und einer totalen Verweigerung an der Teilnahme an diesem mit der Blickrichtung auf andere nicht zuletzt politische Aktionsfelder der bildenden Kunst.

Dieser Entwicklungsplan steht unter der Prämisse, dass die nächste Leistungsvereinbarungsperiode von der projektierten Generalsanierung der Akademie der bildenden Künste Wien geprägt sein wird. Es wird für Lehrende, Studierende und Mitarbeiter_innen der Verwaltung eine besondere Anstrengung und Motivation erfordern, eine Gesamtübersiedlung in ein Ausweichquartier bei laufendem Betrieb durchzuführen. Es ist vorrangiges Ziel, trotz Übersiedlung und Generalsanierung die Lehre, die Entwicklung und Erschließung der Künste und die Forschung auszubauen und die dafür erforderlichen Rahmenbedingungen zu schaffen.

Nichtsdestotrotz prägen inhaltliche Ziele diesen Entwicklungsplan, die die Akademie der bildenden Künste Wien an die internationale Spitze der Kunstuniversitäten führen sollen.

Das Rektorat der Akademie dankt allen Beteiligten für eine konstruktive und ergebnisreiche Debatte.

Eva Blimlinger, Rektorin
Andrea B. Braidt, Vizerektorin für Kunst I Forschung
Karin Riegler, Vizerektorin für Lehre I Nachwuchsförderung