Ab WS 06/07 werden für die Studienrichtung Bildende Kunst Dorit Margreiter für Video/Video-installation und Hans Scheirl für Kontextuelle Malerei (Nachfolge Elke Krystufek) auf 4 Jahre als ProfessorInnen an die Akademie bestellt werden. Daniel Richter folgt dem Ruf nach Wien, nachdem er vor kurzem erst seine Professur an der Berliner Universität der Künste vorzeitig zurücklegte, und wird für 2 Jahre den Erweiterten malerischen Raum (Nachfolge Franz Graf) leiten. Gunter Damisch, der sich für das nächste Semester karenzieren ließ, wird von Otto Zitko im Ordinariat Grafik und Druckgrafische Techniken vertreten werden.

An das Institut für das künstlerische Lehramt werden Marion von Osten (Nachfolge Herwig Zens) für den Bereich Bildnerische Erziehung auf 6 Jahre, und die Kulturwissenschaftlerin Elke Gaugele (Nachfolge Eveline Bischof) für den Bereich Textiles Gestalten auf 2 Jahre als ProfessorInnen berufen. Martin Beck wurde in seinem Amt als Professor für Werkerziehung auf weitere 6 Jahre verlängert.

Die Nachfolge von Ute Meta Bauer am Institut für Kunst und Kulturwissenschaften werden sich zunächst Diedrich Diederichsen und Tom Holert als Professoren für Theorie, Praxis und Vermittlung von Gegenwartskunst teilen. Die Professur wird in 2 Jahren erneut ausgeschrieben werden.

Da sich das Berufungsverfahren der Nachfolge Rüdiger Lainer (Entwurf, Schwerpunkt Stadtplanung) in der Architektur noch verzögert, werden interimistisch die ArchitektInnen Kathryn Findlay gemeinsam mit Lawrence Friesen (WS 06/07) und Hosoya Schaefer Architects (SS 06/07) jeweils ein Semester das Studio führen.

Als »Visiting Professor« konnte die Akademie für das Instiut für bildende Kunst Josephine Pryde (London) und für das Institut für Kunst und Kulturwissenschaften Gregg Bordowitz (New York) gewinnen, die für ein Jahr das neue ProfessorInnenteam ergänzen werden.

Martin Beck
geboren 1963 in Bludenz, studierte an der Universität Innsbruck, der Akademie der bildenden Künste Wien und der Hochschule für angewandte Kunst, lebt und arbeitet in New York. Seine künstlerischen Arbeiten thematisieren Fragen von Autorschaft, Historizität und Display. Konkrete Ausstellungsprojekte greifen häufig auf Diskurse aus Architektur, Design und Populärkultur zurück. Zu seinen Ausstellungsprojekten zählen an Exhibit viewed played populated, Grazer Kunstverein (2003) und, in Zusammenarbeit mit Julie Ault, Information bei Storefront for Art and Archictecture, New York (2006) sowie Installation in der Wiener Secession (2006). Seine Publikationen inkludieren half modern, half something else (Wien: Montage 2003) und, gemeinsam mit Julie Ault, Critical Condition: Ausgewählte Texte im Dialog (Essen: Kokerei Zollverein 2003). Gemeinsam mit Julie Ault arbeitet Beck auch an Ausstellungsdisplays, u.a. für das International Center of Photography in New York sowie für die Ausstellung X-Screen im Museum Moderner Kunst, Wien (2003). 1999-2000 war Beck Gastprofessor am California Institute of the Arts in Los Angeles und 2001-2005 Professor im CCC Programm der École supérieure des beaux-arts in Genf.

Gregg Bordowitz
geboren 1964 in Brooklyn, N.Y., ist Künstler, Aktivist, Autor und Film- bzw. Videomacher. Sein erstes Video erschien 1986, zu einer Zeit als der AIDS Aktivismus auf seinem Höhepunkt war. Sieben Jahre lang dokumentierte er die Bewegung und arbeitete mit Kollektiven wie Testing the Limits und DIVA TV. Von Anfang an engagierte er sich in der AIDS Aktivistengruppe ACT UP. Seine Filme, wie Fast Trip Long Drop (1993), A Cloud In Trousers (1995), The Suicide (1996), und Habit(2001)wurden international auf Festivals, in Museen und Kinos gezeigt. Zahlreiche Veröffentlichungen in AIDS Anthologien zu Cultural Analysis, Cultural Activism, Queer Looks, Uncontrollable Bodies und in Publikationen und Zeitschriften wie The Village Voice, Frieze, Artforum, American Imago, October, Documents und Art Journal. Neben anderen Auszeichnungen und Preisen wurde er Mitglied bei Rockefeller Intercultural Arts und John Simon Guggenheim Memorial. Er unterrichtet an der Fakultät für Film, Video, and New Media am School of the Art Institute in Chicago, und am Whitney Museum Independent Study Program. Im Herbst 2004 erschien The AIDS Crisis Is Ridiculous and Other Writings 1986-2003 bei MIT Press. 2006 erhielt er für diese Sammlung den Frank Jewitt Mather-Preis von der College Art Association.

Diedrich Diederichsen
geboren 1957 in Hamburg, Kulturwissenschaftler und -journalist, gilt als einer der wichtigsten deutschen Poptheoretiker. Diederichsen war nach einem Studium der Literaturwissenschaft, Kunstgeschichte und Linguistik 1979–1983 Redakteur der Musikzeitschrift Sounds und 1985–2000 Redakteur bzw. Herausgeber der Popkultur- Zeitschrift Spex. Seit den 1990er Jahren schreibt er vorwiegend für verschiedene Tages- und Wochenzeitungen, außerdem für Fachzeitschriften wie Texte zur Kunst und Theater heute. Seit 1992 arbeitet er als Hochschullehrer an der Merz Akademie in Stuttgart und unter anderem in Passadena, Weimar, Bremen und München. Aktuelle Themenschwerpunkte sind Theorie der Pop-Musik, Sound-Art, Strukturwandel der Gegenöffentlichkeit, Psychedelia und Minimalismus, Gesamtkunstwerk, Bewegt-Bild-Installation und Neo-Formalismus

Kathryn Findlay
1953 in Schottland geboren, graduierte 1979 bei der Architectural Association in London. Sie erhielt ein Forschungsstipendium des Japanischen Bildungsministeriums und arbeitete für Arata Isozaki & Associates bevor sie gemeinsam mit Eisaku Ushida ihr eigenes Studio in Tokyo gründete. Sie leitete als erste weibliche Professorin das Forschungslabor für Design an der Universität in Tokyo und entwickelte gemeinsam mit ihrem Partner eine außergewöhnliche Serie von Häusern und öffentlichen Gebäuden. Immer wieder kombinierten sie dabei progressive Technologien und amoebische Formen mit einer ungewöhnlichen Materialwahl.

Lawrence Friesen
Lawrence Friesen leitet das Interface Research Büro bei Bruno Happold Engineers, das an der Schnittstelle zwischen Virtualität und Materialität für die digitale Umsetzung architektonischer Entwürfe verantwortlich zeichnet. Er ist Spezialist einer neuen Technologie, die Software-Systeme und deren Bedeutung in der Vermittlung zwischen Vorstellung und Intention zur Realisierung visionärer Planungen untersucht und weiterentwickelt. Für Bruno Happold Engineers war Friesen an folgenden Projekten mitbeteiligt: Glasgow Transport Museum (Zaha Hadid Architects), Smargon Villa (Zaha Hadid Architects), Doha Villa (Ushida Findlay Architects), Bergen Art Gallery (Snohetta Architects).

Elke Karoline Gaugele
geboren 1964, ist Empirische Kulturwissenschaftlerin und war Hochschulassistentin am Institut für Kunst und Kunsttheorie Abt. Textil der Universität zu Köln. Sie war Research Fellow am Goldsmiths College/Department for Visual Arts in London (2003-04) und Maria-Goeppert-Mayer Gastprofessorin des Landes Niedersachsen am Institut für Intermediäre Gestaltung der Hochschule Vechta ( SoSe 2004). Mitglied des Kollegs "Bild. Körper. Medium. Eine anthropologische Perspektive" an der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe. Studium in Berlin und Tübingen (M.A.) und Promotion 1999 im Fach Volkskunde/Ethnologia Europaea an der Universität Wien (Bedeutungssystem Schürze. Kleidung als Medium der Geschlechter-konstruktion). Lise-Meitner-Stipendiatin des Landes Nordrhein-Westfalens mit ihrem Habilitationsprojekt "Changing Rooms. Spiegelstadien der Mode ". Mehrjährige Praxis als Kuratorin und Autorin. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Ethnografien der Mode sowie visueller und materieller Kulturen; Biopolitiken und neue Technologien der Mode; Kleidung und Körper als Medien der Genderkonstruktion.

Tom Holert
geboren 1962. Studium der Kunstgeschichte, Neueren deutschen Literaturwissenschaften und Philosophie in Hamburg und Paris. Promotion 1995 in Frankfurt am Main. Von 1992–1995 Redakteur bei Texte zur Kunst, von 1996–1999 Mit-Herausgeber von Spex, von 1997–1999 Professor für Kultur- und Medientheorie an der Merz Akademie, Stuttgart, von 2002-2004 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Theorie der HGK Zürich. Gastprofessuren in Karlsruhe und Siegen. Im April 2000 gründete er mit Mark Terkessidis das Institute for Studies in Visual Culture (isvc) in Köln. Buchveröffentlichungen: Mainstream der Minderheiten. Pop in der Kontrollgesellschaft (Hg., mit Mark Terkessidis, 1996): Künstlerwissen (1998); Imagineering. Visuelle Kultur und Politik der Sichtbarkeit (Hg., 2000); Entsichert. Krieg als Massenkultur im 21. Jahrhundert (m. Mark Terkessidis, 2002); The Future Has a Silver Lining. Genealogies of Glamour (Hg., mit Heike Munder, 2004); Fliehkraft. Gesellschaft in Bewegung – von Migranten und Touristen (m. Mark Terkessidis, 2006). Beiträge zu Sammelbänden und Katalogen, Veröffentlichungen in Texte zur Kunst, Artforum, Camera Austria, tageszeitung, Süddeutsche Zeitung, Jungle World, Vogue, WoZ, Literaturen usw.

Hosoya Schaefer Architects
Das Züricher Studio für Architekturdesign, -strategie und -forschung HOSOYA SCHAEFER wurde 2003 von Markus Schaefer und Hiromi Hosoya gegründet. Eingebunden in ein internationales Netzwerk von MitarbeiterInnen, beteiligen sie sich an der Planung und Realisierung von Gebäuden, multimedialen Installationen, strategischer Planung und Beratung. Sie unterrichten an der Cornell University in Ithaka, NY und am Berlage Institute in Rotterdam. Das Studio repräsentiert eine Avantgarde der visuellen Informationsvermittlung: Zusammenhänge werden grafisch so erarbeitet, dass neue Denkmuster entstehen können, nicht mehr nur in Hinblick auf die historisch gewachsene direkte Umwelt sondern auch auf den stetig sich ändernden Kontext globaler Faktoren.

Dorit Margreiter
geboren 1967, entwirft in ihren Arbeiten modellhafte Skizzen soziokultureller Befindlichkeiten. Befragungen mit meist feministischem Hintergrund bilden dabei die Grundlage für ihre Herangehensweise. Sie studierte von 1998–1992 an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien. 2002 wurde sie mit dem Otto Mauer Preis und 2003 mit dem Preis der Stadt Wien für Bildende Kunst ausgezeichnet. Margreiter ist eine wichtige Protagonistin jener Bewegung, die zu Beginn der neunziger Jahre die Repräsentations- und Vermittlungssysteme der Kunst hinterfragt. Der Einsatz unterschiedlicher Medien, wie Video, Text, Plan oder Fotografie dient der Verbildlichung der Materialsprache, die durch den Begriff der Recherche charakterisiert ist.

Marion von Osten
In ihrer Arbeit als Künstlerin, Kulturwissenschaftlerin und Ausstellungsmacherin stellt Marion von Osten transdisziplinäre Arbeitsmethoden und gesellschaftspolitische Fragestellungen ins Zentrum. Die Auseinandersetzung mit der Produktivität künstlerischer, gestalterischer und medienaktivistischer Verfahrensweisen für die Generierung neuer Öffentlichkeiten innerhalb und ausserhalb des Kunstkontextes spiegelt sich in theoretischen, künstlerischen und kuratorischen Arbeiten wieder. Seit 2003 Professorin für künstlerische Praxis und Theorie und seit 2001 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Theorie der Gestaltung und Kunst / Institut Cultural Studies an der Hochschule für Gestaltung und Kunst Zürich. Von 1996-98 war sie Kuratorin an der Shedhalle Zürich; von 2003-2005 künstlerische Leiterin von "Projekt Migration" mit Kathrin Rhomberg und TRANSIT MIGRATION mit Dr. Regina Römhild. Publikationen (Auswahl): Projekt Migration, Hg. Kölnischer Kunstverein et al, Dumont Verlag Köln 2005; Norm der Abweichung, T:G 04, Hg. Marion von Osten, Voldemeer / Springer Verlag, 2003; MoneyNations, Hg. von Osten / Spillmann, Selene Verlag, Wien 2003. Das Phantom sucht seinen Mörder. Ein Reader zur Kulturalisierung der Ökonomie. Hg. Hoffmann/ von Osten, b_books Verlag, Berlin 1999.

Josephine Pryde
geboren 1967 in Alnwick, England, studierte von 1986-1989 am Central St. Martins in London, wo sie heute lebt und arbeitet. Arbeiten umfassen die Medien Fotografie, Zeichnung, Rauminstallation und Performance. Außerdem befasst sie sich theoretisch mit der internationalen Verklammerung von Architektur und Bildender Kunst. In Ihren Arbeiten unternimmt sie den Versuch, ihre eigenen Produktionsbedingungen auszustellen, wobei der Wunsch, eine solche Vorgabe einzulösen, mit thematisiert wird. Ihre Fotografien und Skulpturen reaktivieren Techniken und Konzepte aus einer Vielfalt von Bereichen wie Modefotografie, Naturwissenschaft und Kunstdruck, und funktionieren in einer mehr oder weniger engen Verbindung zu den spezifischen Umgebungen und den sie begleitenden Beziehungen.

Daniel Richter
geboren 1962, lebt in Hamburg und Berlin. Von 1991–1995 studierte er an der Hochschule der Bildenden Künste, Hamburg und war Assistent von Albert Oehlen. Er war in zahlreichen Ausstellungen, u.a. in Los Angeles, Berlin und Paris vertreten. Seit Mitte der 90er Jahre ist in den großformatigen Arbeiten Richters eine Entwicklung von einer klassischen Bildsprache abstrakter Formen hin zu einer neuen Figürlichkeit auszumachen, die sich bei genauerem Hinsehen als eine bewusste Erweiterung und Ausdehnung seines malerischen Prinzips darstellt. In seinen jüngsten Arbeiten verschränkt Richter kunsthistorische, massenmediale und popkulturelle Versatzstücke zu eigenwilligen narrativen Bildwelten.

Hans Scheirl

geboren 1956 in Salzburg, 1975-80 Studium der Restaurierung an der Akademie der Bildenden Künste Wien, 1980 Diplom. 1981-82 arbeitet 1 Jahr als Assistentin für das wöchentliche Kunst- + Performance-event "Wednesdays at A's" in NYC. Lebt und arbeitet 16 Jahre in London. 2001-2003 Postgraduate Studium (Master of Arts) der Bildenden Kunst am Central Saint Martins College of Art&Design, London. Seit 2005 in Wien. Mitglied des Künstler/KuratorInnenkollektivs "auto". Empfänger des österreichischen Staatsstipendiums für Bildende Kunst 2006.  Hans Scheirl ist ein trans-... Media Künstler mit Malerei/Installation im Zentrum. Er betätigt/e sich auch in folgenden Gebieten: Film, Video, Zeichnung, Performance, experimentelle Musik und Text.  "Scheirls immer auch witziger, auf Comics anspielender, neo-poppiger Einsatz von Farben und formalen Codes für Sexualität stellt zugleich einen performativen Akt dar, in dem er seine eigene (transgender) Geschichte thematisiert. " Pressetext zu "Hans im Taxi - Inneneier Begleitprogramm" 2006, Galerie im Taxispalais, Innsbruck

Otto Zitko
geboren 1959, beschäftigt sich bis 1987 vorwiegend mit pastoser Ölmalerei um sich dann verstärkt der Zeichnung zuzuwenden, die er aus der auf den Bewegungsradius der Hand beschränkten Intimität löst, indem er sich stabilen und großflächigen Bildträgern zuwendet. Auf papierbespannten Holzplatten, gerußten Gläsern, weiß beschichteten Aluminiumplatten erweitert er sein zeichnerisches Spektrum und legt sich schließlich ein Register graphischer Möglichkeiten zu. Das Interesse am Untersuchen und sich Aneignen neuer Zeichenmaterialien und Bildträger, die, je nach Beschaffenheit, mehr das eine oder andere graphische Vokabular oder das gesamte Repertoire gleichzeitig und vielstimmig zum Einsatz kommen lassen, ist charakteristisch für Zitkos Begriff von Zeichnung, den er zunehmend vom Standpunkt der Malerei aus argumentiert und seit 1989/90 auch auf die Wand und in raumgreifende Lineamente ausweitet. Ein Spezifikum der ortsbezogenen Arbeiten (z.B. Kunsthalle Bern 1994, Biennale di Venezia 1999, Cheim & Read, New York 2000, Massachusetts Museum of Contemporary Art, North Adams 2002, Na Bidylku, Brno 2004, Museum of Contemporary Art, KIASMA, Helsinki 2005, Salzburger Kunstverein. Salzburg 2006) ist es "aus einer intensivierten Befindlichkeit heraus, der er seine Energie verdankt (...), die ästhetischen Entscheidungen im Augenblick (...) aus der Spannung des Moments heraus" (Lachmayer 2000) zu treffen. Otto Zitko hat an der Universität für angewandte Kunst, Wien, studiert, er lebt und arbeitet in Wien.