21.10.2009

"Generalstreik" - Akademie der bildenden Künste besetzt © Foto Ruth Lackner

Vertreter von Österreichischer HochschülerInnenschaft (ÖH) und Senat haben heute, Dienstag, Mittag einen Generalstreik verkündet und die Säulenhalle des Baus am Schillerplatz besetzt. Die Aktion soll zumindest bis Donnerstag dauern, wenn die Leistungsvereinbarungsverhandlungen zwischen Rektorat und Wissenschaftsministerium stattfinden. Der Protest richtet sich gegen die geplante Umstellung der Ausbildung auf die Bologna-Struktur (Bachelor, Master, PhD) und die Abschaffung von Studien. Die am Montagnachmittag in einer Vollversammlung beschlossenen Maßnahmen werden vom Uni-Senat unterstützt.

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Der Vision eines offenen europäischen Bildungs- und Forschungsraumes stehen an der Akademie der bildenden Künste Wien Befürchtungen einer Bürokratisierung und Ökonomisierung der Ausbildung entgegen. An der Akademie, an der jetzt schon mehr ausländische Studierende als an anderen Universitäten sind, diskutiert man intensiv, inwiefern Reformbedarf zur Internationalisierung besteht. Gerade für die Kunst-Unis scheint  das Bologna-Schlagwort "employability" ("Arbeitsmarktfähigkeit") nicht zu passen. Die Akademie als Vorbereitung für die "creative industries" statt als Institution, die kritisches Denken abseits der eingefahrenen Muster lehrt? "Eigeninteressen oder Neigungen zählen nicht mehr, sondern nur die scheinbare Qualifikation aus möglichst auf den Arbeitsmarkt abgestimmten Studien - und alles, was nicht ökonomischen Interessen entspricht, kann dann ja abgeschafft werden", sagt Martina Pfingstl, Studentin an der Akademie, ehemalige ÖH-Vorsitzende und Mitglied im Senat.

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