Gunter Damisch, Prof. für Grafik und druckgrafische Techniken erhält den diesjährigen Würdigungspreis für bildende Kunst des Landes Niederösterreich.

Niederösterreichkulturpreisträger 2011 „Gelbfeldweltwegorte“, 2006/07, Öl/Leinwand, 180 x 200 cm

»Die Entstehung meiner Arbeiten verdankt sich einem Ablauf von Handlungen und Überlegungen, Wiederholungen, verworfenen Anfängen in Fortsetzung, dahinfließenden Bewegungen aus Ähnlich- keiten und Weitergesponnenem.

Im zeichensetzenden und Wahrnehmungen transformierenden Zeichnen in Gruppen und Serien von Blättern, dem Spachteln und Fließenlassen von Farben auf den Bildträgern , dem Zurichten von Material Materien und im Befragen nach innewohnenden Eigenschaften und Formen des Benutzen der eingesetzten Mittel in Spannung zu Gesehen- Erlebtem und Gedacht - Empfundenem wächst das bildräumliche Land mit seinen Dingen und Wesen, dem ich zupackender Helfer und verwundert - unterhaltener Beobachter- Täter bin, wenn ich tu und mache.

Das Krixikraxi, wie Max Melcher sagte, das selbstverlorene Herbeistricheln der Formen und Struktu- ren, die einkreisenden Geflechte und die Klänge der feinen Linien in denen Formen sichtbar werden, die Flecken, Wischer und Punkte, klein und zittrig, weitausholend und wie hingeworfen und verloren, haben mir einen gestalterischen Weg gewiesen, der mich über die Jahre entdeckte Methoden, Zu- gänge zu Erfahrungen und Zuständen sammeln und in einen Beziehungskreislauf bringen ließ, der durch das Zeichnen begonnen, über die Ausbreitung in die Farbräume und den Präsenzen der For- men in ihrer Materialität zuletzt immer wieder in das zeichnende Feststellen und Weiterverwandeln führt, Ausgangspunkt und Kommentar zugleich.

Die Typen und Modelle für Veränderung im Ähnlichen und die Bezüglichkeiten der Teile zueinan- der erklären sich mir in den Phasen des Zeichnens und bereiten die Vorstellungen vor, die dann im zugreifenden Arbeiten mit oft in Wachs geformten und auch gefundenen Teilen und Formen zusam- mengesetzt zu den Güssen und Skulpturen werden und gerinnen, die als Zeichen und Zeichnung in den Raum verlagert und verpflanzt das Geahnte und Herbeigedachte als Tatsächliches, Berührbares und materialisierten Klang hin- und darstellen.«