28.2.2014

Durch eine großzügige Schenkung der Erben ist der Nachlass der 2012 verstorbenen Philosophin und Kuratorin Cathrin Pichler an die Akademie der bildenden Künste Wien vergeben worden. Das Konvolut besteht aus ca. 5000 Publikationen, teilweise kostbaren Erstausgaben, Autographen, Schriften, Skizzen und Entwürfen. Die von Cathrin Pichler, als Denkerin, Kuratorin, Autorin und Lehrende zu einem frühen Zeitpunkt aufgezeigte Verknüpfung von künstlerischer und wissenschaftlicher Forschung zählt derzeit zu den aktuellsten und innovativsten Entwicklungen im Sinne des arts-based research, einem der Schwerpunkte der Akademie.

Dank der Förderung der Stadt Wien von zwei Forschungsstipendien (Nicole Ziegler, Sabine Priglinger) ist es möglich, zu beginnen, den Nachlass Cathrin Pichlers unter der Leitung von Felcitas Thun-Hohenstein am Institut für Kunst- und Kulturwissenschaften aufzuarbeiten. In einem ersten Schritt wird dieser inventarisiert und erschlossen und als Cathrin Pichler Archiv für Wissenschaft und Kunst für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Das Cathrin Pichler Archiv für Wissenschaft und Kunst, stellt sich dabei die Aufgabe, die besondere Verbundenheit der Stadt Wien mit dem Leben und Werk von Cathrin Pichler, durch wissenschaftliche Arbeiten und öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen, zum Ausdruck zu bringen und international sichtbar werden zu lassen.

Cathrin Pichler (1946-2012)
konzipierte in den 80er Jahren große Themenausstellungen wie z.B. 1989,Wunderblock. Eine Geschichte der Modernen Seelen, war von 1992-94 erste Bundeskuratorin Österreichs, bevor sie 1995-97 zur Chefkuratorin der Kunsthalle Wien ernannt wurde. Nach freiwilligem Ausscheiden blieb sie bis zu ihrem Tod freie Kuratorin, sie lehrte an mehreren Universitäten, darunter an der Angewandten und der Akademie der bildenden Künste Wien, Maastricht, Paris, New York etc.
Im März 2012 wurde sie mit dem Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse ausgezeichnet.