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Performances | 09.01.2016, 19.00 h
Ort | Akademie der bildenden Künste Wien, Hauptgebäude, Schillerplatz 3, 1010 Wien, Aula

Vermittlungsprogramm im Rahmen der Ausstellung Aufgerissenen Auges: Transmanieristische Reaktionen von 20.11. - 10.01.2016 im xhibit.

 

Moritz Gottschalk, Ridicule-Karte, 2015, Ausschnitt aus der Karte des Performance-Parcours, Courtesy: der Künstler

 

Sa, 09.01.2016, 19.00 h / Aula

Salon Privé
Als krönender Abschluss des Ausstellungs- und Performanceprojektes Aufgerissenen Auges: Transmanieristische Reaktionen wird der halbseidene und semiprivate Salon Privé in der Aula der Akademie der bildenden Künste Wien einem weiteren Performance-Marathon ein Podium bieten. Verschiedenste Methoden eines künstlerisch-performativen Schaffens werden beleuchtet und durch eine Bühneninszenierung mehr in den Fokus der Aufmerksamkeit gerückt.
Der Übergang von Performances mit kritisch-künstlerischer Praxis zu einem ausgelassenen Konzert mit tanzbarer Musik soll nicht nur eine Vielfalt an Praxen bezeugen, sondern auch diverse Lebensalltäglichkeiten einer einzelnen Künster_innen-Position aufzeigen. Die Frage nach einer Einheit im Inszenieren eines Künstler_innen-Ichs und nach der kapitalistischen Verbrauchbarkeit von speziell queeren und oder im "Creole" verorteten Künstler_innen soll gestellt und in Versuchen beantwortet werden.
Performances in chronologischer Reihenfolge:

Hotel Butterfly, Ana Hoffner, Zoe DeWitt, Brigitte Wilfing, Karolina Preuschl, Lime Crush, Pete Prison IV, Sweet Susie.

Vergangene Events:

Do, 19.11.2015, 19.30 h / xhibit, in den  Räumen 116, 117, S 15 sowie in den Gängen und Treppenhäusern des Hauptgebäudes im Rahmen der Eröffnung
Performance-Parcours

Mit Brigitte Wilfing, Moritz Gottschalk, Crazy Bitch in a Cave, Alexandru Cosarca, BURLIN MUD’s Metal Mang Orkaestra, Wilhelm Binder, Zoe DeWitt und Pete Prison IV.

19.00 h / Nische des Treppenaufganges zum xhibit
Wilhelm Binder

[seufz] – performativer Akt

Dieser performative Akt bezieht sich auf die gleichnamige Video-Arbeit in der Ausstellung. Ausgangspunkt ist das Unvermögen der Malerei und der Bildhauerei, die Gefühlsäußerung des Seufzen in Bild oder Skulptur einzufangen, wiederzugeben. Durch die Verlangsamung im Video und der Wieder- und Wiederholung im Akt nähert sich der Künstler* dieser mimisch und gestischen Bewegungsabfolge in Kombination mit ihrer hörbaren Atmung und Lauten. Seufzen vermittelt je nach Kontext und Intention verschiedene Emotionen, ein System aus (westlichen?) kulturellen Codes, die unterschiedlich entschlüsselt werden können. Es reichen Nuancen, um die Bedeutung und/oder die Rezeption zu verschieben.

19.23 h / xhibit
BURLIN MUD’s Metal Mang Orkaestra
Degrading/disintegrating performance over the course of the evening.

19.30 h / Foyer xhibit/Gemäldegalerie
Brigitte Wilfing
Zeichnungen mit ausgestrecktem Arm

Im phrasierten Spiel der Arme mit Rumpf und Kopf werden Bilder geformt, die den Körper in seiner kulturellen und sozialen Konstruktion lesbar machen. Die Performerin erzeugt temporäre Identitäten, die sich zunehmend der Repräsentation sozialer Ordnung entziehen. Durch Zuwendung zum materialen Eigenleben des Körpers tritt seine Präsenz in den Vordergrund. Er wird zum Subjekt des Erlebens und zeichnet.
Unterstützt von Im_flieger, imflieger.net

ab 19.30 h / Gang vor xhibit und so lange der Vorrat reicht
Pete Prison IV
Würschtelstand

19.30 h / Raum 117 im ersten Stock
Crazy Bitch in a Cave

Rolling the Dice

In einer klanglichen Versuchsanordnung lässt CBC sich auf den Zufall ein. Methoden der Aleatorik treffen Pop in einer andauernden Performance während der Ausstellungseröffnung. Ein musikalisches Würfelspiel mit ungewissem Ausgang.

19.45 h / Raum 116 im ersten Stock
Alexandru Cosarca
TROST or just a random techno lecture opera…

…erzählt die Geschichte von einem jungen Menschen, der an einer endogenen Psychose erkrankt. Motiviert auf der Suche nach Erfolg und Aufmerksamkeit verfällt er/sie/es in eine Schizophrenie und kann Realität und Fantasie nicht mehr auseinander halten. Eine Straßenbahnfahrt wird zu einem Rave, ein Psychiatrie-Aufenthalt zum Badeurlaub. Das Geschlecht, der Körper, die Sinne und die Wahrnehmung laden auf eine Achterbahnfahrt ohne Ende ein. Es bleibt nur noch ein Ausweg, um die Skulptur seines eigen Museums zu werden. TROST.
Mit Hiba und Tallal Shammout; Musik: Jakob Rüdesehr; Visuals: Stasy Zak.

20.00 h / Anatomiesaal (Raum S 15) im Souterrain
Zoe DeWitt
WHAT IS A BODY?

In dieser Vortragsperformance, die eigens für den Anatomiesaal der Akademie am Schillerplatz entwickelt wurde, gibt Zoe DeWitt einen Überblick über verschiedene abendländische Philosophien des Körpers – von den klassischen Konzeptionen von Plato und Aristoteles bis hin zum zeitgenössischen Ansatz von Jean-Luc Nancy. Indem sie die grundlegenden Vorannahmen dieser Philosophien einer finalen Obduktion unterzieht, zeigt sie, dass diese nicht nur auf Zusammenstellungen von entgegengesetzten metaphysischen Ideen beruhen, sondern auch als Ideologien fungieren, die dem Zweck dienen, menschliche Gesellschaften zu kontrollieren, und somit weit reichende politische Auswirkungen implizieren. Ihre ultimative Zurückweisung wird schließlich von Antonin Artauds leidenschaftlichem Ruf nach einem "Körper ohne Organe" und seiner Forderung artikuliert, den Körper ein letztes Mal auf den Seziertisch zu bringen, um seine Anatomie neu zu gestalten und von allen metaphysischen Restriktionen zu befreien.
Der Soundtrack der Performance besteht aus bisher unveröffentlichtem Material von Zoe DeWitts Musikprojekt Zero Kama, aufgenommen mit Instrumenten aus menschlichen Schädeln und Knochen.
(Sprache: Englisch.)

20.30 h / Foyer xhibit/Gemäldegalerie
Moritz Gottschalk & Brigitte Wilfing
Stylus Fantasticus

Der Paartanz Stylus Fantasticus fegt vom höfischen Parkett und seiner Etikette in den Kunstraum, wo er um manieristische Repräsentationsformen kreist, bis die Empfindung die Führung übernimmt. Das Phänomen des Spürens als Rückversicherung des postmodernen Subjekts legt die Spur dieses Tanzes. Titelgebend ist der gleichnamige barocke Musikstil, dessen Formen – Fantasia und Toccata – in ein choreografisches Spiel mit dem Geschlecht übersetzt werden. Durch Aneignung epochenspezifischer Gesten und Veränderung ihres Duktus erwächst ein empfindsamer Körper. Das Phantastische wird dabei auf ein dünnes Eis geführt, unter dem sich eine fragile Daseinsgeste bildet.
Musik: Jorge Sánchez-Chiong
Unterstützt von Im_flieger, imflieger.net

Tour de Parcours
Zum Performance-Programm im Rahmen der Ausstellung
"Aufgerissenen Auges: Transmanieristische Reaktionen"

Transmanierismen als eine performative Reaktion auf die Schwere oder Leichtigkeit der Luft, die uns umgibt. Luft im Sinne des sozialen Netzes – bestehend aus Kultur, politischer Macht, ökonomischem Kapital und gesellschaftlicher Konformität. Das Zurschaustellen der Manier von Künstler_innen, genauso wie das bewusste Nichtzeigen dieser Künstler_innen-Manier, stellt die konsumierbare Verbrauchbarkeit von speziell queeren und oder im "Creole" verorteten Künstler_innen als Frage in den Raum.

An zwei Abenden werden polare Methoden unterschiedlichster Performer_innen gezeigt, um einerseits die Spannweite, die eine eigene "Maniera" verlangt, zu demonstrieren, andererseits jedoch um der sehr komplexen Frage eine sehr komplexe Antwort entgegen zu stellen. Die Aneignung von Raum, die sich in einem bewegenden Migrationsprozess manifestiert, beschreibt die Thematik des Performance-Parcours (19.11.2015, 19.30 h). Als Gegenpol dazu steht der zweite Abend – Salon Privé (09.01.2016, 19.00 h) – unter dem Motto der platzierten Bühne, dem bewusst Performativen und einer gewissen Statik.

Was beiden Abenden als Grundidee innewohnt, ist die Darbietung einer sich zuspitzenden Konkurrenz, die sich dort zeigt, wo Manierismus erblüht. Die selbstbewusste Bewusstmachung der Möglichkeit eines eigenständigen Stils ist wohl die Ursache eines solchen Konkurrenzdenkens. Das Werkzeug der Kunst zu benutzen, um seine eigene Stimme in einer selbsterdachten Sprache zu sprechen, kann als Einsicht von Empowerment verstanden werden. Bezüge aus historisch-manieristischen Werken spielen genau so eine Rolle wie zeitgenössische, manieristische Gesten. Vorherrschende Hierarchien im Kunstbetrieb und die Verzehrung der Avantgarde in ein gut verdauliches Konsumprodukt im Mainstream sollen durch das Spiel mit deren Zeichen und Attributen an Bedeutung bzw. Stärke verlieren.

Ein nahezu infantiler Zugang soll über die Konzepte von Macht, Ordentlichkeit, Bedeutsamkeit hinweghelfen, der überintellektualisierten linksschweren Kunstkritik einen Dämpfer verpassen. Und pochen auf die Antwort, ob Empowerment aus einem System Systembejahend ist oder nicht. Diese Frage lässt sich leicht stellen in einem belustigenden, bizarr-grotesken Schauspiel. Doch lässt sich diese Frage auch so leicht beantworten? Wer hat die Macht, diese Fragen zu beantworten? (Text:  Moritz Gottschalk)

Fr, 04.12.2015

16.00 h / xhibit
Ein Gartenspaziergang

Elisabeth Priedl (Kunsthistorikerin) und Christian Hetlinger (Künstler und Kurator) beleuchten die kunsthistorischen Wurzeln und transhistorischen "Ismen" des Ausstellungskonzepts und einzelner Arbeiten. Was bedeutet "Transmanierismus" und wieso stellen verschiedene Ansätze der historischen Maniera nach wie vor ein aktuelles Diskursparadigma dar? Das parallele Lesen und Interpretieren von Moderne und Manierismus führte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu einer Neubewertung der Kunst des 16. Jahrhunderts und vice versa öffneten manieristische Konzepte Spiel- und Denkräume für zeitgenössische Künstler und Philosophen. Welche Räume "Transmanierismen" zu öffnen vermögen, wird Thema dieser Veranstaltung sein.

Alexandru Cosarca Einblick in den Performance-Parcours im Rahmen der Ausstellung Aufgerissenen Auges: Transmanieristische Reaktionen, 19.11.2015
Alexandru Cosarca: TROST or just a random techno lecture opera…, Performance im Raum 116
Foto: Viktor Brázdil

17.00 h / Raum 116 im ersten Stock
Alexandru Cosarca
TROST or just a random techno lecture opera…

…erzählt die Geschichte von einem jungen Menschen, der an einer endogenen Psychose erkrankt. Motiviert auf der Suche nach Erfolg und Aufmerksamkeit verfällt er/sie/es in eine Schizophrenie und kann Realität und Fantasie nicht mehr auseinander halten. Eine Straßenbahnfahrt wird zu einem Rave, ein Psychiatrie-Aufenthalt zum Badeurlaub. Das Geschlecht, der Körper, die Sinne und die Wahrnehmung laden auf eine Achterbahnfahrt ohne Ende ein. Es bleibt nur noch ein Ausweg, um die Skulptur seines eigen Museums zu werden. TROST.
Mit Hiba und Tallal Shammout; Musik: Jakob Rüdesehr; Visuals: Stasy Zak.

Perf Cosarca Alexandru Cosarca, Trost, 2015, Foto: Stasys Zak

Stand: 07.12.2015


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