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Eröffnung | 07.10.2014, 19.00 h
Ausstellungsdauer | 08.10.2014 - 09.11.2014
Ort | Akademie der bildenden Künste Wien, Hauptgebäude, Schillerplatz 3, 1010 Wien, xhibit

Öffnungszeiten: Di-So / 10.00-18.00 h / Eintritt frei
Sonderöffnungszeiten: 26.10.2014 (Nationalfeiertag) sowie 01.11.2014 (Allerheiligen) / 10.00-18.00 h

Zwei Projekte zum Schwerpunkt "Sanieren": DEATH ] [ PROOF von Christian Fröhlich mit Christopher Ghouse sowie DER GESAMTE HIMMEL IST ÜBERARBEITET von Sigrid Eyb-Green und Gerda Kaltenbruner mit Martin Beck, Anna Weiß und Studierenden des Instituts für das künstlerische Lehramt: Lisa Begeré, Lillian Bocksch, Andreas Buchner, Eva-Maria Eisner, Antonia Fätkenheuer, Veronika Gaitzenauer, Katharina Köck, Christiana Lugbauer, Leo Mayr, Pia Nagl, Lea Ruppert, Katharina Schwaller, Tomislav Stjepanovic, Sieglinde Stockner, Lisa Stumbauer, Lena Taubald, Alexander Trausner und Marvin Ziegler.

  Akademie der bildenden Künste Wien, rotes Parapetfeld mit Patina, Erdgeschoß (Ausschnitt). Vom Bildautor liebgewonnenes "falsches" rotes Parapetfeld.* Foto: Christian Fröhlich  

Eröffnung | Dienstag, 07.10.2014, 19.00 h
Begrüßung |  Eva Blimlinger, Rektorin der Akademie der bildenden Künste Wien
Einführung DEATH ] [ PROOF | Christian Fröhlich, Video-Künstler
Einführung DER GESAMTE HIMMEL IST ÜBERARBEITET | Gerda Kaltenbruner, Institut für Konservierung-Restaurierung, und Martin Beck, Institut für das künstlerische Lehramt

WAS BLEIBT

In der Ausstellung WAS BLEIBT kreuzen sich zwei verschiedene Blickachsen: zum einen wird dokumentiert, wie sich Gebrauch und Alterungsprozesse in ein Gebäude einschreiben, zum anderen wird der Fokus vom restaurierten Objekt auf konservatorisch-restauratorische Arbeitsprozesse an sich gelenkt. WAS BLEIBT ist die Kartierung von unsicherem Gelände und eine Spurensicherung im Dreh- und Angelpunkt des Geschehens.

DEATH ] [ PROOF
Sanierung. Umbau. Zerstören. Zu Tode sanieren.


Während Sie diese Ausstellung besuchen, befindet sich das gesamte Gebäude der Akademie der bildenden Künste Wien in einer Art Schwebezustand vor der ausstehenden Sanierung. Auch wenn es dabei um das Bewahren geht, läuft man immer Gefahr, etwas zu zerstören oder "zu Tode zu sanieren". Das Idiom "DEATH ] [ PROOF" bezeichnet die technische Ausführung einer Maschine, der die Nutzer_in dieser davor bewahrt, zu Tode zu kommen. Angewandt auf die Architektur stellt sich die Frage: Wie saniert man ein Gebäude, damit es am Ende baukulturell nicht zu Tode kommt? Die Antwort der Expert_innen ist keine eindeutige. Von Wiederherstellung in den patinierten Urzustand durch "Freilegen" bis Simulation von Vergangenheit durch Aufbringen neuer Schichten reicht das Spektrum.

  Akademie der bildenden
Künste Wien, S 05a, Zeichen-
saal "Aktsaal" / IBK
Foto: Christian Fröhlich
 
  Akademie der bildenden Künste Wien, E A3,
Studienbereich / IBK Performative Kunst
Foto: Christian Fröhlich
 

Das Projekt DEATH ] [ PROOF wirkt hier als Korrektiv und Momentaufnahme des Ist-Zustandes. Die Video-Portraits der Räume der Akademie am Schillerplatz bieten die einmalige Gelegenheit innezuhalten und zu beobachten, wie sich das Haus vor der Sanierung darstellt. Die Kamera und das Medium Video helfen uns dabei genauer hinzusehen. Details, Oberflächen, Materialien, marode Stellen, Patina ... das Wertvolle und das Liebgewonnene, das Praktikable und das Kuriose, an denen das menschliche Auge im Normalfall nur vorüberstreicht, werden durch das Kameraauge sichtbar, weil festgehalten. Eines ist jetzt schon klar, ohne werten zu wollen. So, wie in der Ausstellung DEATH ] [ PROOF wird der Hansen-Bau nicht mehr zu sehen sein.

  Akademie der bildenden Künste Wien, S 15a, Hörsaal
"Anatomiesaal"
Foto: Christian Fröhlich
 
  Akademie der bildenden Künste Wien,
DG 13, Gang / Zugang Dachboden
Foto: Christian Fröhlich
 

*Anm.: Alle Video-Portraits der über 100 Räume der Akademie wurden mit der gleichen Brennweite (30 mm), Belichtungszeit (1/60 sek.) und Lichtempfindlichkeit (ISO 400) in hochauflösenden Video-Bildern (4K@25fps) mit gleicher Länge (3 min.) aufgezeichnet.

DER GESAMTE HIMMEL IST ÜBERARBEITET.

In der Konservierung-Restaurierung von Kunst- und Kulturgut steht der restaurierte Gegenstand, "das Objekt", stets im Mittelpunkt der Betrachtungen. Es wird vermessen und dokumentiert, studiert, kartiert und auf vielfältige Weise untersucht, bevor Maßnahmen gesetzt werden und in das Werk eingegriffen wird. Am Ende dieses Prozesses verlässt das Werk den Schauplatz als "konserviertes-restauriertes Objekt".

Die Frage, die Der gesamte Himmel ist überarbeitet verhandelt, ist: Was passiert, wenn "das Objekt", der Kunst- oder Gebrauchsgegenstand, auf den alle diese Handlungen bezogen sind, aus dem Fokus gerückt wird? Gerät man, entsprechend dem englischen out of focus, in eine Zone der Unkonzentriertheit, oder stellt sich ein mitunter gar anregender Zustand der Unschärfe ein? Was bleibt, wenn die Hauptdarstellerin die Bühne verlässt? Entstehen neue Erzählungen, wenn die Handlung vom Brennpunkt auf Nebenschauplätze verlegt wird?

  Abnahme einer Übermalung von einer Wandmalerei,
Detail. Foto: Pia Nagl
 
  Watteröllchen. Foto: Sigrid Eyb-Green  

Zwischen-, Neben- und Abfallprodukte werden aus ihrem Arbeitszusammenhang gelöst und als Artefakte gewürdigt. Schlaglichtartig werden Momente des Arbeitsprozesses ausgeleuchtet, scheinbar willkürliche Spuren abgetastet, Verworfenes in Erinnerung gebracht; die Kohärenz und Schlüssigkeit der herkömmlichen Arbeitsdokumentation wird durch Weggeworfenes, Versuchtes, Fragmentarisches, Unschlüssiges und Gescheitertes konstruktiv gestört. Die Zögerlichkeiten und Zufälle, Unabwägbarkeiten und Überraschungen, aber auch Beschränkungen und Banalitäten eines Restaurierungsprozesses entfalten ihre eigene Sprache. Die Entstehung von Unruhe und Vexierbildern, von provozierten Missverständnissen ist dabei durchaus gewollt.

Der gesamte Himmel ist überarbeitet
wurde in Zusammenarbeit mit dem Institut für das künstlerische Lehramt entwickelt und umgesetzt. Studierende der Lehrveranstaltung Gestaltung und Kontext entwickelten dabei ein Präsentationssystem, das es erlaubt, die Ausstellungsobjekte in ihrer komplexen Funktion und Ästhetik zu erfassen und einen unverstellten Blick auf sie freizugeben. In diesem Dialog werden die der Ausstellung zugrunde liegenden Konzepte auf ihr Kommunikationspotenzial überprüft, thematische Zusammenhänge verfeinert und neue Verbindungen hergestellt.

  Drei Hasen aus PUR-Schaum.
Foto: Sigrid Eyb-Green
 
  Stützkonstruktion für ein Objekt aus Papiermaché.
Foto: Sigrid Eyb-Green
 

WAS BLEIBT. PROGRAMM.

Do, 16.10.2014, 16.00 h
DEATH ] [ PROOF. Videografie als Architektur-Instrumentarium

Fr, 24.10.2014, 16.00 h
Der gesamte Himmel ist überarbeitet: Ein Gespräch über Arbeitsprozesse in der Restaurierung

PUBLIKATION

Der gesamte Himmel ist überarbeitet von Sigrid Eyb-Green und Gerda Kaltenbruner
196 Seiten, 107 Farbabb., Verlag Letter P, ISBN 978-3-9503168-9-6, Eur 26,-

BESONDERER DANK

Judith Auer, Martin Auer, Josef Györgi, Johanna Digruber, Helmut Hempel, Michael Herbst, Jochen Käferhaus, Claudia Koch, Josef Kristaly, Robert Pelzer, Philip Schmoetten, Axel Sprenger, Karin Trojer, Rudolf Weisgrab, Julia Wikarski sowie Lehrende und Studierende des Instituts für Konservierung-Restaurierung und des Instituts für Kunst und Architektur.

*Aktuelle Befunde beweisen: "Die heutige Interpretation der roten Parapetfelder in den Gangzonen der Akademie ist falsch. Es liegt auf der Hand, dass auch hier ein durchgehender schwarzer Sockel existiert haben muss. (...) Da eine großflächige Freilegung der Originalfassung auszuschließen ist, ließe sich dies nur mit einer neuerlichen Übermalung erreichen." (aus: Untersuchungsbericht RIFF-OEG, 2008)

KURZBIOGRAFIEN

Martin Beck ist Künstler und Professor für Kontextuelle Gestaltung an der Akademie der bildenden Künste Wien. Seine Arbeiten beschäftigen sich mit Fragen von Historizität und Autorschaft und greifen häufig auf Diskurse aus Architektur, Design und Populärkultur zurück.

Sigrid Eyb-Green, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Konservierung-Restaurierung, Fachgebiet Papierrestaurierung. Promotion 2009 zu dem Freskenzyklus von Leopold Kupelwieser in der NÖ Statthalterei, wissenschaftliche Schwerpunkte: Kartonkunst, historische Quellenliteratur.

Christian Fröhlich arbeitet im Spannungsfeld von Architektur, Kunst und Medien. und betreibt seit 2008 das Studio HARDDECOR ARCHITEKTUR zusammen mit Johanna Digruber.
Österreichischer Baupreis (2006), Margarete-Schütte-Lihotzky Stipendium (2007), Senior Scientist am Institut für Kunst und Architektur der Akademie (2010–2013), Visiting Professor an der Artesis University Antwerp (2010–2013) und an der Kunstuniversität Linz (2013–2014).

Gerda Kaltenbruner, seit 2005 Lehrstuhl für Konservierung und Restaurierung moderner und zeitgenössischer Kunst an der Akademie der bildenden Künste Wien. Forschungsgebiete: Erhaltungsstrategien bei ephemeren Kunstformen und multimedialen Installationen; der Wandel konservierungsethischer Ansätze in der Erhaltung zeitgenössischer Kunst.


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