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Adaption der neuen Ausstellungsräume xhibit

Die xhibit Austellungsräume übersiedeln während der Renovierungsarbeiten am Schillerplatz in die Galerieräume in der Eschenbachgasse 11 | Ecke Getreidemarkt, 1010 Wien.

Das neue xhibitE  wird nach den Sanierungsarbeiten im Laufe des WS 2018|19 als Ausstellungsraum der Akademie der bildenden Künste Wien für zeitgenössische Kunst fungieren. Neben der Präsentation der Abschlussarbeiten werden die vom Ausstellungsbeirat nominierten Ausstellungsprojekte umgesetzt. 

DUNKLE ENERGIE. feministisch organisieren, kollektiv arbeiten

Eröffnung: Do., 15.03.2018, 19 h
Ausstellung: 16.03.–12.05.2018

posters_WomansArtLibrary_2015_c_WillCenci.jpg Posters from the Women’s Art Library in the exhibition Empowered Printwork, 310 NXRd, Goldsmiths, University of London (part of Radical New Cross, 2015), photo: Will Cenci 

Kuratorinnen: Véronique Boilard, Andrea Haas, Nina Hoechtl, Julia Wieger

Wie das All besteht die Welt der kulturellen Produktion zum größten Teil aus dunkler Energie und Materie.[1] Diese unsichtbaren Massen und Bewegungen bilden sich unter Anderem aus spontanen, amateurhaften, autonomen, aktivistischen, selbst-organisierten, kollektiven Praxen, die für feministische kulturelle Arbeit eine wichtige Rolle spielen. Gleichzeitig handelt es sich dabei aber auch um die un- oder unterbezahlte Arbeit jener, die sich bewusst der Sichtbarkeit entziehen, oder keine andere Wahl haben, als unsichtbar zu bleiben. Es ist die unsichtbare dunkle Energie, die den kulturellen Betriebe am Laufen hält!

Die Ausstellung untersucht feministische Formen der Organisation und Wissensproduktion im kulturellen Sektor. Sie rückt die visuellen, materiellen, performativen Eigenschaften feministischer kollektiver oder kollaborativer Praxen in den Vordergrund und fragt, wie solche Organisations- und Produktionsformen durch ihre ökonomischen Rahmenbedingungen beeinflusst werden und was dabei politisch ins Wanken kommt? Welches Wissen kann wann, wo und wie praktiziert, hergestellt und verbreitet werden?

Dabei werden Arbeiten und Herangehensweisen miteinander in Beziehung gebracht, die sich mit diesen Fragen aus feministischen, queeren und dekolonialen Perspektiven beschäftigen:  ortsspezifische Arbeiten zum neuen xhibitE Ausstellungsraum der Akademie der bildenden Künste Wien in der Eschenbachgasse, Archivrecherchen und künstlerischen Arbeiten zum Kunst- und Literaturverein Kiila (Keil) in Helsinki, zur Women’s Art Library in London, zum feministischen Kunstraum La Centrale in Montréal und der Vereinigung bildender Künstlerinnen Österreichs in Wien, ein Langzeitprojekt zum Thema Arbeit im/mit dem Casco Art Institute in Utrecht, und zwei Projekte, die in den Strukturen der Akademie der bildenden Künste Wien intervenieren.


[1]          Gregory Sholette, Dark Matter. Art and Politics in the Age of Enterprise Culture (London: Pluto Press, 2011).

Abschlussarbeiten 17|18

Eröffnung: Do., 21.06.2018, 16 h
Ausstellung:  22.06.–29.06.2018

FIELD WITHIN

Eröffnung: Do., 12.07.2018, 19 h
Ausstellung: 13.07.–15.09.2018

1 © Mariel Rodríguez, Klaus Leidorfer 

Kuratorin: Gudrun Ingenthron

Spezialschule für Bildhauerei (Arbeitstitel)

Eröffnung: Do., 18.10.2018, 19 h
Ausstellung: 19.10.–15.12.2018

2 Bianca Phos, Opazität, 2016 

Es ist die Idylle und Abgelegenheit, die in den ersten Presseberichten 1913 dem neu errichteten Bildhaueratelier der Akademie der Bildenden Künste im Prater zugeschrieben wird. Seit der ersten Stunde scheint hier eine Gegenwelt zur temporeichen Betriebsamkeit der Welt- und Kaiserstadt Wien gefunden, ein Paradies an der Peripherie der Geschäftigkeit.

Die Zuschreibung eines Sonderstatus zieht sich durch die Geschichte der „Spezialschule für Bildhauerei“ – sie hält sich bis heute. Diesen Sonderstatus einer wissenschaftlichen und künstlerischen Überprüfung zu unterziehen, ist Ausgangspunkt der Ausstellung. Er wird u.a. als subversive Strategie der Opazität, als interinstitutionelles Verhältnis und – insofern er sich auf die Idylle als Unbedarftheit bezieht – als sozialromantische Ideologie, die einem kritischen Blick nicht standhält, untersucht.

An vielen Beispielen ist zu sehen, wie stark die Protagonisten (ab 1921 auch ihre Protagonistinnen) ihre sozialen, politischen und künstlerischen Handlungsspielräume nutzten, reklamierten, zuweilen vergrößerten und sich als Akteur_innen mit dem jeweiligen Zeitgeschehen verwoben. So zum Beispiel verteidigten Bildhauer bis zuletzt die Kunst als Männerbastion; sie folgten der Denkschrift von 1938, die der Bildhauerei großes Potential für die Nazi-Propaganda zusprach; Lehrende wie Studierende beteiligten sich ebenso an der visuellen Produktion zur Aufrechterhaltung von kolonialen Hierarchien und (west-)eurozentrischen Binaritäten, etwa im Rahmen von Kooperationen mit dem angrenzenden Wurstelprater.

Kurator_innen und Ausstellungsbeiträge: Simone Bader, Jannik Franzen, Berivan Güngör, Marwa Abou Hatab, Katharina Hölzl, Pille-Riin Jaik, Ma Jia, Jakob Krameritsch, Emanuel Mauthe, Florian Mayer, Jelena Micic, Christian Mühlbauer, Bianca Phos, Markus Sigl und Heimo Zobernig.


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