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Kunst und Trans-/Inter-Humane Kommunikation (Jahresthema 16|17)

ROAD*REGISTERS.
Aufzeichnungen mobiler Lebenswelten

Eröffnung: Do, 29.09.2016, 19.00 h
Ausstellung: 30.09.–06.11.2016
Lange Nacht der Museen 2016: Sa, 01.10.2016
Kuratoren: Michael Hieslmair & Michael Zinganel
Mit Beiträgen von: Gerd Arntz, Boris Despodow, Thomas Grabka, Martin Grabner, Michael Hieslmair, Kurt Hörbst, Helmut Kandl, Johanna Kandl, Emiliya Karaboeva, Mindaugas Kavaliauskas, Matthias Klos, Las Vegas Studio, Sonia Leimer, Vesselina Nikolaeva, Katarzyna Osiecka, Zara Pfeifer, Tarmo Pikner, Lisl Ponger und Tim Sharp, Maximilian Pramatarov, Ed Ruscha, SOMAT-Archiv, Allan Sekula und Noël Burch, Gabriele Sturm, Tanja Vukosavljevic, Ina Weber, Želimir Žilnik, Michael Zinganel
Eine Ausstellung im Rahmen des WWTF-Forschungsprojektes STOP AND GO. Nodes of Transformation and Transition.
http://stopandgo.weblog.mur.at/publication/roadregisters/

Straßenverkehrskorridore repräsentieren Monumente der Modernisierung von Staaten und Staatenverbänden, gleichzeitig jedoch auch Imaginationsarsenale, an denen sich eine Vielzahl an Träumen (und Alpträumen) festmachen lassen. Sie fungieren wie Magnete, die sowohl Dinge als auch Individuen anziehen, die sich auf ihnen bewegen, an ihnen anlagern und deren Erfahrungen und Erlebnisse in den Statistiken der Kontrollorgane, den News-Clips der Massenmedien, in den Alltags-Geschichten der Straßenbenutzer_innen und Anrainer_innen, in Forschungsberichten und künstlerischen Arbeiten verzeichnet werden.
Insbesondere an Knoten, an denen der Verkehrsfluss angehalten wird – wie Bus-Terminals, Logistik-Zentren, Autobahnraststätten, Märkten oder Grenz-Stationen – lassen sich sowohl die Kontroll-Strategien (supra-)staatlicher Institutionen und großer Unternehmen ablesen, als auch die Motive und Biographien der sie passierenden Akteur_innen. Dabei entsteht ein dynamischeres Modell von Urbanität aus vernetzen Archipelagos, die sich mitunter von Nicht-Orten zu intimen Ankern im Alltag ihrer multilokalen Existenz verwandeln.

Road Registers Mindaugas Kavaliauskas, Kaunas second-hand car market, 2008. Courtesy of the artist


Weiterleben | In anderen Worten über Leben?

Eröffnung: Do, 17.11.2016, 19.00 h (im Rahmen der Vienna Art Week)
Ausstellung: 18.11.2016–08.01.2017
Kurator_innen: Delal Isci und Thiago de Paula Souza
Künstler_innen: Thomas Ender, Em’kal Eyongakpa, Lorenz Helfer, Clara Ianni & Clara Ianni in Zusammenarbeit mit Débora Maria da Silva, Monira Al Qadiri, Juliana dos Santos u. a.

Das Ausstellungs- und Rechercheprojekt Weiterleben | In anderen Worten über Leben? erprobt in Anlehnung an Jacques Derridas Essay Überleben (engl. Living On: Borderlines) eine intertextuelle Übersetzung von geographisch scheinbar disparat gerandeten Narrativen zu Ereignissen nach dem Ende der lokalen Geschichtsschreibung/Zeitgeschichte. Landschaftsansichten aus Brasilien, Obermesopotamien, Österreich, Kuwait und der afrikanischen Diaspora veranschaulichen im semiotischen wie architektonischen Raum Strategien und Ökologiebewegungen der lokalen Bevölkerung, die über die liminale Aufhebung von Leben hinaus fortbesteht. Eine lang angekündigte Apokalypse, die nicht einzutreten vermag. Mit dem Anthropozän wurde ein Begriff für eine neue geochronologische Epoche geprägt, der einen Zeitabschnitt umfassen soll, in dem der Mensch zum wichtigsten Einflussfaktor auf die biologischen, geologischen und atmosphärischen Prozesse der Erde geworden ist. In drei Kapiteln nähert sich die Ausstellung aus der Sicht der kritischen (native, horizontal, anarchist) Anthropology diesem Themenfeld an, aktiviert afrofuturistische, feministische, literarische und medienarchäologische Bilder und betont die ökonomischen, sozialen und historischen Aspekte von Narrativen zum Ende der Welt. Wie leben Erfahrungen, Bilder und Menschen am Ende einer von ihnen als Ende der Zeit empfundenen Geschichte weiter? Gibt es außerhalb der kontrollierten Geschichtsschreibung Möglichkeiten des Ausdrucks, die es erlauben, auch außerhalb und über solche historischen Ereignisse hinaus zu bestehen? Die künstlerischen Positionen der Ausstellung behandeln Erinnerung an Genozid, Massaker und Entortung, sowie die damit einhergehende Ökonomisierung und Erfahrung von Landschaft/Natur. Mit Thomas Enders Aquarellen aus Brasilien, sowie indigener materieller Kultur als ästhetische Produktion und den dialogisch ins Gespräch gesetzten Arbeiten der Künstler_innen, werden historische Kontinuitäten zwischen Kolonialismus als Projekt der Moderne und dessen Fortführung im Zuge von Klima- und Umweltpolitik im Globalen Süden, im Sinne von Bruno Latours Konzept der Diplomacy, gezeigt.Weiter leben Gestaltung und © Martin Embacher


Abschlussarbeiten 16–17

im Rahmen des Rundgangs 2017
Ausstellung: 19.–22.01.2017


Posthumane Komplizenschaften. Pro(s)thesis und Kritiken from within

Eröffnung: Do, 09.03.2017, 19.00 h
Ausstellung: 10.03.–14.05.2017
Kuratorinnen: Berenice Pahl, Felicitas Thun-Hohenstein und Amelie Buchinger, Andrea Popelka, Lisa Stuckey

Unsere Gegenwart ist gekennzeichnet von einem Technologieversprechen, das versucht Körper und Natur zum Zweck der kapitalistischen Indienstnahme zu durchdringen. Mit Hilfe medientechnologischer Apparate potenzieren wir unsere Weltaneignung und werden dabei  zu Komplizen einer globalisierten Technogegenwart. Die Ausstellung Posthumane Komplizenschaften zeigt den Besucher_innen künstlerische Praktiken, die unsere Mitbeteiligung an machtstrukturellen Ordnungen kritisch hinterfragen und konstruktiv umdeuten.
Unter dem Titel Pro(s)thesis kommt im ersten Ausstellungsteil die Prothese als Metapher für den Körper in der Enhancementgesellschaft zwischen den Polen der Technologisierung des Humanen und der Humanisierung der Technologie zu Wort. Ein besonderer Fokus wird dabei auf feministische künstlerische Arbeiten gerichtet, die mit Ironie und Humor Normierungsansprüchen des Herrschaftsdiskurses zuwider laufen. Individuell zum künstlerischen Artefakt wird die hochstilisierte Prothese so zum wirkungsvollen Zeichen von Selbst-Entwurf und Selbst-Ermächtigung.
Der zweite Teil Kritiken from within fragt nach den Möglichkeiten kritischer Auseinandersetzung unter den aktuellen technologischen Bedingungen. Eine verstrickte Kritik agiert aus einer verwobenen Position heraus, die immer in Bezug steht – zu Anderen, zu gesellschaftlicher Wirklichkeit und Geschichte. Posthumanismus ist dann nicht nur ein Thema, sondern ein Modus Operandi from within. Es ist ein Aufruf, sich für die Verbundenheit des Selbst mit Anderen und der eigenen Position innerhalb komplexer Machtverhältnisse zu sensibilisieren.


Abschlussarbeiten 16–17
Ausstellung: Mitte bis Ende Juni 2017

Stand: 24.08.2016


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