xhibit der Akademie der bildenden Künste Wien

Revers de Trompe

Eröffnung: Do, 01.10.2015, 19.00 h
Ausstellung: 02.10.–08.11.2015
Lange Nacht der Museen: Sa, 03.10.2015

Kurator: Siegfried Zaworka

Künstler_innen: Franz Bergmüller, Marcin Dudek, Erich Gruber, Doris Theres Hofer, Stefan Klampfer, Kris Lemsalu, Lucy McKenzie, Philips Angel van Middelburg, Nicole Miltner, Domenico Mühle, Markus Proschek, Almut Rink, Hans Schabus, Nicole Six & Paul Petritsch, Siegfried Zaworka

Revers Logo für Revers de Trompe, Entwurf und ©: Erich Gruber, Stefan Klampfer, Siegfried Zaworka

Unter dem historischen Begriff des Trompe-l'Œils wird häufig eine (möglichst) absolute Täuschung verstanden – als wäre der Indikator eines gelungenen "Täusche das Auge!" das völlige sich Absentieren des Kunstkontextes. Dabei liegt der Reiz gerade im Wissen um das Ausloten von Darstellungspotenzial, im grenzüberschreitenden Einsatz von Medien oder im Austausch und Wechselwirkung von Bildrealitäten und Bedeutungsebenen. Revers de Trompe verweist auf diese zeitresistenten Gestaltungsideen, die in der aktuellen Kunstpraxis in transformierter Weise weiterwirken. Die hier vereinten Arbeiten bergen strukturelle Verwandtschaften zu diesen Konzepten: raumübergreifend, selbstreflexiv und interaktiv, generieren diese ihre Besonderheiten im Verhältnis zu den Betrachter_innen.

Nicole Six & Paul Petritsch etwa vermessen im Raumbuch ein Atelier und verwenden dafür A4 als Maßeinheit sowie als Format eines Buches, in dem der fotografierte Raum 1:1 auf 2478 Seiten abgebildet ist – der Raum entfächert sich im Buch, das zudem als Medium auf seine Grenzen hin ausgelotet wird. In die zeitgenössischen Positionen wird in Kooperation mit der Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste Wien ein Stillleben Philips Angel van Middelburgs aus dem 17. Jahrhundert, der Hochblüte des Trompe-l'Œils, integriert.

Aufgerissenen Auges: Transmanieristische Reaktionen

Eröffnung und Performance-Parcours: Do, 19.11.2015, 19.00 h (im Rahmen der Vienna Art Week)
Ausstellung: 20.11.2015–10.01.2016
Finissage: 09.01.2016 Performance-Bash

Kurator_innen: Moritz Gottschalk, Christian Hetlinger, Roberta Lima, Matteo Patti und Ruby Sircar

Aschka Florian Aschka & Larissa Kopp: tweaked breeding, 2015 (Fotografie, 70 x 100 cm)

Künstler_innen: Florian Aschka, Annemarie Arzberger, Wilhelm Binder, Amoako Boafo, Hotel Butterfly, Alexandru Cosarca, Hendrick Goltzius, Crazy Bitch in a Cave, Roy Frederick Culbertson III, Captain Cunt, Veronika Dirnhofer, Andreas Dvorak, Veronika Eberhart, Julia Fuchs, Fanni Futterknecht, Parastu Gharabaghi, Moritz Gottschalk, Eva Hetmer, Leon Höllhumer, Miz Justice, Luisa Kasalicky, Jakob Lena Knebl, Larissa Kopp, Elke Liberda, Roberta Lima, Ahoo Maher, Andreas Messinger, Stephanie Misa, Soso Ntontis, Heti Prack, Karolina Preuschl, Pete Prison IV, Rini Mitra Swarnaly, Andrea Salzmann, Hans Scheirl, Ruby Sircar, Wooyoung Jun, Zoe DeWitt, Julia Zastava, Lena Rosa Haendle, Madame Pipistrelle, Patrick Weber, Alexandra Tatar uva.

In Zusammenarbeit mit Gemäldegalerie und Kupferstichkabinett der Akademie der bildenden Künste Wien.

Das Ausstellungs- und Performanceprojekt Aufgerissenen Auges: Transmanieristische Reaktionen setzt sich in einer kritischen Verspieltheit mit zeitgenössisch-queeren Manierismen auseinander. Das Kurator_innenteam lädt zur phantasievoll-grotesken Verzerrung des xhibit-Ausstellungsraums und weiteren Teilen des Schillerplatzes ein: überraschende, bildnerische und architektonisch dekorative Formen treffen auf Burleske-, Dragformate. Der historische Manierismus, der einen Bruch in jeglichem Ausdruck darstellt, findet in diesem transdisziplinären Projekt einen zeitgenössischen Spiegel. Hier wird das betrieben, was Gustav René Hocke in Die Welt als Labyrinth (1957) als "Sprach-Alchemie" bezeichnete: Epigrammartig stellen sich die Künstler_innen mit ihren Arbeiten sozioökonomischen Zwangsformen, die sich in aufkeimenden autokratischen Gewalten abbilden, queer und dekolonialisierend entgegen.

Der Projekttitel bezieht sich auf den manieristischen Garten Sacro Bosco von Bomarzo: hier spricht eine Sphinx zu den eintretenden Besucher_innen: "Wer nicht mit gehobenen Augenbrauen und zusammengekniffenen Lippen durch diesen Ort wandert, wird nicht einmal von den sieben Weltwundern beeindruckt sein." Die Welt der Wunder, die sich in einem manieristischen Gesamtkonzept niederschlägt, lädt das Gegenüber ein, schaffend und aktiv in gegebene Umstände einzugreifen, deren höchste Form der künstlerische Ausdruck und das Verständnis sind.

Der Garten als Ort der Manifestation und Diskussion um Künstlichkeit, Auflösung von bestehenden Systemen und das Überdenken von gegebenen Hierarchien soll hier zeitgenössisch definiert und besprochen werden. (Trans-)Manierismus kann als absolutes Empowerment verstanden werden, die Loslösung von gegebenen Umständen und die Schaffung der eigenen Physis als Grundlage. Flamboyant: Cyborg sein und im "Creole" verortet lautet das Manifest.

Abschlussarbeiten 15–16
im Rahmen des Rundgangs 2016
Ausstellung: 21.–24.01.2016

Unheimliche Materialien. Gründungsmomente der Kunsterziehung.
Ein kuratorisches Ausstellungs-, Recherche- und Vermittlungsprojekt
(Arbeitstitel)

Eröffnung: Do, 10.03.2016, 19.00 h
Ausstellung: 11.03.–15. o. 16.05.2016

Kuratorinnen: Elke Krasny, Barbara Mahlknecht

IKL Jahrbuch der Akademie der bildenden Künste Wien, 1941

Im Jahr 1941 wurde die Meisterschule für Kunsterziehung an der Akademie der bildenden Künste gegründet. Aus dieser ging das heutige Institut für das künstlerische Lehramt hervor. Im Jahr 2016 jährt sich dieses Gründungsdatum zum 75. Mal. Bis heute ist die Gründung der Meisterschule für Kunsterziehung während des Nationalsozialismus weitgehend unaufgearbeitet. Dieser Umstand bildet den Ausgangspunkt für das kuratorische Ausstellungs-, Recherche- und Vermittlungsprojekt Unheimliche Materialien. Gründungsmomente der Kunsterziehung.

Welche Rolle spielte die Kunsterziehung innerhalb der nationalsozialistischen Bildungspolitik? Welche Zusammenhänge gibt es zwischen der Meisterschule für Kunsterziehung und dem nationalsozialistischen Kunstbegriff? Welche Akteure und Akteurinnen entwickelten die Kunsterziehung während des Nationalsozialismus und in der Nachkriegszeit? Wie wurde die Kunsterziehung ideologisch orientiert?

Gemeinsam mit Archivar_innen, Aktivist_innen, Historiker_innen, Künstler_innen, Kunstvermittler_innen, Theoretiker_innen sowie Studierenden und Lehrenden des Instituts für das künstlerische Lehramt geht das kuratorische Team, Elke Krasny und Barbara Mahlknecht, diesen Fragen nach. Die Ausstellung verbindet Archivmaterialien aus dem Verwaltungsarchiv der Akademie der bildenden Künste Wien mit Ergebnissen aus forschungsgeleiteter Lehre und zeitgenössischen künstlerischen Auseinandersetzungen mit der Geschichte der Kunsterziehung.

Die Ausstellung ist dem "archival turn" verpflichtet und begreift das Archiv nicht als unbeweglichen Ort der Quellen, sondern als Akteur, als Produzent von Wissen. Die Ausstellung beruht auf dem Konzept des offenen Archivs: Workshops, Seminare, Performances, Diskussionen und Vorträge verhandeln die Geschichte der Kunsterziehung aus erinnerungspolitischer Perspektive.

Abschlussarbeiten 15–16
Ausstellung: Mitte bis Ende Juni 2016

Stand: 10.08.2015