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Datum | 11.05.2016, 11.00 h
Ort | Akademie der bildenden Künste Wien, Hauptgebäude, Schillerplatz 3, 1010 Wien, xhibit

Vermittlungprogramm im Rahmen von Unheimliche Materialien. Gründungsmomente der Kunsterziehung. Ein kuratorisches Ausstellungs-, Recherche- und Vermittlungsprojekt

 

Anna Artaker, KOMMENTIERTES JAHRBUCH 1941, Detailansicht, 2016
Foto: Lisa Rastl

 

 

Mi, 11.05.2016, 11.00 h, xhibit
The Missing Monument Commemoration in Progress
Workshop im Kontext der Lehrveranstaltung Commemoration in Progress von Zsuzsi Flohr (Englisch)
Das Seminar befasst sich mit den verschiedenen Konzepten von „Denkmal“ und „Erinnerung“. Denkmal wird dabei nicht bloß als physisches Objekt im Raum, sondern als gesellschaftliches Wissen und als Form der Erinnerung aufgefasst. Das Seminar behandelt auch ein spezifisches historisches Ereignis, das mit der Institution, in der wir arbeiten, der Akademie der bildenden Künste Wien, in Zusammenhang steht: 1938 wurden jüdische Angestellte, Studierende und Lehrende aus der Akademie vertrieben, im selben Jahr wurden Jüdinnen und Juden auf Initiative der Akademie auch vom Schillerplatz vertrieben. Der Schillerplatz war einer der wenigen öffentlichen Parks, der Juden noch offenstand. Obwohl die Spuren dieser Geschichte heute zugänglich sind, gibt es kein Denkmal zur Erinnerung an die Vertriebenen.

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Weitere Programmpunkte:

Fr, 13.05.2016, 16.00 h, xhibit
Kuratorinnenführung (Deutsch/Englisch)

Vergangene Programmpunkte:

Mi, 16.03.2016, 16.00 h, xhibit
A Look Back into the Museum

Performance-Vortrag mit Imayna Caceres/Pêdra Costa/Verena Melgarejo Weinandt von Wer hat Angst vor dem Museum? (Englisch)
Allgemein wird das Museum als Institution verstanden, die sich künstlerischen, kulturellen, historischen und wissenschaftlichen Artefakten widmet und sie für die Öffentlichkeit zugänglich macht. Aus einer dekolonialen Perspektive allerdings sind Museum und Wissenschaft Einrichtungen für Kunst und Wissen, welche die Gründungsmomente einer Geschichte der Entmenschlichung, von Supremacism und von vielfältiger Gewalt darstellen. Obwohl diese Kunst und dieses Wissen eine zentrale Rolle in der anhaltenden strukturellen Unterdrückung marginalisierter Gruppen spielen, sind die Mittel, die notwendig wären, um die Konsequenzen ihrer ideologischen Regime zu adressieren und anzugehen, bisher nicht zur Anwendung gekommen. Welche Werkzeuge müssten hergestellt werden, um über das Museum als einen Ort des Eurozentrismus zu reflektieren, der bisher eine Gruppe rassifizierter Subjekte als Objekte analysiert und verhandelt? Und in dem diese kulturelle Produktion die Basis für jenes hierarchische System bildet, dem wir gegenüber stehen. In unserem performativen Vortrag werden wir ausgehend von sich überkreuzenden dekolonialen, queeren, dritte-Welt und lateinamerikanischen Identitäten die Rolle des Museums und sein Verhältnis zu historischen Wunden, Othering und Entmenschlichung thematisieren und darüber reflektieren, welche Rolle Kunsterziehung spielen konnte, um mit diesen historischen Kontinuitäten zu brechen.

Di, 05.04.2016, 13.30–17.30 h, xhibit
In heimgesuchten Archiven: (post-)nationalsozialistische Zeiten, dekoloniale Zukünfte

Workshop mit Sekretariat für Geister, Archivpolitiken und Lücken (Nina Höchtl und Julia Wieger) (Englisch)
Wir adressieren das Archiv als Medium, um seine Im/Materialität zu untersuchen. Die Teilnehmer_innen des Workshops sind eingeladen, Materialien aus zwei sehr unterschiedlichen Archiven danach zu befragen, wie Nationalsozialismus, Kolonialismus und (De-)Kolonialität in ihnen vor - kommen: das Archiv der Vereinigung der bildenden Künstler_innen Österreichs (VBKÖ) und das Universitätsarchiv der Akademie der bildenden Künste Wien, die beide von Nationalsozialismus und Kolonialität heimgesucht sind. In diesen Archiven befinden sich Dokumente, die NS-Verstrickungen und Kolonialität bezeugen und gleichzeitig Auslassungen zeigen, die es notwendig machen, ihre Lücken zu lesen.
Im Workshop werden wir unter anderem folgenden Fragen nachgehen:
Wie wollen wir mit Archivmaterialien umgehen, um Konstellationen zwischen Nationalsozialismus, Kolonialismus und Kolonialität zu untersuchen? Könnte die Analyse dieser Konstellationen dazu dienen, mögliche Formen dekolonialer Zukünfte auszumachen? Was können queere, feministische und postkoloniale Praxen und Theorien, kombiniert mit dekolonialen Auseinandersetzungen, der Forschung im Archiv beibringen? Wie könnte bildende Kunst zur Dekolonialität von Archiven beitragen? Wie könnte (De-)Kolonialität den Sinn und die Methode von vergleichender Forschung und Archivpolitiken hinterfragen?

Symposium (Deutsch/Englisch):
Mi, 20.04.2016, 9.30–21.00 h, Mehrzwecksaal (Atelierhaus)
Do, 21.04.2016, 10.00–16.00 h, Mehrzwecksaal (Atelierhaus)
Sa, 23.04.2016, 15.00-19.00 h, Aktsaal (Hauptgebäude)

Vorträge, Diskussionen und Workshops mit:
Tal Adler/Friedemann Derschmidt/Elisabeth Samsonow/Karin Schneider/Anna Szöke/Niko Wahl, Eva Blimlinger, Zsuzsi Flohr/Benjy Fox-Rosen/ Eduard Freudmann/Eva Reinold/Luisa Ziaja, Minna L. Henriksson, Gila Kolb, Elke Krasny, Martin Krenn, Barbara Mahlknecht, Verena Pawlowsky, Birgit Peter, Sabine Plakolm-Forsthuber, Suely Rolnik, Dirk Rupnow, Anna Schürch, Bernadette Settele, Nora Sternfeld

Kuratorinnen: Elke Krasny und Barbara Mahlknecht
Moderator: Dirk Rupnow

Im Jahr 1941 wurde die Meisterschule für Kunsterziehung an der Akademie der bildenden Künste Wien gegründet. Aus dieser NS-Gründung ging das heutige Institut für das künstlerische Lehramt hervor. 2016 jährt sich die Gründung zum 75. Mal. Dies ist der Anlass für die von Elke Krasny und Barbara Mahlknecht kuratierte Ausstellung Unheimliche Materialien. Gründungsmomente der Kunsterziehung sowie für das die Ausstellung begleitende Symposium.

Das Symposium Vom Archiv ausgehend. Institutionelle Geschichte(n), Regime der Bildung, künstlerische Praxen und Erinnerungspolitiken greift die folgenden in der Ausstellung Unheimliche Materialien. Gründungsmomente der Kunsterziehung behandelten Themen auf: Institutionelles Gedächtnis und historische Forschung, NS-Kunsterziehung, nationalsozialistische Bildungspolitik am Standort Wien, Erinnerungspolitiken und künstlerischen Praxen sowie zentral die Frage nach dem Archiv und den unterschiedlichen Zugriffen auf seine Materialien.

PROGRAMM

20.04.2016, 19.00 bis 21.00 h, Mehrzwecksaal (Atelierhaus)

9.00 am coffee
9.30 am
Eva Blimlinger, Rector, Academy of Fine Arts Vienna
Andrea B. Braidt, Vice-Rector for Art and Research, Academy of Fine Arts Vienna
9.45 am Introduction
Elke Krasny and Barbara Mahlknecht, Curators
10.00 am Lecture (German, English translation as exposé)
Eva Blimlinger, Historian, Rector of the Academy of Fine Arts Vienna
Institutionen, Geschichte und Erinnern – Geschichtswissenschaft und Erinnerungspolitik
(Institutions, History and Memory: Historiography and the Politics of Memory)
10.30 am Lecture (German, English translation as exposé)
Verena Pawlowsky, Historian
Die Akademie der bildenden Künste Wien im Nationalsozialismus. Lehrende, Studierende und Verwaltungspersonal
(The Academy of Fine Arts Vienna and National Socialism. Lecturers, Students, and Staff)
11.00 am break
11.30 am Lecture (German, English translation as exposé)
Sabine Plakolm, Art Historian, Technische Universtität Vienna
„Hier wächst die junge weibliche Kunstgarde heran“ (1938). Zur Ideologisierung des Kunstunterrichtes in der NS-Zeit am Beispiel der Wiener Frauenakademie („Hier wächst die junge weibliche Kunstgarde heran“ (1938). The Women’s Academy—On the Ideology of Arts Education in the Nazi Period)
12.00 am Lecture (German, English translation as exposé)
Birgit Peter, Lecturer Institut for Theater Studies, Vienna
together with Klaus Illmayer, Claudia Mayerhofer, Gertrude Sitpschitz, Gerald Tschank
Konfliktreiche Auseinandersetzungen. Zur Erinnerungspolitik des Wiener Instituts für Theater-, Film- und Medienwissenschaft (Contested Arguments. On the politics of remembrance at the Institut for Theater, Film and Media Studies at the University of Vienna)
12.30 am Lecture (English)
Elke Krasny and Barbara Mahlknecht, Curators, Academy of Fine Arts Vienna
Uncanny Materials. Founding Moments of Art Education 1941
1.15 pm Lunch break
2.15 pm Presentation (English)
Martin Krenn, Artist
The Friedenskreuz St. Lorenz-Memorial. Social Sculpture, Permanent Installation, and Public
Space

2.45 pm Presentation (English)
Zsuzsi Flohr/Benjy Fox-Rosen/Eduard Freudmann/Eva Reinold/Luisa Ziaja
On the Politics of History. Ritual, Discourse, Invervention and Re-configuration at the Morzinplatz Vienna
3.15 pm Conversation (English)
With Martin Krenn, Zsuzsi Flohr/Benjy Fox-Rosen/Eduard Freudmann/Eva Reinold/Luisa
Ziaja
, moderated by Dirk Rupnow
3.45 pm break
4.15 pm Conversation (English)
Minna L. Henriksson and Nora Sternfeld
Challenging the Archive – Transnational Perspectives on Art and History
5.00 pm Presentation (English)
Tal Adler/Friedemann Derschmidt/Karin Schneider/Anna Szöke/Niko Wahl
Conserved Memories – History Making in Austria Told in Stories and Pictures
5.45 pm Conversation (English)
With Tal Adler/Friedemann Derschmidt/Karin Schneider/Anna Szöke/Niko Wahl
moderated by Dirk Rupnow
6.15 pm break
7.00 pm Keynote Lecture (English)
Suely Rolnik, Psychoanalyst, Art and Cultural Critic, Curator, Professor at the Catholic
University of São Paulo (PUC-SP)
Thinking from the knowing-body a micropolitics to resist the colonial-capitalistic unconscious
The colonial-capitalistic unconscious rules over the politics of production of subjectivity and of desire that emerged in Western Europe and was imposed in several regions of the globe since the 16th century, through the colonial enterprise, inextricably linked to the emergence of capitalism. The disconnection from the knowing-body –its fundamental characteristic–, is the cruellest violence exerted by the colonial-capitalistic operation from the micropolitical perspective, as well as what grounds it on this realm. In its contemporary version, based on financialized capital and the neo-liberal state, the colonial operation was extended throughout the planet and refined its power strategies, complexifying its micropolitical dispositives. From this results the limit situation that we live today everywhere, and also the difficulty in deciphering it. This implies the need to go beyond the macropolitical strategies of resistance to the intolerable, typical of leftist positions. In the face of the micropolitical strategy of power, we need to resist also micropolitically. To combat the colonial-capitalistic unconscious in ourselves, reactivating the knowing-body in the task of deciphering the present, as the compass of the thinking actions of desire, is the condition to shift effectively the current state of things.
8.00 pm Discussion with Suely Rolnik, moderated by Barbara Mahlknecht and Elke Krasny

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Do, 21.04.2016, 10.00–16.30 Uhr, Mehrzwecksaal (Atelierhaus)

Workshops

Mit der Arbeitsgruppe „Kunst, Pädagogik, Geschichte“ – Gila Kolb, Barbara Mahlknecht, Anna Schürch, Nora Sternfeld, Bernadett Settele
Anmeldung unter: conference_arteducation@akbild.ac.at

Workshop 1
Material auslegen, Quellen stellen

Gila Kolb, Anna Schürch, Bernadett Settelecur
Etwas tun mit historischen Objekten und Dokumenten aus dem eigenen Fach: Wie kann das gehen, wo führt das hin – und was hat das mit uns zu tun? Welche Inhalte, welche Kategorien fallen auf? Welche Verbindungen lassen sich ziehen? Mit einer „Leseprobe“ nach Achim Lengerer sollen im Workshop performative Ansätze der Lektüre erprobt werden.

Für die Teilnahme:
Bringen Sie bitte eine kunstpädagogische Quelle mit, die Ihnen strittig vorkommt und die Fragen aufwirft. Bereiten Sie Ihr Material bitte für den Workshop so auf, dass es am Workshop genutzt und ausgelegt werden kann (Originale, Kopien, Ausdrucke, Fotografie o.ä.). Und last but not least: Recherchieren Sie den Kontext Ihrer Quelle soweit, dass Sie diesen anderen vermitteln können.Als Quelle gilt all das, was über die Vergangenheit als Mittel zum Zweck der historischen Erkenntnis befragt werden kann.

Workshop 2
Kunst für Alle? Das Völkische in der Bildung verlernen
Barbara Mahlknecht und Nora Sternfeld
Wenn „Kunst für alle“ propagiert wird, denken wir oft an eine bildungspolitische Forderung nach Demokratisierung, es handelt sich aber möglicherweise auch um eine rechtspopulistische Vision. Denn wer sind alle? Und wer ist das Volk? Der Workshop widmet sich problematischen Strängen in der Geschichte der „Kunsterziehung“, ihren visuellen und völkischen Dimensionen. Ziel ist die Entwicklung eines Blicks dafür wie Diskurse und Bildregime ideologische Logiken organisieren. Als Propagandamedien erschienen im Nationalsozialismus u.a. zwei zentrale Kunstzeitschriften: Die Kunst im Deutschen Reich wurde im Parteiverlag für die „Überwachung der gesamten geistigen und weltanschaulichen Schulung und Erziehung der NSDAP“ herausgegeben. Darüber hinaus verlegte Hitlers persönlicher Fotograf, Heinrich Hoffmann, zwischen 1939 und 1944 die Zeitschrift Kunst dem Volk. Beide Zeitschriften, die Kunst dem Volk und Die Kunst im Deutschen Reich sind im Universitätsarchiv der Akademie der bildenden Künste verzeichnet; Die Kunst im Deutschen Reich wurde als Lehr- und Anschauungsmaterial im „Seminar Kunstbetrachtung“ an der Meisterschule für „Kunsterziehung“ verwendet.

Im Workshop werden wir gemeinsam Originalmaterialien sichten und erforschen. Wie sind die Kunstzeitschriften aufgebaut? Welcher Struktur folgen sie, welche Narrative und Topoi werden konstruiert? Wie lassen sich diese Motive lesen? Und was bedeutet es aus einer gegenwärtigen Perspektive in Kunst und Bildung mit diesen Materialien zu arbeiten? Welche Kontinuitäten lassen sich im Fach „Kunsterziehung“ bis heute nachverfolgen? Welche Effekte
hat eine „völkische“ Formierung der „Kunsterziehung“ möglicherweise bis in die Gegenwart? Und wie lässt sich das Völkische in der Kunstvermittlung verlernen?

Gila Kolb, Kunstpädagogin und Kunstvermittlerin, derzeit wissenschaftliche Mitarbeiterin im Institut für Kunst & Kunsttheorie der Universität zu Köln. Zuvor: Wiss. Mitarbeiterin an der Universität Bremen (2013–2015), Stipendiatin des Promotionskollegs Gestalten und Erken nen (2011–2013), Vertretung der Professur „Kunst“ an der PH Heidelberg (2011–2012), wiss. Mitarbeiterin an der Kunsthochschule Kassel (2007–2011). Arbeitsschwerpunkte: Zeichnenkönnen im Kunstunterricht; Strategien aktueller Kunstvermittlung. Publikationen: What’s Next? Art Education (2015, mit Torsten Meyer), Shift (2012, mit Christine Heil & Torsten Meyer), Blog aligblok.de sowie die Interviewplattform arteducatorstalk.net

Barbara Mahlknecht ist an den Schnittstellen von kuratorischer Praxis, Forschung, kritischer Kunstvermittlung und universitärer Lehre tätig. Sie arbeitet am Institut für das künstlerische Lehramt der Akademie der bildenden Künste Wien. Zuletzt arbeitete sie zum Archiv im Verhältnis zu Ausstellung, Recherche und Vermittlung, feministischer kuratorischer Praxis und Theorie,
transgressiven Räumen der Bildung sowie Praxen künstlerischer Produktion von Öffentlichkeit als Sphäre von Dissens. Sie (co-)kuratierte u.a. A Proposal to Call (Kunsthalle Exnergasse, 2015); Gesprächsreihe Kunst und Bildung (Depot, 2014); Projecting Out into the Community (Interviewprojekt, 2013); The Subjective Object. Eine (Wieder-)Aneignung anthropologischer Bilder (Ausstellung/ Publikation, Grassi Museum Leipzig, 2012), Producing Publics-Presence as a Strategic Tool? (Konferenz/Publikation 2012, Galerie für zeitgenössische Kunst, Leipzig). Sie arbeitete u.a. für die Generali Foundation Wien und die Manifesta 7 (Italien).

Anna Schürch, Dozentin an der Zürcher Hochschule der Künste ZHdK, tätig in Forschung und Lehre im Bereich Art Education. Studium Lehramt für bildende Kunst sowie Kunstwissenschaft in Basel. Dissertationsprojekt zur Geschichte der Zeichenlehrer_innausbildung in der Schweiz; Projekte zur Fachentwicklung im Rahmen des Forschungslabors für Künste an Schulen FLAKS www.zhdk.ch/flaks, zuletzt Kalkül und Kontingenz (2013–2015); weitere Arbeitsschwerpunkte: kunstpädagogische und fachdidaktische Theoriebildung, forschendes Lernen, Vermittlung von Gegenwartskunst und Performance.

Bernadett Settele, Kunstvermittlerin und -theoretikerin, forscht am Schnittpunkt von Kunst und Gesellschaft, Theorien und Praxen. Wiss. Mitarbeiter_in für Kunstpädagogik/Kunstvermittlung an der Hochschule Luzern Design+Kunst. Forscht seit 2015 im Projekt What Can Art Do? Zur Relevanz politisch engagierter Kunst seit 1960. Sie leitete von 2009 bis 2011 „Kunstvermittlung in Transformation“ am Institute for Art Education der Zürcher Hochschule der Künste. 2007 Leitung der Kunstvermittlung der 5. berlin biennale. Mitgliedschaften: AG Kunst Pädagogik Geschichte, AG Affekttheorie SGGS (Schweizerische Gesellschaft für Geschlechterforschung), BDK, FG Gender. Co-Organisator_in Kunstpädagogisches Kolloquium Loccum 2015.

Nora Sternfeld ist Professorin für Curating and Mediating Art an der Aalto University in Helsinki. Sie ist Teil des Wiener Büros trafo.K, das an Forschungs- und Vermittlungsprojekten an der Schnittstelle von Bildung, Kunst und kritischer Wissensproduktion arbeitet (mit Ines Garnitschnig, Renate Höllwart und Elke Smodics). Weiters ist sie im Leitungsteam des /ecm — Masterlehrgang für Ausstellungstheorie und -praxis an der Universität für angewandte Kunst Wien sowie im Kernteam des Netzwerks schnittpunkt. ausstellungstheorie & praxis. Darüber hinaus ist sie Teil von freethought, Plattform für Forschung, Bildung und Produktion (mit Irit Rogoff, Stefano Harney, Adrian Heathfield, Mao Mollona and Louis Moreno). In diesem Zusammenhang ist sie eine der Kurator_innen der Bergen Assembly 2016.

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Sa, 23.04.2016, 15.00-19.00 h, Aktsaal

How to turn the archive into a dispositive that allows the germination of the
seeds of futures brutally interrupted in the past?

Workshop with Suely Rolnik in the context of the Symposium Turning (to) the Archive.
Institutional Histories, Educational Regimes, Artistic Practices, and Politics of Remembrance
curated by Elke Krasny and Barbara Mahlknecht

The globalised art world has been overtaken in recent decades by a true obsession with investigating, producing, exhibiting and acquiring archives. What has caused the emergence of this desire in the current context? What politics of desire move the different archiving initiatives and their modes of presentation? How, when and to what extent do the different attitudes adopted and the dispositives they invent, create conditions for these initiatives to activate those artistic practices thinking in the present – necessarily under different forms, but with a similar degree of density and of power of contamination?

The intention will be to mobilise the knowing-body of the participants in order to face, from its perspective, the following challenges: How to create dispositives for archiving based in the body memory and its affects, instead of the memory of facts and their representations? How to make the archive itself an activation of the poetic potency of the investigated materials? A dispositive that traverses the traumas of the past in order to heal their effects in the present?
To sum up, how to turn the archive into a dispositive that allows the germination of the seeds of futures brutally interrupted in the past?

Suely Rolnik, based in Sao Paulo, is a psychoanalyst, art and cultural critic, curator, professor at the Catholic University of Sao Paulo (PUC-SP) and was guest professor at the master Independent Studies Program (MACBA, Barcelona, 2008–2014). She was exiled in Paris (1970–1979) where she graduated in Sociology, Philosophy and in Clinical Human Sciences and obtained master and doctoral degrees in Clinical Human Sciences. She obtained Ph.D. in Social Psychology at PUC-SP. She has lectured widely, published numerous essays and authored, among other books, Antropophagie Zombie (2012), Archive Mania (Documenta 13, 2011) and, with Felix Guattari, Micropolilitica. Cartografias do desejo (1986), published in 8 countries (in the USA: Molecular Revolution en Brazil, 2007). In her research on Lygia Clark’s work, she created the Archive for a workevent (65 films of interviews in which she convokes the knowing-body memory of Clark’s propositons and of their cultural environment), curated a retrospective exhibition at the Museé Le des Beaux-Arts de Nantes (2005) and at the Pinacoteca do Estado de Sao Paulo (2006), as well as the archive exhibitions in different countries. She was one of the founders of the Rede Conceptualismos del Sur and curatorial team advisor at the 31. Bienal de Sao Paulo (2014). She was a member of the jury of the Casa de las Americas Prize (Cuba, 2014) and, actually, from Prince Claus Award (2015–2017).

For the workshop, please register at: conference_arteducation@akbild.ac.at

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Di, 03.05.2016, 15.00–17.30 h, xhibit
Visiting Unheimliche Materialien. Gründungsmomente der Kunsterziehung.

Ausstellungsbesuch im Rahmen der von Belinda Kazeem-Kaminski geleiteten Lehrveranstaltung Fachdidaktik Kunst, Öffentlichkeit und Geschichtspolitik (Deutsch)
Die Studierenden der Lehrveranstaltung besuchen die Ausstellung Unheimliche Materialien. Gründungsmomente der Kunsterziehung und reflektieren über die Arbeit am und mit dem Archiv und die damit verbundenen Geschichtspolitiken und deren Ein- und Ausschlüsse.

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Di, 10.05.2016, 17.00 h, Treffpunkt: xhibit
1941: Ein geschichtspolitischer Walk in Wien
mit Studierenden der von Elke Krasny geleiteten Lehrveranstaltung Kunst und Öffentlichkeit (Deutsch)
Gemeinsam werden Orte, die mit der Geschichte des NS-Regimes und der Gründung der Meisterschule für Kunsterziehung in Zusammenhang stehen, besucht und diskutiert.


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