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Opening | 17.10.2019, 19.00 h
Exhibition duration | 18.10.2019 - 14.12.2019
Ort | xE – Ausstellungsraum der Akademie der bildenden Künste Wien, Eschenbachgasse 11, Ecke Getreidemarkt, 1010 Wien

Kurator_innen und Ausstellungsbeiträge: Simone Bader, Jannik Franzen, Berivan Güngör, Marwa Abou Hatab, Katharina Hölzl, Pille-Riin Jaik, Ma Jia, Jakob Krameritsch, Emanuel Mauthe, Florian Mayer, Jelena Micic, Christian Mühlbauer, Bianca Phos, Markus Sigl und Heimo Zobernig.

 

Bianca Phos, Opazität, 2016

 

Es ist die Idylle und Abgelegenheit, die in den ersten Presseberichten 1913 dem neu errichteten Bildhaueratelier der Akademie der Bildenden Künste im Prater zugeschrieben wird. Seit der ersten Stunde scheint hier eine Gegenwelt zur temporeichen Betriebsamkeit der Welt- und Kaiserstadt Wien gefunden, ein Paradies an der Peripherie der Geschäftigkeit.

Die Zuschreibung eines Sonderstatus zieht sich durch die Geschichte der „Spezialschule für Bildhauerei“ – sie hält sich bis heute. Diesen Sonderstatus einer wissenschaftlichen und künstlerischen Überprüfung zu unterziehen, ist Ausgangspunkt der Ausstellung. Er wird u.a. als subversive Strategie der Opazität, als interinstitutionelles Verhältnis und – insofern er sich auf die Idylle als Unbedarftheit bezieht – als sozialromantische Ideologie, die einem kritischen Blick nicht standhält, untersucht.

An vielen Beispielen ist zu sehen, wie stark die Protagonisten (ab 1921 auch ihre Protagonistinnen) ihre sozialen, politischen und künstlerischen Handlungsspielräume nutzten, reklamierten, zuweilen vergrößerten und sich als Akteur_innen mit dem jeweiligen Zeitgeschehen verwoben. So zum Beispiel verteidigten Bildhauer bis zuletzt die Kunst als Männerbastion; sie folgten der Denkschrift von 1938, die der Bildhauerei großes Potential für die Nazi-Propaganda zusprach; Lehrende wie Studierende beteiligten sich ebenso an der visuellen Produktion zur Aufrechterhaltung von kolonialen Hierarchien und (west-)eurozentrischen Binaritäten, etwa im Rahmen von Kooperationen mit dem angrenzenden Wurstelprater.


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