Akademie der bildenden Künste Wien

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An der Akademie der bildenden Künste Wien wurde Frauen das Architekturstudium ab dem Studienjahr 1920/21 ermöglicht.

 

Helene Duczynska, um 1920, Fotograf unbekannt

 

Die ersten in Österreich tätigen Architektinnen erhielten ihre Ausbildung an der Kunstgewerbeschule in Wien (Universität für angewandte Kunst Wien); andere Studienmöglichkeiten für Frauen gab es an der Technischen Hochschule Wien (TU Wien), an der Technischen Hochschule Graz (TU Graz) oder überhaupt außerhalb Österreichs.(1) An der Akademie der bildenden Künste Wien wurde Frauen das Architekturstudium ab dem Studienjahr 1920/21 ermöglicht.(2)


Die Schülerlisten der Wiener Kunstgewerbeschule (3) verzeichnen bereits im Schuljahr 1882/83 sieben Architekturstudentinnen, jedoch erst 1916 schloss Elisabeth Niessen als erste Frau die Fachklasse für Architektur bei Heinrich Tessenow ab. Margarete Schütte-Lihotzky absolvierte 1919 bei Oskar Strnad, sie gilt als die erste österreichische Architektin von internationalem Rang. Nur wenige Frauen, die ein Architekturstudium an der Kunstgewerbeschule mit Diplom abschließen konnten, wandten sich danach tatsächlich ihrem Fach zu.
Frauen galten in der zeitgenössischen Kritik als ungeeignet für den Beruf der Architektin – zum einen, weil man(n) dem weiblichen Geschlecht die Fähigkeit zur Abstraktion und zum analytisch-mathematischen Denken absprach, zum anderen, weil die Rolle der Frau in der Gesellschaft in einem klischeehaft engen Bereich angesiedelt war. Daher erkämpften sich die meisten der frühen Architektinnen in Österreich ihre Positionen als Innenarchitektinnen, arbeiteten im Bereich Design und Dekoration oder in Partnerschaft mit einem männlichen Kollegen.(4)

An der Technischen Hochschule Wien (5) waren Frauen ab 1919 als ordentliche Hörerinnen zugelassen, die erste Diplomandin war 1923 Friederike Neumann. Helene Koller-Buchwieser schloss die TH Wien 1937 mit Diplom ab und legte 1940 als erste Frau die Baumeisterprüfung ab. Die erste Frau, die die Ziviltechnikerprüfung ablegte, war Liane Zimbler im Jahr 1938, sie gilt als die meistbeschäftigte Architektin in der Zwischenkriegszeit. Von 1920 bis 1940 absolvierten an der TU Wien 43 Frauen.(6)

Als erste Frau an der Technischen Hochschule Graz (7) inskribierte Anna-Lülja Praun 1925 Architektur; 1934 schloss Hertha Rottleutner-Frauneder ihr Studium mit Diplom ab. Bedeutende Architektinnen dieser Zeit waren beispielsweise auch Ella Briggs-Baumfeld (Studium der Malerei an der Kunstgewerbeschule, Studium der Architektur in München, 1920 Abschluss als Diplomingenieurin) sowie Friedl Dicker-Brandeis (Privatschule Johannes Itten, später bei Walter Gropius am Bauhaus in Weimar), deren erfolgreiches Schaffen – und Leben – wie das so vieler anderer durch Verfolgung und Vertreibung während der Zeit des Nationalsozialismus brutal beendet wurde.

Studienakt, Doppelbogen, Vordruck im Folioformat der Architekturschule, 1. Seite mit den Stammdaten und Studiendaten von Helene Duczynska, die Einträge in Handschrift mit schwarzer Tinte, die Registriernummer 296 in roter Tinte UAAbKW, Studierendenakt Nr. 296 Helene Duczynska, © UAAbKW 

Erst ab dem Studienjahr 1920/21 waren Frauen zum Studium an der Akademie der bildenden Künste Wien zugelassen. Insgesamt 14 Frauen immatrikulierten im Wintersemester 1920/21 an der Akademie, die meisten in den Fächern Malerei und Bildhauerei. Nur zwei Frauen wurden an der Meisterschule für Architektur aufgenommen. Bemerkenswert ist, dass die allererste Frau, die im ersten Jahr der Zulassung von Frauen an der Akademie immatrikuliert hat, eine Studentin der Architektur war, nämlich Helene Duczyńska.(8)

Helene (Ilona) Marie Duczyńska (9), geboren am 11. März 1897 in Brunn, Maria Enzersdorf, studierte ab dem Wintersemester 1920/21 für drei Semester an der Meisterschule für Architektur (10) unter der Leitung von Professor Friedrich Ohmann. Im Sommersemester 1922 ist im Studienakt angemerkt: „Über Weisung d. Profs. gestrichen 6. Mai 1922.“ Dieser Eintrag bedeutet, dass sie im Sommersemester 1922 offenbar nicht mehr zum Unterricht erschienen ist.

Gedruckter Studienakt der Architekturschule der Technischen Hochschule in Wien, 1. Seite eines Bogens in Folioformat aus blauem Papier mit den Stammdaten und Studiendaten von Helene Duczynska, die Einträge in Handschrift mit schwarzer Tinte Archiv der TU Wien, Matrikelnummer 100/1920, Nationale Helene von Duczynska, © Archiv der TU Wien 

Als Vorbildung ist im Studienakt Oberrealschule, ein Semester an der Architekturschule an der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) in Zürich sowie ein weiteres an der dortigen Fachschule für Mathematik angegeben. Die bereits absolvierten Hilfsfächer (wissenschaftliche Fächer) an der ETH Zürich (11) und an der TH Wien (12) werden ihr für das Studium angerechnet. Eine Nachfrage im Archiv der ETH Zürich ergab, dass Helene Duczyńska (13) zunächst ab Oktober 1915 für ein Semester an der Architekturschule (I. Abteilung) studierte und im März 1916 an die Schule für Fachlehrer in Mathematik und Physik (VIII. Abteilung) übertrat. Ihre Noten waren durchwegs gut. Am 3. Oktober 1916 exmatrikulierte sie.

Handgeschriebener Brief von Helene Duczynska mit schwarzer Tinte, mit mehreren Stempeln sowie hand- und maschinengeschriebenen Vermerken des Rektorats. In dem Brief bittet sie, von der Architekturschule in die Schule der Fachlehrer für Mathematik und Physik übertreten zu dürfen. ETH Zürich, Duczynska, von, Helene, geb. 11.03.1897. Matrikel zum Studium an der ETH Zürich, EZ-REK 1/1/14201, eigenhändiger Brief von Helene Duczynska an das Rektorat, 7.4.1916, © ETH Zürich 

Im Studienjahr 1920/21 und im Wintersemester 1921/22, also parallel zu ihrem Studium an der Akademie, ist Helene Duczyńska als außerordentliche Hörerin an der TH Wien (14) inskribiert und belegt in dieser Zeit Fächer aus dem Bereich der Bauschule. Einige Jahre später studiert sie neuerlich an der TH Wien, allerdings bereits unter dem Nachnamen ihres Mannes, Polanyi (15): Im Studienjahr 1928/29 ist sie an der Allgemeinen Abteilung/Lehramt inskribiert und belegt eine Reihe von mathematischen Fächern. Während des zweiten Studienjahres wechselt sie die Studienrichtung und belegt Technische Physik. Insgesamt ist sie bis 1931/32 volle vier Studienjahre inskribiert.(16)

gedruckter Studienakt der Architekturschule der Technischen Hochschule in Wien, 1. Seite eines Bogens in Folioformat mit den Stammdaten und Studiendaten von Helene Duczynska, mit handschriftlichen Einträgen in schwarzer und blauer Tinte (Detail des oberen Teils). Archiv der TU Wien, Matrikelnummer 633/1928-29, Nationale Helene Polanyi geb. Duczynska, Detail, © Archiv der TU Wien 

Helene (Ilona) Duczyńska, die erste (Architektur-)Studentin an der Akademie der bildenden Künste Wien, ist außerdem eine überaus interessante Persönlichkeit mit einer spannenden Biografie.(17) Väterlicherseits stammt sie aus einer adeligen polnischen Militärfamilie, ihre Mutter ist Ungarin. Schon im Alter von 18 Jahren kommt sie in Kontakt mit linksintellektuellen Gruppen und ungarischen Widerstandskämpfern. In Zürich soll sie Freundschaft mit dem russischen marxistischen Sozialdemokraten Wladimir Iljitsch Lenin, dessen Ehefrau Nadeschda Konstantinowna Krupskaja und polnischen und russischen Revolutionären geschlossen haben. Nach ihrem Studium an der ETH Zürich geht sie wieder nach Wien, arbeitet mit österreichischen Kommunisten zusammen, wird zu einer Gefängnisstrafe verurteilt und gilt als Mitbegründerin der Kommunistischen Partei Ungarns (KPU). Es folgen Jahre der journalistischen Tätigkeit, Mitgliedschaften bei der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Österreichs (SDAP), später bei der Kommunistischen Partei Österreichs (KPÖ). 1936 geht sie nach Großbritannien und ist im britischen Kriegseinsatz tätig. 1947 emigriert sie schließlich mit ihrem Mann Karl Polanyi und der gemeinsamen 1923 geborenen Tochter – der Wirtschaftswissenschaftlerin Kari Polanyi-Levitt – nach Kanada und ist Autorin sozialwissenschaftlicher und historischer Publikationen. Am 24. April 1978 stirbt sie mit 81 Jahren in Pickering am Ontariosee.

Helene Duczyńska war also, ebenso wie Wilhelmine Ohmann (18), die als zweite Frau Architektur an der Akademie inskribierte, nach ihrem Abgang von der Akademie nicht als Architektin tätig.
Auffällig ist das Verhältnis der Geschlechter im Fach Architektur im Studienjahr 1920/21: zwei Frauen gegenüber 88 männlichen Studierenden; dies sollte sich in den kommenden Jahren kaum ändern. Die Zahl der weiblichen Studierenden bewegte sich zwischen einer und zwei Frauen, die pro Studienjahr in die Meisterschulen eintraten; erst in den 1950er-Jahren erhöhte sich der Frauenanteil allmählich.
Die frühen 1920er-Jahre waren gleichzeitig eine Zeit des Umbruchs für die beiden Meisterschulen für Architektur, sowohl personell als auch für den Architekturunterricht an der Akademie. Nach dem Abgang Leopold Bauers 1919 wurde seine Meisterschule von Franz Krauss geführt.(19) Friedrich Ohmann, Leiter der zweiten Meisterschule für Architektur, wurde krankheitsbedingt von seinem Assistenten Josef Hofbauer vertreten.(20)
Darüber hinaus gab es jahrelange Diskussionen und Verhandlungen mit dem Unterrichtsministerium und der Technischen Hochschule über die Anerkennung des Architekturstudiums an der Akademie und deren Stellung gegenüber der TH.(21)

Die erste Absolventin der Architektur an der Akademie ist Martha Bolldorf-Reitstätter (22) (19.02.1912 Innsbruck–13.06.2001 Eisenstadt): Nach ihrer Ausbildung an der Gewerblichen Bundesanstalt Wien tritt sie 1931 in die Meisterschule Holzmeister ein und schließt ihr Studium mit Diplom 1934 ab.(23) Schon 1930 arbeitete sie (bis 1938) in seinem Atelier. 1937 übernimmt sie die Innengestaltung des Funkhauses in der Argentinierstraße. Seit 1938 selbstständig tätig, ist Bolldorf-Reitstätter 1942–1944 als Architektin an der Ostfront mit Stadtplanungsaufgaben betraut ; 1944–1946 im Baueinsatzstab für kulturelle und historische Baudenkmäler, ist sie bei der Kriegsschädenbeseitigung der Wiener Innenstadt und von Eisenstadt maßgeblich beteiligt. 1944–1948 ist sie an der Technischen Hochschule Wien inskribiert. Ihre Karriere setzt sie nach 1945 nahtlos fort: Sie plant Nachkriegssiedlungen sowie öffentliche und Sakralbauten in Städten und Gemeinden Österreichs; 1954–1970 ist sie vor allem in Eisenstadt tätig. Außerdem arbeite
t sie als Stadtplanerin und Möbeldesignerin.

Bemerkenswert ist bei allen Studentinnen der Architektur ihre gute Vorbildung: Vor Besuch der Akademie besuchten sie entweder die Kunstgewerbeschule oder die TH, eine Gewerbliche Bauschule (HTL) oder studierten im Ausland. So hat etwa Susanne (Zsuszanna) Bánki (24) drei Semester Bauhaus (1931/32 bei Mies van der Rohe) und anschließend einen Besuch der Kunstschule Frankfurt (1932/33) aufzuweisen.(25) 1936 schließt sie als zweite Frau bei Clemens Holzmeister mit Diplom ab.

Es gibt noch viele interessante Persönlichkeiten (wieder) zu entdecken, so beispielsweise Margarete Zak (Studium an der Kunstgewerbeschule 1930–1934, 1936–1938 an der Akademie bei Clemens Holzmeister und Alexander Popp), die zusammen mit Ada Gomperz im Atelier Erich Boltenstern tätig war und 1938 in die USA emigrieren musste (26), oder die Chilenin Inés Victoria Maier-Gonzalez (Architekturschule der Chilenischen Staatsuniversität, Studium bei Holzmeister/Popp, Diplom 1939, Staatsprüfung 1940), die jahrelang als Architektin in Chile tätig war.(27)

Schwarz-Weiß-Foto von Prof. Nasrine Seraji, Porträtansicht von vorne mit kurzen dunklen Haaren, schwarzer Kleidung, vor gestreiftem Hintergrund. Nasrine Seraji, Foto A-125, UAAbKW, © UAAbKW 

Noch länger dauerte es, bis Frauen als Lehrkräfte des Architekturstudiums eingesetzt wurden. Die erste war wohl Elisabeth Baudisch, die ab 1953 Assistentin bei Lois Welzenbacher war. Zählt man die 1936 von Clemens Holzmeister begründete Meisterklasse für szenische Kunst zum Architekturstudium, dann wäre Erika Schepelmann-Rieder die erste Assistentin, sie war ab 1942 an der Fachmeisterschule für Bühnenbildnerei und Festgestaltung, geleitet von Emil Pirchan, tätig. Später, ab 1976, wirkte Erika Zangerl an der Meisterschule für Architektur Roland Rainer. Die erste Professorin für Architektur war Martha Schreieck, Gastprofessorin ab 1995; weitere Gastprofessorinnen waren Catrin Pichler und Petra Gruber (beide ab 1998). Die erste ordentliche Professorin war Nasrine Seraji-Bozorgzad (ab 1996/97), die zweite war Farshid Moussavi (ab 2002).(28)

Das heutige Geschlechterverhältnis ist mit 84 weiblichen* zu 85 männlichen* Architekturstudierenden (Wintersemester 2020/21) sowie 60 Absolventinnen zu 71 Absolventen (von 2010 bis 2020) (29) nahezu ausgeglichen. Betrachtet man jedoch die Zahlen der selbstständigen Architekt_innen in Österreich – von 4.494 Architekt_innen mit aufrechter Befugnis sind 2.782 männlich und lediglich 601 weiblich (30) – scheint das Ungleichgewicht keineswegs beseitigt zu sein.

Fußnoten:

1 Siehe dazu Sabine Plakolm-Forsthuber, Künstlerinnen in Österreich 1897–1938. Malerei. Plastik. Architektur, Wien 1994; ARGE Architektinnen und Ingenieurkonsulentinnen (Hg.), Frauen in der Technik von 1900 bis 2000. Das Schaffen der österreichischen Architektinnen und Ingenieurkonsulentinnen. [Ausst.Kat.] Wien 1999; Anne Bauer, Ingrid I. Gumpinger, Eleonore Kleindienst, Frauenarchitektouren. Arbeiten von Architektinnen in Österreich, Salzburg–München 2004.

2 Zur mühevollen Geschichte der Zulassung von Frauen an der Akademie siehe Barbara Doser, Das Frauenkunststudium in Österreich. 1870–1935, Dissertation Innsbruck 1988; Archivist’s Choice, https://www.akbild.ac.at/resolveuid/b52b8f95b639b74292a8fdfa0aa50436.

3 Ausführlich behandelt bei Plakolm-Forsthuber, Künstlerinnen in Österreich, S. 237ff.

4 Patricia Zacek, Einleitung. Denkspur – Exkurs zur weiblichen Intelligenz, in: Frauen in der Technik, S. 20f.; Plakolm-Forsthuber, Künstlerinnen in Österreich, S. 237ff.

5 Juliane Mikoletzky, Eine Erfolgsstory mit Hindernissen. Zur Entwicklung des technischen Frauenstudiums in Österreich, in: Frauen in der Technik, S. 22f. Zu den einzelnen Architektinnen siehe Plakolm-Forsthuber, Künstlerinnen in Österreich, S. 250ff.; Frauen in der Technik, S. 25ff.; Bauer/Gumpinger/Kleindienst, Frauenarchitektouren, S. 11ff.

6 Zum Vergleich: An den beiden Meisterschulen für Architektur an der Akademie der bildenden Künste Wien waren es im gleichen Zeitraum acht Frauen.

7 Bauer/Gumpinger/Kleindienst, Frauenarchitektouren, S. 11ff.; Plakolm-Forsthuber, Künstlerinnen in Österreich, S. 250ff.; Frauen in der Technik, S. 25ff.

8 Die frühen Studierendenakten haben keine Matrikelnummern, sondern durchlaufende Registriernummern. Geht man nach diesen Nummern, wäre Helene Duczyńska mit der Nummer 296 die allererste Studentin, die an der Akademie der bildenden Künste Wien offiziell immatrikuliert und inskribiert war.

9 Universitätsarchiv der Akademie der bildenden Künste Wien (UAAbKW), Studierendenakt (Stud) 296 Helene Duczynska. Sie gibt ihren Mädchennamen an, obwohl sie zu dieser Zeit noch mit ihrem ersten Mann Tivadar Sugar verheiratet war, siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Ilona_Duczy%C5%84ska.

10 Bis 1921/22 Spezialschule für Architektur, danach Meisterschule für Architektur.

11 Höhere Mathematik, Darstellende Geometrie, Architektonisches Entwerfen, Einführung in die Architektur, Perspektive und Kunstgeschichte.

12 Demnach absolvierte sie 1920/21 Formenlehre, Architekturgeschichte, Hochbau, Ornamentales Zeichnen sowie Konstruktionsübungen.

13 ETH Zürich, EZ-REK 1/1/14201, Matrikel zum Studium an der ETH Zürich, Duczynska, von, Helene, geb. 11.03.1897. Angaben laut Studienakt: von Ducsyńska, Helene, von Lemberg (Galizien) (sic!). Als Vorbildung gibt sie das Reifezeugnis der Landes-Oberrealschule in Baden (NÖ) (mit Auszeichnung) an.

14 Archiv der TU Wien, Matrikelnummer 100/1920, Nationale Helene von Duczynska. Freundliche Mitteilung Archiv der TU Wien, Mag. Dr. Paulus Ebner.

15 Ihr Ehemann war der ungarisch-österreichische Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler Karl Polanyi.

16 Archiv der TU Wien, Matrikelnummer 633/1928-29, Nationale Helene Polanyi geb. Duczynska. Interessanterweise gibt sie die drei Semester Studium an der Akademie nicht an.

17 Angaben im Folgenden laut https://de.wikipedia.org/wiki/Ilona_Duczyńska.

18 Tochter des Leiters der Meisterschule für Architektur an der Akademie Friedrich Ohmann und mit Architekt Hans Pfann verheiratet; nach einem Studium an der Kunstgewerbeschule blieb sie für nur ein Semester an der Akademie. UAAbKW, Stud 355 Wilhelmine Ohmann. Wilhelmine Ohmann ist auch die Stifterin des Pfann-Ohmann-Preises.

19 Leopold Bauer, seit 1913 Leiter der Meisterschule für Architektur, war nach Protesten seiner Studenten mit Ende 1918 beurlaubt, von Jänner 1919 bis 1921 leitete Franz Krauss interimistisch die Schule; Bauers offizieller Rücktritt erfolgte am 18.4.1919. Die Suche nach einer Nachfolge und Regelung der Neubesetzung zog sich über mehrere Jahre hin, schließlich wurde Peter Behrens berufen, die offizielle Bestellung erfolgte erst im März 1922. Walter Wagner, Die Geschichte der Akademie der bildenden Künste in Wien, Wien 1967, S. 320ff.

20 Friedrich Ohmann leitete seit 1904 die zweite Meisterschule für Architektur, war jedoch schon seit einiger Zeit krank. Assistenten Ohmanns waren Anton Köstler (1914–Dezember 1919) und Josef Hofbauer (1919–1924). Die interimistische Leitung der Meisterschule übernahmen Josef Hofbauer ab Jänner 1922 und im WS 1923/24 Peter Behrens. Die offizielle Pensionierung Ohmanns erfolgte im Dezember 1923. Clemens Holzmeister wurde im Jänner 1924 zu dessen Nachfolger gewählt, die offizielle Ernennung erfolgte im Oktober 1924. Wagner, ebenda.

21 Wagner, ebenda; Wilfried Posch, Holzmeister – die Wiener Akademie 1924–1961, Anfang und Ende des Meisterschulgedankens und die immerwährende Reform, in: Archiv für Baukunst/Christoph Hölz (Hg.), Gibt es eine Holzmeister-Schule? Clemens Holzmeister | 1886–1983 | und seine Schüler, Innsbruck 2015, S.111ff.

22 AKL XII, 1996, 390; Frauen in der Technik, S. 51; Ilse Korotin (Hg.), biografiA: Lexikon österreichischer Frauen, Band 1, Wien 2016, S. 373; Iris Meder, Women Designers and Architects in Early Twentieth Century in Vienna, in: Helena Seražin, Emilia Maria Garda, Caterina Franchini, Women’s Creativity since the Modern Movement (1918–2018): Toward a New Perception and Reception, Ljubljana 2018, S. 50ff.

23 UAAbKW, Stud 1213 Martha Reitstätter.

24 UAAbKW, Stud 1385A Susanne Bánki.

25 https://www.degruyter.com/document/database/AKL/entry/_30009159/html; Beatrix Bastl: „Die Herrschaft des Abschaums“. Universitätsarchiv und Universitätsbibliothek der Akademie der bildenden Künste Wien von 1933 bis 1948, In: Mitteilungen der Gesellschaft für Buchforschung in Österreich 2012, H. 2, S. 7–28.

26 http://ns-zeit.akbild.ac.at/.

27 Mitteilung Sophie Hochhäusl, Ass.-Prof. für Architekturgeschichte an der University of Pennsylvania.

28 Vgl. dazu Walter Wagner, S. 400ff.; Martin Bilek/Akademie der bildenden Künste Wien (Hg.), Die Akademie der bildenden Künste 1967/68 bis 1991/92 − Statistik der Meisterschulen und Institute, Wien 1992; Anja Weiberg/Akademie der bildenden Künste Wien (Hg.), Die Akademie in der Zeitenwende, Wien 2002.

29 https://unidata.gv.at/.

30 Laut Auskunft der Bundeskammer der ZiviltechnikerInnen; die restlichen 1.111 sind Gesellschaften. Ähnlich die Zahlenverhältnisse bei den inaktiven Architekt_innen: derzeit gesamt 1.393, davon 1.065 männlich zu 328 weiblich); ich danke MArch BSc. Linda Lackner für die aktuellen Daten und Zahlen.

Literatur:

ARGE Architektinnen und Ingenieurkonsulentinnen (Hg.), Frauen in der Technik von 1900 bis 2000. Das Schaffen der österreichischen Architektinnen und Ingenieurkonsulentinnen. [Ausst.Kat.] Wien 1999

Beatrix Bastl, „Die Herrschaft des Abschaums“. Universitätsarchiv und Universitätsbibliothek der Akademie der bildenden Künste Wien von 1933 bis 1948, in: Mitteilungen der Gesellschaft für Buchforschung in Österreich 2012, H. 2, S. 7–28

Anne Bauer, Ingrid I. Gumpinger, Eleonore Kleindienst, Frauenarchitektouren. Arbeiten von Architektinnen in Österreich, Salzburg–München 2004

Megan Marie Brandow-Faller, An Art of their Own. Reinventing Frauenkunst in the Female Academies and Artist Leagues of Late Imperial and First Republic Austria, 1900–1930, Diss. Washington, D.C., 2010

Barbara Doser, Das Frauenkunststudium in Österreich. 1870–1935, Dissertation Innsbruck 1988

Ana María Fernández García, Caterina Franchini, Emilia Garda, Helena Seražin (Hg.), MoMoWo. 100 Works in 100 Years, European Women in Architecture and Design. 1918–2018, Ljubljana 2016

Ilse Korotin (Hg.), biografiA: Lexikon österreichischer Frauen, Band 1, Wien 2016

Iris Meder, Women Designers and Architects in Early Twentieth Century in Vienna, in: Helena Seražin, Emilia Maria Garda, Caterina Franchini, Women’s Creativity since the Modern Movement (1918–2018): Toward a New Perception and Reception, Ljubljana 2018, S. 50ff

Elisabeth Johanna Michitsch, Frauen – Kunst – Kunsthandwerk. Künstlerinnen in der Wiener Werkstätte, Diplomarbeit Wien 1993

Verena Pawlowsky, Die Akademie der bildenden Künste Wien im Nationalsozialismus. Lehrende, Studierende und Verwaltungspersonal, Wien–Köln–Weimar 2015 und http://ns-zeit.akbild.ac.at/

Sabine Plakolm-Forsthuber, Künstlerinnen in Österreich 1897–1938. Malerei. Plastik. Architektur, Wien 1994, S. 237ff

Margarethe Poch-Kalous, Das Frauenstudium an der Akademie der bildenden Künste in Wien, in: Akademie der bildenden Künste Wien (Hg.), 100 Jahre Hochschulstatut, 280 Jahre Akademie der bildenden Künste in Wien, Wien 1972, S. 204ff

Wilfried Posch, Holzmeister – die Wiener Akademie 1924–1961, Anfang und Ende des Meisterschulgedankens und die immerwährende Reform, in: Archiv für Baukunst/Christoph Hölz (Hg.), Gibt es eine Holzmeister-Schule? Clemens Holzmeister | 1886–1983 | und seine Schüler, Innsbruck 2015, S.111ff

Despina Stratigakos, Architects in Skirts: The Public Image of Women Architects in Wilhelmine Germany, in: Journal of Architectural Education, Vol. 55, no. 2 (Nov. 2001), S. 90–100


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