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]a[ Universitätsbibliothek
Datum | 26.01.2017, 19.00 h
Ort | Akademie der bildenden Künste Wien, Hauptgebäude, Schillerplatz 3, 1010 Wien, Universitätsbibliothek (Lesesaal)

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe Donnerstags in der Bibliothek

 

Iris Blauensteiner, Kopfzecke (Kremayr & Scheriau, Wien 2016)

 

Moderation: Clara Stern

Eine Erinnerung, die verschwimmt, ein Mensch, der immer dünner wird - das ist, was die Protagonistin in Iris Blauensteiners Debütroman “Kopfzecke” mit ansehen muss. Sie pflegt ihre demenzkranke Mutter, so gut es geht, doch die nimmt ihr die Luft zum Atmen. In stillen Szenen und poetischen Bildern beschreibt die Autorin das Wechselspiel aus Distanzierung und Nähe, das gemeinsame Erinnern und Vergessen. Ein einfühlsamer Roman über einen der schwierigsten Abschnitte im Leben einer Tochter, der uns - à la Kopfzecke - schonungslos unter die Haut fährt.

Iris Blauensteiner, geboren 1986 in Wien, Studium der Digitalen Medien bei Constanze Ruhm an der Akademie der bildenden Künste Wien und der Theater-, Film- und Medienwissenschaft an der Universität Wien. Etliche Preise und Stipendien, u.a.: Start-Stipendium für Filmkunst des BKA 2014, Award für „Beste Österreichische Nachwuchsfilmerin“ bei VIS 2014 für den Kurzfilm „Schwitzen“. Ihr Debütroman "Kopfzecke" erschien im August 2016 im Verlag Kremayr & Scheriau.

 

Vergangene Termine

06.10., 19.00 h | Open Context I: Geviert. Ausstellung von Danielle Pamp, Emilia Sundqvist, Ahoo Maher und Wilhelm Binder

Studierende der Klasse für Kontextuelle Malerei der Akademie der bildenden Künste Wien bespielen unter „Open Context“ an vier Abenden im Wintersemester 2016/2017 den Lesesaal der Akademiebibliothek. Die erste Veranstaltung „Geviert“ am 6.10. zeigt Bilder, eine Videoinstallation und eine Performance von und mit Wilhelm Binder, Ahoo Maher, Danielle Pamp und Emilia Sundqvist. Zum ersten Mal gemeinsam präsentieren sie eine Arbeit, die der Frage nachgeht: Kann Kunst etwas in den Fokus rücken, indem sie wegnimmt oder auslässt?  Kolorierungen fehlen, Perspektiven sind unvollständig und Zitate bleiben in den Arbeiten fragmentarisch und thematisieren damit die Bibliothek als sozialen Raum, der ein Nebeneinander aus unvollständigem Flüstern, abgebrochenen Gesten und verborgener Mimik ist.

opencontext1.jpg Innocente, Danielle Pamp, 2016, 70x120cm

Wilhelm Binder, geboren 1984 in Wien, studiert seit 2012 Kontextuelle Malerei an der Akademie der bildenden Künste Wien. Kollaborateur in mehreren Kollektiven (Hotel Butterfly, Friday Exit, Kollektiv Fourdummies). Gruppenausstellungen unter anderem im xhibit, mo.ë, Galerie 3 und Produzentengalerie.

Ahoo Maher, geboren 1990 in Teheran/Iran, studiert seit 2011 Kontextuelle Malerei an der Akademie der bildenden Künste Wien. Mitglied des Derang Duetts und des Morgenland Chambers Orchestra Osnabrück. Einzelausstellungen in der Public Domain (Wien) und der Dastan Basement Galerie (Teheran).

Danielle Pamp, geboren 1991 in Stockholm/Schweden, studiert seit 2015 Kontextuelle Malerei an der Akademie der bildenden Künste Wien. Zahlreiche Gruppenausstellungen in Stockholm und Göteborg.

Emilia Sundqvist, geboren 1993 in Uppsala/Schweden, studiert seit 2015 Kontextuelle Malerei an der Akademie der bildenden Künste Wien.

opencontext1binder.jpg Plagiat, Wilhelm Binder, 2014

Die weiteren „Open-Context“-Termine: 27.10.2016 „Everybody here wants you“, 17.11.2016 „Transformation and Hallucinations“, 12.01.2017 „nothing to say“

13.10.2016, 19.00 h | [ : Michael Gumhold feat. Sculpture Group Transistor: ] / Objektinstallation

1310

Die Künstler_innen einer „Cut 'n' Mix“-Generation, wie auch Michael Gumhold, bewegen sich ganz selbstverständlich in einem dichten Netz sprachlicher, akustischer, formaler und visueller Informationen. Ihre künstlerische Praxis zeichnet sich durch die Unbekümmertheit aus, mit der sie bereits Bekanntes in unerwartete Zusammenhänge und somit neu zur Disposition stellen. Eine Verschiebung von Bedeutungsaspekten – wie von high zu low, vom originalen Unikat zur rekontextualisierten Kopie – hat hier durchaus Methode und ist beabsichtigt.

Für die Universitätsbibliothek der Akademie der bildenden Künste Wien entwickelt Gumhold ein neues Setting bestehend aus Radiogerätantenne, Metronom sowie einem 8-teiligen Blöckflötenensemble.

Michael Gumhold, geboren 1978 in Graz, studierte von 2000 bis 2005 Textuelle Bildhauerei bei Heimo Zobernig an der Akademie der bildenden Künste Wien. Zahlreiche Solo- und Gruppenausstellungen in Graz und Wien sowie in London und Den Haag.

www.michael-gumhold.at

20.10.2016, 19.00 h | Das zusammengedrängte Gedenken. Leopold Kupelwiesers Freskenzyklus zur Österreichischen Geschichte. Buchpräsentation mit Sigrid Eyb-Green

Eyb-Green Sigrid Eyb-Green, Das zusammengedrängte Gedenken. Leopold Kupelwiesers Freskenzyklus in der Niederösterreichischen Statthalterei (Bibliothek der Provinz, Weitra 2016)

Am 12. März 1848 erhielt Leopold Kupelwieser den Auftrag zur Ausschmückung der Niederösterreichischen Statthalterei mit einem Freskenzyklus, der dem Publikum die Geschichte Österreichs als farbigen Bilderreigen vor Augen führen sollte. Kupelwieser entwarf selbst das Programm für die insgesamt 23 Bildfelder und legte dabei eine zeitliche Achse von der Römerzeit bis in das frühe 19. Jahrhundert. Die 2016 erschienene Monographie Das zusammengedrängte Gedenken: Leopold Kupelwiesers Freskenzyklus in der niederösterreichischen Statthalterei ist ein Versuch, dieses groß angelegte Werk, an dem Kupelwieser fast drei Jahre arbeitete, in seiner Komplexität zu erfassen und besonders den künstlerischen Prozess darzustellen, der durch den Nachlass Kupelwiesers umfangreich dokumentiert ist. Vor allem an den Brennpunkten Karton und Freskotechnik wird dabei das Verhältnis zwischen künstlerischer Technik und inhaltlicher Aussage diskutiert.

Sigrid Eyb-Green studierte Konservierung-Restaurierung an der Akademie der bildenden Künste Wien und schloss ihr Studium mit einer Diplomarbeit über Gustav Klimts Kartons zu den Deckengemälden des Wiener Burgtheaters ab. Seit 2002 arbeitet sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Konservierung-Restaurierung. 2009 promovierte sie über Leopold Kupelwiesers Freskenzyklus im Gebäude der niederösterreichischen Statthalterei in Wien.

27.10.2016, 19.00 Uhr | Open Context II: Everybody Here Wants You. Ausstellung von Julia Goodman, Sofi Utikal, Rini Mitra und Moritz Gottschalk

1 Untitled, Rini Mitra, 2016 (Bearbeitung: Sofi Utikal)

Studierende des Fachbereichs Kontextuelle Malerei der Akademie der bildenden Künste Wien bespielen unter Open Context an vier Abenden im Wintersemester 2016/2017 den Lesesaal der Akademiebibliothek. Die zweite Veranstaltung Everybody here wants you am 27.10. wird gestaltet von Julia Goodman, Moritz Gottschalk, Rini Mitra und Sofi Utikal. Die unterschiedlichen Künstler_innenpositionen spiegeln sich in den Arbeiten wider, die im Lesesaal gezeigt werden. Ihnen gemein ist dabei die Frage nach Identität bei alternativen Beziehungen zur Kontrolle von Wissen. Dass die Bibliothek nicht allein ein Informationszentrum ist, das Wissen sammelt, ordnet und zugänglich macht sowie bei der Generierung neuen Wissens unterstützt, sondern als Kultureinrichtung auch verstärkt als 3. Ort in Erscheinung tritt – also ein sozialer, non-kommerzieller Ort –, zeigt sich in der Performance von Moritz Gottschalk, der den Abend in einer Bettkonstruktion eröffnen wird.

Julia Goodman, geboren 1987 in New York, studiert Kontextuelle Malerei an der Akademie der bildenden Künste Wien. Zahlreiche Gruppenausstellungen in Österreich sowie in Italien, China und den Vereinigten Staaten.

Moritz Gottschalk, geboren 1990, ist Modedesigner, Kostümbildner und Text(il)künstler. In seinen Arbeiten setzt er sich unter dem Schlagwort des „Ungeliebten“ mit unterschiedlichen Gesellschaftsphänomenen auseinander. Gottschalk studierte zunächst Modedesign an der Kunstuni Linz und seit 2014 Kontextuelle Malerei in der Klasse von Ashley Scheirl  an der Akademie der bildenden Künste Wien.

Rini Mitra, geboren 1984 in Jamalpur, Bangladesh, studiert bildende Kunst an der Universität Dhaka und Kontextuelle Malerei an der Akademie der bildenden Künste Wien.

Sofi Utikal, geboren 1987 in Tallahassee, Florida, arbeitet am liebsten im Kollektiv zu Freundschaft, Solidarität, Abhängigkeiten und Neukonfigurationen des Selbst. Seit 2015 ist sie in der Klasse von Ashley Scheirl.

Die weiteren Open-Context-Termine: 17.11.2016 Transformation and Hallucinations, 12.01.2017 nothing to say

03.11.2016, 19.00 Uhr | lesen duerfen / allowed to read. Raum - Text - Installation von Thomas Laubenberger-Pletzer

lesen001.jpg allowed to read, Thomas Laubenberger-Pletzer, 2016, Pigmentliner auf Papier, 297x210mm

Ausgangspunkt der Arbeiten von Thomas-Laubenberger-Pletzer ist die Linie. Schrift ist dabei eines seiner zentralen Themen: als Linie, Bild, Muster oder Text. Die Buchstaben in seinen Arbeiten werden selbst entworfen und beruhen auf der Form des Quadrats.

Die Ausstellung “lesen duerfen - allowed to read” zeigt eine für den Lesesaal der Akademiebibliothek konzipierte Text-Raum-Installation.

Thomas Laubenberger-Pletzer, geboren 1969 in Kitzbühel/Tirol, lebt und arbeitet in Wien. Studien der Bildhauerei bei Michelangelo Pistoletto an der Akademie der bildenden Künste Wien sowie der Philosophie und Kunstgeschichte an der Universität Wien.

www.thomaslaubenberger.com

10.11.2016, 19.00 h | Open Context III: Transformations and Hallucinations. Ausstellung, Performance und Video mit Louise Deininger, Ali JT und Alfred Morina

oc3 Of Powerful Transformation, Louise Deninger, Acryl auf Leinwand, 100x60 cm, 2016

Studierende der Klasse für Kontextuelle Malerei der Akademie der bildenden Künste Wien bespielen unter „Open Context“ an vier Abenden im Wintersemester 2016/2017 den Lesesaal der Akademiebibliothek. Die dritte Ausstellung „Transformations and Hallucinations“ am 10.11. wird gestaltet von Louise Deininger, Ali JT und Alfred Morina. Die Künstler_innen nutzen verschiedene Ausdrucksformen um sich dem Thema der (Ver-)Wandlung und Täuschung zu nähern. Bilder, Polaroids und Videos zeigen und dekonstruieren Totems und (Querro) Tabus. Der Abend wird mit einer Performance von Ali JT eröffnet.

Louise Deininger, geboren in Kenia, lebt und arbeitet als Konzeptkünstlerin in Wien. Sie studiert Kontextuelle Malerei an der Akademie der bildenden Künste Wien. Solo-Ausstellungen unter anderem im ORF Funkhaus Wien und der Sculpture Raum Gallery Wien. http://www.louisedeininger.com

Ali JT studiert Kontextuelle Malerei an der Akademie der bildenden Künste Wien.

Alfred Morina, geboren 1986 in Gjakova (Kosovo), studiert seit 2015 Kontextuelle Malerei an der Akademie der bildenden Künste Wien.

17.11.2016, 19.00 h | Library of Requests, Part II. Artist Talk mit Belinda Kazeem-Kaminski, Sunanda Mesquita und Sofi Utikal

17_11 Library of Requests, Part II, Entwurf: Belinda Kazeem-Kaminski

Die Library of Requests (I und II) ist eine Sammlung von Büchern und Filmen, die schwarze Studierende und Studierende of color an der Akademie der bildenden Künste Wien für die Bibliothek zusammengestellt haben. Das Projekt wurde als zweiteilige Intervention für die Ausstellung Anticolonial Fantasies konzipiert. Die Library of Requests, Part I war eine räumliche Installlation, die im Speziellen schwarze Studierende und Studierende of color dazu einlud, Bücher bzw. Filme zu nennen, die sie für ihre Arbeit benötigen und bei ihren täglichen Interaktionen an der Akademie unterstützen. Die Library of Requests, Part II stellt nun das Ergebnis dieser Vorschläge dar: 50 Bücher und Filme, die die Akademiebibliothek angekauft und in ihren Bestand integriert hat.

Belinda Kazeem-Kaminski ist Kulturwissenschaftlerin, freie Autorin und Künstlerin und arbeitet zu Dekolonisierung in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Sie unterrichtet am Institut für Künstlerisches Lehramt der Akademie der bildenden Künste Wien und ist Studentin des PhD-in-Practice.

Sunanda Mesquita ist bildende Künstlerin und Filmemachende. Sie leitet Workshops an Schulen und Universitäten zur kritischen Untersuchung epistemischer Gewalt in der Wissensproduktion und dekolonialer künstlerischrn Praxen. 2016 hat sie die Ausstellungen „WE DEY show“ und „Anticolonial Fantasies“ (mit-)kuratiert.

Sofi Utikal, geboren 1987 in Tallahassee, Florida, arbeitet am liebsten im Kollektiv zu Freundschaft, Solidarität, Abhängigkeiten und Neukonfigurationen des Selbst. Seit 2015 ist sie in der Klasse von Ashley Scheirl.

24.11.2016, 19.00 h | oWires will strangle the sluggish paper. The artist books' of Nika Kupyrova, accompanied by an artist talk feat. Stefanie Seibold (in English)

invitation_large.jpg untitled, Nika Kupyrova, 2016

A lot has been said about the obliteration of printed matter - however what we presume to be a contemporary phenomenon is more of a recurring prophecy. The presentation takes its title from the chapter of Alessandro Ludovico’s book Post-digital print, where he relates how already the invention of the telegraph and the telephone in the late 19th century brought about the visions of paper-free society. Paper survived the rise of television and the 80’s dream of a paperless office (as a matter of fact, mostly marketing strategy for information technology). Nika Kupyrova deliberates how in the current age of digital normality, the paper-based medium mutates, but prevails, in a precarious state of oscillation between digital and analogue. The curious attachment to the pronounced physicality of the book as an object; the irony of the ‘page flip effect’ on electronic devices. In other words: while the makers of the Encyclopedia Britannica announced in 2012 that they will be discontinuing their print edition, around the same time Wikipedia introduced an option of ‘printed page’ layout for its entries.

Nika Kupyrova will show a selection of books she has created in the recent years and talk with Stefanie Seibold about their re-appearance and transformation in her artistic practice.

Nika Kupyrova, born 1985 in Kiev, Ukraine, is a visual artist and curator working with three-dimentional, two-dimentional and textual mediums. After previous studies at the Edinburgh College of Art and Iceland Academy of the Arts she has recently completed her MA at the University of Applied Arts in Vienna. Exhibitions include “Re-“ at Kunstraum Niederösterreich, Vienna; “WYSINWYS” at SODA Gallery, Bratislava; “Invonclusive Analysis” in the National Centre for Contemporary Arts Moscow; “Earwax” at Meetfactory Centre for Contemporary Art, Prague; “Factory Installed” at the Mattress Factory Art Museum, USA

www.nikakupyrova.com

Stefanie Seibold is an artist working with performance, installations, objects, archives, video and texts. She has been curating several performance-related shows and self-organised spaces in Vienna.  She is co-author of the comprehensive book on Performance Art in Vienna Let´s twist again-If You Can´t Think It, Dance It (2006). Her work has been shown at the de Appel Arts Center Amsterdam, the MuhKa Antwerp, Museum Moderner Kunst Wien, Württembergischer Kunstverein Stuttgart. She currently teaches at the Academy of Fine Arts in Vienna in the department of Performative Art and Sculpture.

01.12.2016, 19.00 h | Die mosaischen Studierenden der Akademie der bildenden Künste Wien, 1782–1848. Vortrag von Ulrike Hirhager, unter Mitarbeit von Eva Schober   ACHTUNG: ABGESAGT

15.12.2016, 19.00 h | Nix einfach passt. Arbeiten auf Papier von Juli Augusta, Ina Fasching und Felix Theile

Fasching Fischers Fisches Fischen Boot, Ina Fasching, 2015/2016, Acryl/Stifte/Kreide auf Papier, 150 x 90 cm

Juli Augusta, Ina Fasching und Felix Theile zeigen aktuelle Arbeiten in der Universitätsbibliothek der Akademie der bildenden Künste Wien. Allen dreien aus der Grafikklasse der Akademie kommenden Künstler_innen dient die Zeichnung als präferiertes Ausdrucksmittel; das Spektrum erweitert sich allerdings je nach individueller Arbeitsweise um Tendenzen in druckgrafische Techniken als auch in skulpturelle und malerische Herangehensweisen.

augusta Kalenderarbeit, Juli Augusta, 2016, Fineliner/Füllfeder auf Papier, 27 x 34 cm

Flüchtige Skizzen im Nebenbei sind die Grundlage von Juli Augustas Arbeiten in der Akademiebibliothek. Durch die Übertragung ausgewählter Stücke auf eine neutrale, geordnete Fläche entsteht Losgelöstes und Neues - kurz gesagt: gezeichnete Zeichnungen. Das Papier dient Ina Fasching als blanker, leerer Spiegel, den sie mit Formen und Farben zum Schwingen bringt. Das Verfolgen der Linien ist der Weg aus der Imagination in die Realität. Die Zeichnungen und Siebdrucke von Felix Theile geben Fragmente absurder Erzählungen wieder, dessen Personen sich in den Überresten räumlicher Anhaltspunkte zumeist hingebungsvoll ihren Tätigkeiten widmen.

Die Arbeiten der Ausstellung Nix einfach passt sind in den Jahren 2015 und 2016 entstanden.

theile Alter Geier, Felix Theile, 2015, Tusche/Buntstift auf Papier, 29,5 x 21,5 cm

Juli Augusta, geboren 1994 in Tulln, studiert seit 2013 Grafik und druckgrafische Techniken an der Akademie der bildenden Künste Wien. http://juli-augusta.tumblr.com

Ina Fasching, geboren 1989 in Lustenau, studiert seit 2013 Grafik und druckgrafische Techniken an der Akademie der bildenden Künste Wien. Ausstellungen u.a. Zweitbester (Wien), Quattro Formaggi (Bregenz), Hof 579 Mesmerstall (Alberschwende). 2015 Kunstpreis Parz der Galerie Schloß Parz. Ina Fasching lebt und arbeitet in Wien. http://www.inafasching.com

Felix Theile, 1983 in Hamburg, Studium der Performative Kunst und Bildhauerei bei Monica Bonvicini  sowie der Grafik und druckgrafische Techniken bei Gunter Damisch an der Akademie der bildenden Künste Wien. Ausstellungen u.a. mo.ë (Wien), Toilet Gallery (London), Loft 8 Galerie (Wien). http://www.felixtheile.com

12.01., 19.00 h | Open Context IV: nothing to say. Ausstellung von Tabea Briggs, Roy F. Culbertson III, Aftab Maher und Philipp Mürling

oc4 Bücherregal für die Sondersammlung Comic und Graphic Novel, Plan und Bau: Roy F. Culbertson III, 2016

Studierende der Klasse für Kontextuelle Malerei der Akademie der bildenden Künste Wien bespielen unter „Open Context“ an vier Abenden im Wintersemester 2016/2017 den Lesesaal der Akademiebibliothek. Die vierte und letzte Ausstellung „nothing to say“ am 12.01. wird gestaltet von Tabea Briggs, Roy Frederick Culbertson III, Aftab Maher und Philipp Mürling. Die Künstler_innen nutzen verschiedene Ausdrucksformen, um die räumliche Geschlossenheit der Akademiebibliothek zu durchbrechen und sich den Raum zu eigen zu machen. Transparente Folien hängen an den Bücherwänden; Videobildschirme im Lesebereich zeigen Performances der Studierenden; eine Skulptur nimmt an einem Recherche-PC Platz und sucht Verbindung mit den UV-Schutzfolien an den Fenstern; und für die Bibliothek gebaute Bücherregale geben einer Sondersammlung im Eingangsbereich neue Prominenz. All dies versinnbildlicht die Integration der Bibliothek in den Studier- und Lehrbetrieb der Akademie sowie in das künstlerische Schaffen ihrer Angehörigen.

Tabea Briggs, geboren 1994 in Essen/Deutschland, studiert seit 2015 Kontextuelle Malerei an der Akademie der bildenden Künste Wien.

Roy Culbertson III., geboren in Nashville/USA, studiert Kontextuelle Malerei an der Akademie der bildenden Künste Wien.

Aftab Maher, geboren 1996 in Teheran/Iran, studiert seit 2013 Kontextuelle Malerei an der Akademie der bildende Künste Wien.

Philipp Mürling, geboren 1988 in Neunkirchen/Niederösterreich, studiert Kontextuelle Malerei an der Akademie der bildenden Künste Wien.

19.01., 19.00 h | They won't have to burn the books when no one reads them anyway. Videopräsentation von Joanna Pianka mit Live-Vertonung von PHAL:ANGST

piankabild.jpg Stil aus dem Video They won't have to burn the books, when no one reads them anyway, Joanna Pianka, 2016

Die Bibliothek der Akademie der bildenden Künste Wien ist der Ausgangspunkt für das Musikvideo-Projekt They won't have to burn the books, when noone reads them anyway. Das sukzessive Verschwinden eines reflektierten Umganges mit Wissen in unserer Gesellschaft stellt die Frage nach der Bedeutung von gelesenem Text, dem Medium Buch und der Bibliothek als eben jenem Ort des Wissens und der Information. Ob das Fortschreiten der modernen Technologien uns zwar näher bringt, aber auch verstummen lässt? Die Schnelligkeit, Kürze und Referenzlosigkeit von Information uns zu funktionalen Analphabeten macht? Und wir willenlos und fremdbestimmt der Zukunft entgegengehen?

Phal:Angst stellen im Lesesaal im Rahmen eines Auftritts eine Live-Vertonung des installativen Videos von Joanna Pianka vor und präsentieren im Anschluss einige Stücke aus ihrem Repertoire.

Joanna Pianka, geboren 1983 in Wien, studierte Fotografie bei Matthias Hermann und gegenwärtig Architektur an der Akademie der bildenden Künste Wien. Sie ist als freie Fotografin und Künstlerin tätig. Ihre Projekte hinterfragen gesellschaftliche Normen und Veränderungen im räumlichen, sozialen und politischen Kontext. Sie engagiert sich bei diversen Vereinen im Bereich Meinungsfreiheit und Datenschutz.

Phal:Angst, gegründet 2006 in Wien, versteht sich als musikalische Neuerfindung düsterer Klänge zwischen Industrial, Ambient-Noise und Post-Rock. Bei ihren Live-Auftritten unterstützen dystopische Visuals die Mischung von Saiteninstrumenten, Elektronik und Vocals auf einem basslastigen Fundament mit Filmsamples.

20.01., 19.00 h | ... und das Ozonloch ist so groß wie noch nie. Collage von Max Mustermann aus Arbeiten von Stefanie Hintersteiner, Leo Mayr, Christian Murzek, Max Mustermann und Silvia Ungersböck (2016)

murzek ... und das Ozonloch ist so groß wie noch nie. Collge von Max Mustermann aus Arbeiten von Stefanie Hintersteiner, Leo Mayr, Christian Murzek, Max Mustermann und Silvia Ungersböck (2016)

Wer die 1990er als Kind erlebt hat, kann sich erinnern: das Ozonloch. Mahnende Worte der Eltern und Großeltern sich heute besonders gut mit der zunächst wohlriechenden, später durch Schweißtropfen von der Stirn laufenden und in den Augen brennenden Sonnencreme einzuschmieren – oder der Hinweis im Radio, heute besser eine Sonnenbrille zu tragen. Heute sprechen nur noch wenige über die Ausdünnung der Ozonschicht über der Antarktis. Andere Themen haben unsere Aufmerksamkeit gewonnen. An die Stelle des Ozonloches ist die Grenze getreten, die Veränderung von Räumen, die tiefen Gräben und Verwirrungen des politischen und zwischenmenschlichen Alltags. Und in all den neuen, manchmal unbezwingbar groß erscheinenden, Konflikten und Diskursen bleibt irgendwo doch die Aussicht auf deren Bewältigung.

Stefanie Hintersteiner, Leo Mayr, Christian Murzek, Max Mustermann und Silvia Ungersböck zeigen in der Akademiebibliothek Arbeiten, die sich ausgehend von verschiedensten Ansätzen mit Dekonstruktion und Rekonstruktion beschäftigen. Max Mustermann und Christian Murzek widmen sich in ihrer Arbeit der Auflösung von Räumen bzw. dem Bild an sich. In ihre kleinsten Bestandteile zerlegt konstruieren sich so ganz neue Blickwinkel. Dem gegenüber stehen die Arbeiten von Silvia Ungersböck und Leo Mayr, welche zwischenmenschliche Beziehungen und Kommunikation, Selbstwahrnehmung und persönliche Gewohnheit als Spannungsfelder untersuchen, zerlegen und neu zusammenfügen. … und das Ozonloch ist so groß wie noch nie.

Stefanie Hintersteiner, geboren 1990 in Wien, studiert seit 2015 Grafik und druckgrafische Techniken an der Akademie der bildenden Künste Wien. Ihre Arbeiten beschäftigen sich spielerisch mit tradierten Ansichten und ungewohntem Blicken auf menschliche Abgründe. Körper, wenn vorhanden, werden nur fragmentarisch dargestellt und bewegen sich auf aufgelösten Strukturen, die entfremdet in Räume entrinnen.

Leo Mayr, geboren 1990 in Linz, lebt und arbeitet in Wien. Seit 2012 studiert er an der Akademie der bildenden Künste Wien in der Klasse für Grafik und druckgrafische Technik. Seine aktuelle Arbeit beschäftigt sich mit zwischenmenschlichen Beziehungen. Seine figurativen Formen und Szenen stehen unter starkem Einfluss von Kompositionen alter Meister.

Christian Murzek, geboren 1986 in Mistelbach studiert seit 2012 Grafik und druckgrafische Technik an der Akademie der bildenden Künste Wien. Seine Arbeiten befassen sich mit Räumen – und dem Ausbruch aus diesen. In seinen Zeichnungen und Malereien werden räumliche Konstellationen auf das Wesentliche reduziert und werfen dadurch die Frage auf, wann eine Anordnung an Linien und Flächen als Raum wahrnehmbar ist. Die Einfachheit und Unmittelbarkeit sind dabei Prinzip; die Reduktion auf das Wesentliche und die Schaffung von Leerräumen dienen der Kreation von Freiräumen.

Max Mustermann, geboren 1978 in Musterstadt, lebt und arbeitet in Wien und Berlin. Er studierte von 2010-2016 an der Akademie der bildenden Künste Wien, zunächst kontextuelle Malerei bei Hans Scheirl und anschließend Grafik und Druckgrafische Technik bei Gunter Damisch. In London absolvierte er ein Semester an der Slade School of Fine Art bei David Burrows. Max Mustermann pendelt in seinen Arbeiten zwischen analogen und digitalen Methoden, um soziokulturelle sowie konsumkritische Motive darzustellen.

Silvia Ungersböck,  geboren 1986 in Neunkirchen, lebt und arbeitet zurzeit in Wien und der Steiermark. Sie studiert seit 2013 Grafik und Druckgrafische Technik an der Akademie der bildenden Künste Wien. In ihrer aktuellen Arbeit setzt sie sich vor allem mit ihrer persönlichen Lebenssituation auseinander. Entstehung, Veränderung, Verformung, Wäsche waschen.

21.01., 19.00 h | Ask me a question. Videoinstallation von Kamen Stoyanov, mit Andreas Spiegl

stoyanov What do you think about Turkey? aus der Serie Ask me a question, Kamen Stoyanov, 2016, Filzstift auf Papier

Das Projekt Ask me a question begann als ein performatives Künstlergespräch im Jahr 2015. Kamen Stoyanov führte die Arbeit bisher in Wien, Budapest, Zürich und Istanbul durch. Statt verbal auf Fragen aus dem Publikum zu antworten, fertigt der Künstler eine schnelle Zeichnung an. In der Akademiebibliothek werden die bis jetzt entstandenen Zeichnungen in Form einer Animation und weiteren Videos präsentiert. Der Künstler steht auch zum Gespräch bereit.

Kamen Stoyanov, geboren in 1977 in Rosse (Bulgarien), studierte von 2000  bis 2005 Kunst und Fotografie bei Eva Schlegel an der Akademie der bildenden Künste Wien. Ausstellungen u.a. Restless (das weisse haus, Vienna, 2016, solo); Will I be happy? (Inda Gallery, Budapest, 2016, solo); Operantium (IProjektraum LS43, Berlin, 2016, solo); Let them draw (Sariev Gallery, Plovdiv, Bulgaria, 2016); Look at me! I am made for you! (Projektraum LS43, Berlin, 2016); Urbanauts (Projektraum Viktor Bucher, Vienna, 2015); Past future-future past (Transmediale 2014, Supermarkt, Berlin); The Movement of the Whole (Inda Gallery, Budapest, 2014); Stoyanov `s Tomato Product´s (Credo Bonum Gallery, Sofia, 2013, solo); Unexpected Encountrers (Camera Austria, Graz, 2013); Material and Culture (MAK Center for Art and Architecture, Los Angeles,2012) ;17th Biennale of Sydney (Museum of Contemporary Art, Sydney,2010); Aichi Triennial (Nagoya, Japan, 2010); At Arm's` Length, MUMOK (Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien, 2008, solo); MANIFESTA 7, the european biennial of contemporary art (Trentino, Italy, 2008).

http://www.kamenstoyanov.com

Andreas Spiegl, geboren 1964, studierte Kunstgeschichte an der Universität Wien. Als Senior Scientist lehrt und forscht er am Institut für Kunst- und Kulturwissenschaften an der Akademie der bildenden Künste Wien, an der er von 2003 bis 2011 die Funktion des Vizerektors für Lehre und Forschung innehatte und seit 2015 die Leitung des Instituts für Kunst- und Kulturwissenschaften übernommen hat. Daneben arbeitet er (gemeinsam mit Christian Teckert) im Büro für kognitiven Urbanismus. Seine Schwerpunkte liegen in der Verknüpfung medien-, raum- und subjekttheoretischer Fragestellungen.


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