finanziert durch den Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung.
Zeichnungen, Aquarelle und Ölskizzen des deutschen und österreichischen Spätklassizismus. Bestandskatalog des Kupferstichkabinetts der Akademie der bildenden Künste Wien.

Handzeichnungen des deutschen und österreichischen Spätklassizismus Eduard Bitterlich
Die drei Grazien (Karton für das Plafondbild im Empfangssalon des Palais Epstein)
Kohle auf Papier
Inv.-Nr. 21214

„Schöne Welt, wo bist Du?“ – dieses Zitat aus Friedrich Schillers Gedicht „Die Götter Griechenlands“, das den Künstlern des Spätklassizismus als eine Art Manifest galt, drückt am besten die romantisch verklärte Sehnsucht nach einer Wiederbelebung der antiken Kunst aus. Die in der Qualität hervorragenden und bis dato fast unbekannten Zeichnungen, Aquarelle und Ölstudien von Bonaventura und Camillo Genelli, Carl Rahl und seinen Ateliermitarbeitern – darunter bedeutende Ausstattungsprojekte für die Wiener Ringstraße - sowie Anselm Feuerbach geben einen hervorragenden Einblick in diese gedanklich komplexe und in einigen Zügen die Brücke zur Kunst des 20. Jahrhunderts schlagende Kunstströmung.

EisenmengerAugust Eisenmenger
Muse Urania (Farbstudie für das Deckengemälde im Wiener Musikvereinsgebäude)
Mischtechnik
Inv.-Nr. 22770

Das Kupferstichkabinett der Akademie der bildenden Künste Wien zählt zu den bedeutendsten Sammlungen vor allem der Zeichenkunst des 19. Jahrhunderts. In jahrelanger Forschungsarbeit wurde von Cornelia Reiter erstmals der umfangreiche Bestand zum deutschen und österreichischen Spätklassizismus systematisch erschlossen und vielfach neu interpretiert. Damit stellt dieses Buch einen wichtigen Beitrag zur Erforschung dieser bisher vernachlässigten Kunstströmung dar, die sich anhand des hier vorgestellten Materials sowohl formal als auch inhaltlich mit sehr innovativen und zukunftsweisenden Elementen präsentiert. Die hier erstmals transkribierten und kommentierten umfangreichen Quellentexte  - der Briefwechsel des Bibliotheksdirektors Carl von Lützow mit der Künstlerwitwe Caroline Genelli, ein „Arbeits-Jahrbuch“ von Christian Griepenkerl sowie Erinnerungen von Rudolf Bitterlich an seinen Vater Eduard Bitterlich - bieten darüber hinaus einen unmittelbaren Einblick in die zeitgenössischen Bedingungen künstlerischen Schaffens sowie generell in das kulturelle Klima im Wien der „Ringstraßenzeit“.

GenelliBonaventura Genelli
Oberon wird von Luna zu seiner schlafenden Gemahlin geführt (Zyklus „Aus dem Leben einer Feenkönigin“, Bl. III)
Feder in Grau über Bleistiftvorzeichnung
Inv.-Nr. 6804

Der Bestandskatalog wurde durch ein Projekt des Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung in Wien (FWF) ermöglicht. Auch die fotografische Aufnahme der Objekte sowie mehrere Forschungsreisen konnten durch Fondsmittel finanziert werden. Der Band ist die Fortsetzung des 2006 erschienen Bestandskataloges „Wie im wachen Traume. Zeichnungen, Aquarelle, Ölskizzen der deutschen und Österreichischen Romantik“. Als dritter Band ist ein Verzeichnis der Arbeiten des klassizistischen Landschaftsmalers und –zeichners Joseph Anton Koch zu erwarten, von dem das Kupferstichkabinett den gesamten Nachlass besitzt.