Mit 1. Jänner 2013 hat der Jurist und Kunsthistoriker René Schober im Auftrag der Kommission für Provenienzforschung des BMUKK mit der Provenienzforschung in der Gemäldegalerie und dem Kupferstichkabinett der Akademie der bildenden Künste Wien begonnen. René Schober war zuvor vier Jahre in der Kunstsammlung der Universität für angewandte Kunst Wien unter anderem in den Bereichen Provenienzforschung und wissenschaftliche Mitarbeit tätig. Durch die Übereinstimmung der Tätigkeitsbereiche in Kunstsammlungen von Kunstuniversitäten wird das Projekt von seiner fachlichen Expertise und seinen gewonnenen Erfahrungswerten profitieren.

Die Bestände der Gemäldegalerie und des Kupferstichkabinetts der Akademie der bildenden Künste Wien befinden sich im Bundeseigentum. Daher sind diese gemäß Kunstrückgabegesetz auf während des NS-Regimes unrechtmäßig entzogene Werke hin zu überprüfen. Zunächst werden die Bestände der Gemäldegalerie, sprich sämtliche vor 1945 entstandenen und nach 1933 erworbenen Werke, in Augenschein genommen. Dabei soll nach Möglichkeit die Provenienzkette dieser Werke zunächst mit Hilfe hausinterner Quellen (Inventaren, Archivalien, Werkbegutachtungen, Literatur) rekonstruiert werden. In einem zweiten Schritt werden weitere Recherchen in Bibliotheken, Archiven und spezifischen Datenbanken durchgeführt. Sämtliche Forschungsschritte und -ergebnisse werden in der Sammlungsdatenbank dokumentiert. Damit soll eine systematische, nachhaltige und nachvollziehbare Provenienzrecherche gewährleistet werden. Nach Abschluss der Forschungen zu den Beständen der Gemäldegalerie werden diese im Bereich des Kupferstichkabinetts fortgeführt.

Für den Fall des Auffindens von während des NS-Regimes unrechtmäßig entzogenen bzw. in diesem Verdacht stehenden Werken erfolgt eine Darstellung der Provenienzkette sowie des Vorgangs des Eigentumsentzugs in Form von Dossiers. Über eine Rückgabe dieser Werke an die ehemaligen Eigentümer_innen bzw. deren Rechtsnachfolger_innen wird auf Grundlage der Dossiers der beim BMUKK zu diesem Zweck eingerichtete Rückgabebeirat entscheiden.

Für weitere Informationen im Bereich der Provenienzforschung des Bundes siehe: http://www.provenienzforschung.gv.at