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]a[ Gemäldegalerie
Eröffnung | 16.05.2019, 19.00 h
Ausstellungsdauer | 17.05.2019 - 25.08.2019
Ort | Akademie der bildenden Künste Wien, Gemäldegalerie zu Gast im Theatermuseum, Lobkowitzplatz 2, 1010 Wien

In der Ausstellungsreihe Korrespondenzen werden Verbindungen zwischen diesem und Werken anderer Künstler_innen hergestellt. In der Gegenüberstellung mit unterschiedlichsten künstlerischen Arbeiten können die Besucher_innen immer wieder neue Facetten von Boschs 500 Jahre altem Meisterwerk entdecken.

Begrüßung
Eva Blimlinger
, Rektorin der Akademie der bildenden Künste Wien

Einführung in die Ausstellung
Julia M. Nauhaus
, Direktorin von
Gemäldegalerie, Kupferstichkabinett und Glyptothek

Die Künstlerin ist anwesend.

Musikalische Umrahmung
Maria Grün, Violoncello, und Christoph Johannes Eggner, Klavier, spielen Werke von Johann Sebastian Bach, Felix Mendelssohn Bartholdy und Robert Schumann.

Im Anschluss laden wir Sie zu einem Umtrunk ein.

 

Susanne Kühn (geb. 1969): Robota II, 2019, 250 x 390 cm, Acryl, Kohle, Bleistift, Carbon- schwarz und Dispersion auf Leinwand, Fotograf: Bernhard Strauss
© Bildrecht 2019

 

Die 1969 in Leipzig geborene Malerin und Graphikerin Susanne Kühn zählt zu den wichtigsten figurativen Künstlerinnen in Deutschland.

Bevor sie 2002 nach Freiburg im Breisgau zog, lebte sie lange in den USA. Seit 2015 hat Kühn eine Professur für Malerei an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg inne. Susanne Kühns Arbeiten aus jüngerer Zeit changieren zwischen Zeichnung und Malerei. Seit Langem jedoch spielt sie auf Meisterwerke der Kunstgeschichte an und diskutiert diese in ihren Arbeiten mithilfe zeitgenössischer künstlerischer Ausdrucksformen.

Für die Korrespondenzen in Wien malte sie eigens zwei neue monochrome Diptychen – angeregt durch die in Grisaille (grau in grau) gemalten Außentafeln von Boschs Altar. In den großformatigen Gemälden setzt
sie sich mit ihrer Rolle als Künstlerin im Kontext ernster Entwicklungen unserer Zeit auseinander.

Der Ausstellungstitel Beastville vereint dabei das Wort »beast«, das Tier, und »ville«, die Stadt. Die Künstlerin selbst verweist damit zum einen auf das Tier, das in jedem von uns steckt. Und das gerade heute droht, die gesellschaftlichen Ideale der Humanität zu unterwandern, weil immer mehr Menschen von Angst getrieben agieren und nur noch ihren eigenen Vorteil suchen – gleich Tieren, die um ihr Überleben kämpfen und in die Ecke getrieben Allmachtsphantasien vom Über-Menschen entwickeln.

Zum anderen wurde in der Kulturgeschichte der Frau das Animalische zugeschrieben, sie wurde auf Körper, Natur und Fortpflanzung reduziert, während wahrer Geist, wahre Kreativität und Schaffenskraft dem Mann vorbehalten war. In der Figur des Tiers befragt die Malerin diese Zuschreibungen, die auch ihren Raum als Frau und Künstlerin besetzen. Mit großer künstlerischer Freiheit und einer gehörigen Portion Humor spielt sie mit diesen Assoziationen und verschiebt ihre Bedeutungen. So schafft sie absurd anmutende Szenarien und lässt neue Räume entstehen, die ihren eigenen Gesetzlichkeiten folgen.

Kühns Tiere befinden sich also nicht an einem mythischen Ort, sondern mitten unter uns. Wir begegnen ihnen in einer zwar fantastischen, mitunter auch endzeitlich anmutenden Landschaft, die die Malerin aber mit klar erkennbaren Markern der menschlichen Kulturgeschichte und Gegenwart möbliert. Im Bild Beastville sind es die am Computer generierten Pyramiden und treppenartigen Gebilde, die von zivilisatorischer Intervention zeugen. In Robota II sehen wir Klone in einer psychedelischen neuen Welt beim Zusammen- bau eines Roboters am Werk. »Beastville als Ort, wo apokalyptische Architektur neben wilder Natur steht und wuchert«, so Susanne Kühn. Und dessen Bewohner und Bewohnerinnen auf uns selbst verweisen.

Susanne Kühn

1969 geboren in Leipzig

1990 – 1995 Studium der Malerei und Grafik, Hoch- schule für Grafik und Buchkunst Leipzig

1995 – 1996 School of Visual Arts und Hunter College (DAAD-Stipendium), New York, USA

2001 – 2002 Radcliffe Institute for Advanced Study at Harvard University (Radcliffe Fellowship), Cambridge, USA

seit 2015 Professorin für Malerei, Akademie der Bilden- den Künste Nürnberg

lebt und arbeitet in Freiburg und Nürnberg

Einzelausstellungen unter anderem im
Museum für Neue Kunst im Haus der Graphischen Sammlung des Augustinermuseums Freiburg; OMI International Arts Center, Ghent, USA; Beck & Eggeling International Fine Art, Düsseldorf; Sala Uno, Contem- porary Arts Center Rom; Haunch of Venison London, UK; Robert Goff Gallery New York, USA; Museum of Contemporary Art Denver, USA; Kunstverein Freiburg; Bill Maynes Gallery, New York, USA, sowie Teilnahme an zahlreichen Gruppenausstellungen

www.susannekuehn.com


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