Akademie der bildenden Künste Wien
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Eröffnung | 07.10.2014, 18.00 h
Ausstellungsdauer | 08.10.2014 - 17.10.2014
Ort | Akademie der bildenden Künste Wien, Schillerplatz 3, 1010 Wien, Aula

Ausstellung anlässlich der Dissertationen von Michael Baers, Ana Hoffner und Elske Rosenfeld

Öffnungszeiten: täglich 12.00 - 18.00 h, an Montagen geschlossen

  Elske Rosenfeld, A Vocabulary of Revolutionary Gestures, 2014  

Im Herbst 2010 hat die Akademie der bildenden Künste Wien das Programm "PhD in Practice" gestartet. Eine internationale Jury wählte acht Doktorandinnen und Doktoranden aus, die im Lauf der Auseinandersetzung mit ihrem Thema das Programm "PhD in Practice" mit Leben erfüllt und ihm Form gegeben haben, indem sie ihre persönlichen künstlerischen Forschungsprojekte verfolgten. Vier Jahre später darf die Akademie der bildenden Künste Wien nun zur Eröffnung einer Ausstellung einladen, bei der die Arbeiten der ersten drei PhD-Dissertant_innen, die ihr Studium abgeschlossen haben, präsentiert werden.

  Michael Baers, An Oral Histroy of Picasso in Palestine, 2014    

Michael Baers zeigt seine Plakatarbeiten Decolonizing Architecture: Four Human Landscapes (Entkolonialisierung der Architektur: Vier menschliche Landschaften) und A Beyond that Doesn't Get You Anywhere (Ein Jenseits, das einen nirgendwohin bringt) sowie sein Werk An Oral History of Picasso in Palestine (Eine mündliche Geschichte von Picasso in Palästina), einen Comicroman, der sich mit einem 2011 stattgefundenen Ereignis beschäftigt: Picassos Gemälde Buste de Femme aus dem Jahr 1943, das dem Van Abbemuseum in Eindhoven in den Niederlanden gehört, reiste nach Palästina in das Westjordanland, wo es für kurze Zeit in einem improvisierten Ausstellungsraum der Internationalen Kunstakademie Palästina gezeigt wurde. Indem sich Baers' künstlerisches Forschungsprojekt mit den Einzelheiten dieses Ereignisses befasst, erkundet und illustriert es Methoden der Kontrolle, die auf größerer Stufenleiter in der Besetzung Palästinas zum Einsatz kommen.

Ana Hoffner präsentiert ihre künstlerische Forschungsarbeit The Queerness of Memory. Historicity, Belatedness and the Embodiment of Trauma (Die Queerheit des Gedächtnisses. Historizität, Verspätetheit und die Verkörperung des Traumas). Sie verzahnt die Haupterzählung über die Umwälzungen in Osteuropa nach 1989 und die Kriege im ehemaligen Jugoslawien mit ihren Videoinstallationen After the Transformation (Nach der Wende) und Transferred Memories, Embodied Documents (Übertragene Erinnerungen, verkörperte Dokumente) sowie den beiden fotografischen Arbeiten Future Anterior: Illustrations of War (Vorzukunft: Illustrationen des Kriegs) und The Queer Family Album (Das queere Familienalbum). Hoffners filmische und fotografische Landschaften beruhen auf einem performativen Ansatz, auf Fiktion und gefundenem Material und verbinden Erinnerungen an Gewalt mit der Verwundbarkeit und Wirkung queerer Körper. Dergestalt experimentieren sie mit einer "Queerheit des Gedächtnisses", wodurch eine klare Trennung zwischen Opfern und Tätern umgangen wird und stattdessen ein Unterschied oder Anderssein zum Tragen kommt, welche weder angeeignet noch erklärt werden.

  Ana Hoffner, After the Transformation, 2013  

Elske Rosenfelds Arbeiten thematisieren die Beziehung zwischen bestimmten historischen Ereignissen und zeitgenössischen Szenarien politischen Handelns sowie die Möglichkeit politischer Veränderung. Ihr Dissertationsprojekt A Vocabulary of Revolutionary Gestures (Ein Vokabular revolutionärer Gesten) umfasst eine Videoarbeit, eine Performance und einen Text, die sich alle um eine Videoaufnahme einer revolutionären Versammlung in Ostberlin im Jahr 1989 und einige andere Dokumentationen revolutionärer Situationen oder Protestzusammenhänge drehen. Aus diesen entnommenen Gesten, Bewegungen und Körperteilen entwickeln sich abstrakte filmische oder performative Interventionen, die sich mit dem Körper als Schauplatz und Archiv politischer Ereignisse beschäftigen.
Text: Anette Baldauf


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