Akademie der bildenden Künste Wien

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IBK
Eröffnung | 17.02.2021, 19.00 h
Ausstellungsdauer | 18.02.2021 - 08.03.2001
Ort | Fluc, Praterstern 5, 1020 Wien

In der Kubatur des Kabinetts - der Kunstsalon im Kulturraum Fluc zeigt in Kooperation mit der Akademie der bildenden Künste Wien im Rahmen des Rundgangs 2021: yH brid Spaces mit Beiträgen von Gloria Bergner, Marie Carangi & Rheremita Cera, Kristina Cyan, Female Obsession, Lisa Großkopf, Jana Jess, Sandra Monterroso, MSTEAZAH, Francisca Patrocínio und Jianan Qu. Kuratiert von Ursula Maria Probst.

Außeninstallationen täglich 24 Stunden zugänglich

 

yH brid Spaces Poster, © Alexandra Berlinger 2021

 

Videos auf: www.fluc.at
Link zur Facebook Veranstaltung: https://www.facebook.com/events/256109802541969/

Gerade die derzeitige durch die Pandemie ausgelöste Situation der sozialen Distanz und die weltweit stattfindenden Protestbewegungen gegen rechtsgerichtete Systeme, multiple Kolonialitäten, Rassismus, Diskriminierungen, Diktaturen und Militärputsche zeigen deutlich wie wichtig öffentlicher Raum als Ressource für unser soziales Zusammenleben, für Meinungsfreiheit und als Plattform für das Verhandeln und Einfordern von humanitären und demokratischen Grundrechten ist. Das Festival urbanize! 2020 machte unter dem Titel Common Spaces, Hybrid Places dies zum Thema. Anknüpfend an deren urbane Erkundigungen über aneignungsfähige hybride Räume, deren unterschiedlichste Nutzungen und Experimentierfreudigkeit wurde das Projekt yH brid Spaces als Kooperation zwischen dem Kulturraum Fluc und der Akademie der bildenden Künste Wien ins Leben gerufen an dem Studierende und internationale Künstler*innen (Brasilien, China, Deutschland, Guatemala, Myanmar, Österreich, Philippinen, Portugal, Russland) teilnehmen.

Mit den am Kulturraum Fluc entwickelten Billboard Installationen lädt das Projekt ein, sich auf gender-, identitäts- und gesellschaftspolitische, feministische, ethnische, biotechnologische, interkulturelle und dekoloniale Fragen stellende und Manifeste formulierende künstlerische Impulse einzulassen. Parallel zu diesem im urbanen Raum rund um die Uhr zugänglichen Kunsterlebnis befindet sich auf der Akdademie- und Flucwebsite eine Videoplattform. Kaum ein anderer Ort in Wien wie der Praterstern bietet derartiges Potential für unerwartete Begegnungen. Aufgrund der Pandemie findet unsere Kommunikation derzeit vorwiegend über Internetkanäle statt, wie sich dies auf Bewegungs- und Verhaltensstrukturen auswirkt und dabei realer und virtueller Raum ineinanderwirken ist ein Ausgangspunkt von yH brid Spaces.

Der Begriff des Hybriden hat in den letzten Jahrzehnten im Rahmen unterschiedlichster Kulturtheorien eine Konjunktur erlebt. Etwas vereinfacht lautet die Kernthese, dass die Beziehung zwischen verschiedenen Kulturen, aber auch die Beziehung innerhalb einer Kultur als ambivalenter Hybridisierungsprozess beschrieben werden kann: als Kontakt zwischen Körpern, Sprachen und Weltbildern unterschiedlichster Zugänge, durch deren intensiven Kontakt etwas Neues, etwas Drittes entsteht.

Hybridisierung ist in dem Projekt yH brid Spaces der gemeinsame Bezugspunkt unter dem interkulturelle, intertextuelle und intermediale Beziehungen analysiert werden. Unter den Ersten, die den Begriff der Hybridität explizit benutzten, war der indische Kulturheoretiker persischer Abstammung des Postkolonialismus Homi K. Bhabha, der die Denkfigur des Dritten Raumes entwickelte. Bezugnehmend auf den argentinischen Anthropologen Néstor Garcia Canclini könnte behauptet werden, dass sich die Untersuchung von Hybridisierungsprozessen auf alle Bereiche des sozialen und medialen Miteinanders bezieht, bei dem heterogene soziale oder mediale Strukturen so aufeinander wirken, dass neue soziale und mediale Strukturen entstehen.

Die indische Theoretikerin und Feministin Gayatri Chakravorty Spivak hat vor einem "hybridistischem Triumphalismus"  gewarnt, der den Sammelbegriff "kulturelle Differenz" zelebriert, ohne sich hinreichend mit spezifischen kulturellen Unterschieden zu befassen, oder der sich utopischen Visionen von globalen transkulturellen Gemeinschaften hingibt, trotz der offensichtlichen Tatsache, dass anhaltende rassistische Vorurteile, kulturelle Voreingenommenheit und soziale Hierarchien, die in weiten Teilen der heutigen Welt fortbestehen, noch nicht überwunden sind. Im Projekt yH brid Spaces interessiert uns, wo liegen die Potentiale, diese zu überwinden und was ist die Bedeutung von Hybridität in unterschiedlichen Kontexten?

Gloria Bergner

Women most wanted, 2021 Billboardinstallation

In den letzten Coronaspaziergängen fiel mein Blick vermehrt auf all die Werbetafeln, die uns umgeben. Eine einfarbige knallgelbe Tafel hat es mir ganz besonders angetan in ihrer geworbenen Ignoranz. Im Vordergrund ist ein attraktiver weißer Mann mit verschränkten Armen zu sehen, daneben der Schriftzug: ,,Wir suchen dich – Informatiker.“ Mein genderpolitischer Sensor schlägt deutlich aus. Wo ist bei ,,Informatiker“ das ,,innen“ und überhaupt von ,,*innen“ geblieben? Da ist es wieder - die Welt des weißen Mannes - das Gefühl, wenn man Frauen in Zusammenhang mit bestimmten Forschungen sucht  und eine gewisse Suchmaschine anzeigt: ,,Missing : Frauen“, als Grace Hopper den ,,Computer Science Man-of-the-Year-award“ gewann, wenn in Deutschland nur 7 Prozent an Virologinnen in der Debatte um Covid - 19 in den Medien präsent sind und nicht zuletzt wegen der Doppelbelastung als Mutter.

Meine Arbeit ist eine geschichtliche ,,overlayed“ Reise durch Abbildungen (14. -17. Jahrhundert) von Schutzmaßnahmen in Zeiten von Epidemien und der psychologische Umgang mit ihnen. Auch mit all der dargestellten Ohnmacht und mitten drin der bekannte Kupferstich Doctor Schnabel von Rom von Paul Fürst. An Stelle seines Kopfes ist eine Lücke als Platzhalter für alle folgenden weiblichen Köpfe, gewappnet mit seinem Mut, die die Welt für immer veränderten. Forscherinnen wie Rachel Carson, Gertrude Elion, Rosalind Franklin, Katherine Johnson, Lise Meitner, Mary Jackson, Stephanie Kwolek, Hilde Mangold, Dorothy Vaughan, Mileva Marić, Anne McLaren, Caroline Herschel, Mary Kingsley., die nun selbst den Stab halten - eine Hommage an all jene, die sich nicht unterdrücken lassen und ihren eigenen Weg gehen.

Biografie:

Gloria Katrin Bergner studierte Kunstgeschichte und Ethnologie an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Kunstgeschichte und  -pädagogik an der Goethe-Universität Frankfurt am Main, Freie Bildende Kunst an der Kunsthochschule in Mainz und studiert seit 2020 an der Akademie der bildenden Künste Wien am Fachbereich Objekt-Bildhauerei. Sie arbeitet interdisziplinär, zuletzt mit dem Medium des Films und dem Handwerk der Keramik. Ihre Arbeiten waren unter anderem im Haus der Heimat Wiesbaden, im Labor der Opelvillen Rüsselsheim und der BARBUR Gallery in Jerusalem zu sehen.

schwarz-weiße Kollage mit Fotos und Bildern von Frauen, in der Bildmitte in Großbuchstaben und roter Schrift der Titel Women most wanted Gloria Bergner, Women most wanted, 2021, Billboardinstallation. Foto: Gloria Bergner 

Marie Carangi & Rheremita Cera

Poseidona, 2020, Musikvideo Manifest, 7’07

After such an APPARITITION at the Poseidon’s Temple, the forbidden images have come back as GHOSTITS, claiming for the sacred ANTIQUITITIES to embody CRITITICAL memory.

Link zum Video: https://vimeo.com/460184817/9048a4560d

Biografien:

Rheremita Cera is Performer and Musician based in Berlin. Born in São Paulo city, Brazil, 1995. After their classical music studies as Double Bassist, plunged into punk rock as vocalist of the band Anti-Corpos. Currently has been developing experimental projects mixing screaming techniques, digital composition and sound processing.

Marie Carangi (aka Teta Lírica as theremin player). Born in Recife, Brazil, 1989. Based in Berlin. Graduated in Architecture and Urbanism from UFPE, works in the creation of contexts and situations focusing on emancipation practices by frictioning the relations between body, colonization, behavior, public space and gender, through live performance actions, sound art, video, art objects installation and collaborative practices.

Kristina Cyan

This sentence doesn’t contain any political statement, 2021, Billboardinstallation

A contradictory statement declaring that it does not belong to political action, however, cancels itself out by being exposed in public space. I would like to draw attention to the impact of any images or words that are present in public scale. There is no realm outside or beyond politics. Every detail is political– color, font, size, pun, neighborhood. How much does one picture, casually noticed by the eye, consciously trying to hide its influence as much as possible.

englischer Satz: This Sentence doesn't contain any political statement in Großbuchstaben und weißer Schrift auf rotem Hintergrund Kristina Cyan, This sentence doesn’t contain any political statement, 2021, Billboardinstallation. Foto: Kristina Cyan 

Kristina Cyan

Synthetic Body, 2021 Billboardinstallation

Our synthetic body / leaks from its shell / of liquid porcelain / down to the ocean / organic surface / unfolding inside / signals cached from faith / detached from the sun / our bluest skin / blossoms between broken one / notify your arrival / leave your poisoned spike / synthesize global energy / taken of unborn tribe

Biografie:

Interdisciplinary artist Kristina Cyan (born in 1988, Russia) currently lives and works in Vienna. Kristina acquired her education in Arts and Art Theory at the Moscow ICA and study Digital media Art at Academy Fine Arts Vienna. She took a part in numerous of group exhibitions, where was collaborate with artist and scientist in Saint-Petersburg and Moscow, a big Post-truth project in Berlin. Her artistic practice focus on the intersection of (media- and bio-) technology, bodypolitics, politics of images, feminist and environmental studies. The issues are arised in relations of globalization, processes of interaction with society and media technology and this is the area, where aesthetical issues became a challenge of ethics.

Graue glasierte Hand mit blauem Handgelenk auf Rosa Hintergrund, daneben ein Text in dunkelblauer Schrift und verzerrten Buchstaben: Our synthetic body leaks from its shellof liquid porcelain down to the ocean organic surface unfolding inside signals cached from faith detached from the sun our bluest skin blossoms between broken one notify your arrival leave your poisoned spike synthesize global energy taken of unborn tribe Kristina Cyan, Synthetic Body, 2021 Billboardinstallation. Foto: Kristina Cyan  

Female Obsession

DEMOCRACY PEACE JUSTICE FREEDOM, 2021, multimediale Installation

Die multimediale Installation verschränkt Gegenwarten und Geschichten, indem sie über Proteste gegen rechtsgerichtete Systeme, Feminismus, visuelle Optionen des Aktivismus, Körper und Rassismus nachdenkt. Ein Projekt, das durch die Mitwirkung von Künstler*innen aus Myanmar eine Arbeit der internationalen Solidarität geworden ist, die Kollektivität materialisiert und mobilisiert. Es weist auf Defizite hin, interveniert, experimentiert mit Gegenformationen und -positionen. Die verkörperte Erfahrung, die im Zentrum steht, hat das Potenzial, Territorien des Zugangs, der Sichtbarkeit und der Zugehörigkeit zu verhandeln, durch das, was wir als "intensionalen Aktivismus" bezeichnen können. Der Frauenwelttag ist Anlass für einen Protest gegen Genitalverstümmelung. Weibliche Genitalverstümmelung (englisch: female genital mutilation, kurz FGM) wird weitaus häufiger praktiziert als vielen bewusst ist. Die WHO schätzt, dass weltweit mehr als 200 Millionen Mädchen und Frauen beschnitten sind.

Link zum Beitrag A Handbook for Artists Facing Persecution im online Forum Hyperallergic:
https://hyperallergic.com/617930/a-handbook-for-artists-facing-persecution/?utm_content=bufferbb07f&utm_medium=social&utm_source=facebook&utm_campaign=buffer&fbclid=IwAR1RzZXGhbcMCCMMgMsulTi5II40sV1F4UZVxWZbvcdlnKGT8mdtXtO67cM

Biografie:

Female Obsession wurde 2002 von der Künstlerin Rita Vitorelli sowie der Kunstkritikerin und Kuratorin Ursula Maria Probst ins Leben gerufen und gestaltet sich heute als ein offenes Kollektiv in wechselnden Formationen, an dessen DJ-Performances spontan Künstler*innen, Musiker*innen, Kurator*innen und Kritiker*innen mitwirken. Die aktuelle Arbeit entstand in Kooperation mit Künstler*innen aus Myanmar und befasst sich deren durch den Militärputsch bewirkten derzeitigen Situation und ihrer Protestbewegung.

schwarze Kontur einer Person im Porträtauschnitt vor rotem Hintergrund,die unbekannte Person hält ihren rechten Arm abgewinkelt hoch und zeigt drei Finger eng aneinander, darüber in großer weißer Schrift das Datum 1.2.2021, am unteren Bildrand die Wörter Democracy, Peace, Justice, Freedom in weißen Großbuchstaben. Female Obsession, DEMOCRACY PEACE JUSTICE FREEDOM, 2021, Multimediale Installation. Foto: Female Obsession 

Lisa Großkopf

I should quit smoking, 2019, Videoperformance, 15’53

Die Nähe von Artist Residencies zum Tourismus verschleiert den Umstand, dass es sich bei diesen Reisen, in Abgrenzung zu anderen touristischen Praktiken, um Arbeitsaufenthalte handelt. In der Videoperformance I should quit smoking blase ich einen Kunststoffglobus auf. Die überdimensionierte Größe des Wasserballs macht das Aufblasen zu einem Kraftakt, der symbolisch für den realen Energieverbrauch in der globalisierten Kunstwelt mit wachsender Mobilität steht. Mit der Aneignung eines Objekts, das normaler-weise mit Urlaub und Freizeit in Verbindung gebracht wird, adressiere ich ein Work-Life-Blending, das durch das unscharfe Beziehungsgeflecht von Artist Residencies und Tourismus hervorgebracht wird.

Biografie:

Lisa Großkopf (*1989, Wien) studierte an der Kunstuniversität Linz, der Universität für angewandte Kunst Wien sowie an der Akademie der bildenden Künste Wien. Ihre Arbeiten wurden unter anderem im Organhaus (Chongqing, CN), im CCA (Tel Aviv, IL), bei Krinzinger Projekte (Wien, AT) und dem Museum Angewandte Kunst (Frankfurt/Main, DE) gezeigt. Für ihre Arbeit wurde sie mit dem Startstipendium für Fotografie dem Gabriele-Heidecker-Preis und dem Fred-Adlmüller Stipendium ausgezeichnet.

Jana Jess

Mannequin #46af5c, 2021, Billboardinstallation

Eine Werbetafel, die als Verführungsmedium die Blicke umwirbt. Die Frau, die als Modell als Ware sich selbst bewerben soll, wird zu einem Projektionskörper, verschwindend hinter dem Auge der Betrachter*in. Der Farbwert #46af5c ist ein in der Werbe- und Filmbranche gebräuchliches Grün mit dem man all den Inhalt einer Aufnahme färbt, welcher später aus dem Bild radiert werden soll, es beschreibt das was da ist, aber nicht gesehen werden darf. Was bleibt lässt vermuten, eine rote Frauenhand, die in die grüne Werbefläche masturbiert. Vor dem Eingang Europas ältestem Vergnügungspark und grenzend an dem Rotlichtviertel Wiens.

Biografie:

Jana Jess, geb. 1998 in Düsseldorf, studierte bisher in der Klasse Gregor Schneiders und Johannes Paul Raethers an der Kunstakademie Düsseldorf sowie Performative Kunst an der Akademie der bildenden Künste Wien. Sie realisierte Performances und Ausstellungen von Videoarbeiten ua. in Ländern wie China, Thailand, Italien, Niederlanden und Deutschland. 2020 erhielt sie die Auszeichnung des Stipendiums der Studienstiftung des deutschen Volkes.

MSTEAZAH

my bleeding heart, 2021, Billboardinstallation

Mttg (native/pre-Hispanic Philippine script) - Resilience puso ko’y dumudugo (tagalog) – my heart is bleeding
my bleeding heart - representing my emotions, heritage, trauma, ancestors, etc. it’s a very simple representation of something so complex, entangled and deeply rooted in my human experience in this realm. I believe that everything is connected and we need to learn and teach different ways of existing together. It’s not important to always understand everything, but to validate all the different ways of experiencing and living life.

Biografie:

msteazah is a spiritual being having a human experience. they study at the Academy of Fine Arts, in contextual painting with Ashley Hans Scheirl. msteazahs work revolves around spirituality, dreams, lucid dreaming, healing & vibrating pure love, using interdisciplinary mediums such as music, performance, writing, video, photography, fashion & many more. their most recent performances were in cooperation with WienWoche - Festival for Art and Activism, brut - Imagetanz & WUK.

Frau mit schulterlangem schwarzem Haar trägt eine weiße Bluse und hält in ihrer rechten Hand ein Objekt das aussieht wie ein großes blutendes Herz, vor einem lila Himmel mit Wolken, neben ihr ein Schriftzug in Schwarz Puso Ko'y Dumudugo MSTEAZAH, my bleeding heart, 2021, Billboardinstallation. Foto: MSTEAZAH 

Sandra Monterroso

Musiq, 2017, Videoperformance, 4’16

„Ich atme mit einer braunen Papiertüte und stecke sie in den Mund. Auf der Papiertüte ist gedruckt: Rassismus ist eine koloniale Wunde, die geheilt werden kann. Das Wort Musiq 'in maya q'eqchi' bedeutet Atem des Geistes, ich bin in das Q'eqchi 'Maya-Kostüm gekleidet, während ich atme, ich bin in der Mitte der Schulbänke und gehe durch den Raum als eine Aktion der Befreiung des Geistes.“ „Wir alle leben inmitten multipler Kolonialitäten; sie wirken im Körper, wie im Geist. Nicht nur unsere Arbeitswelt, Sexualitäten und Geschlechterrollen manifestieren koloniale Beziehungen; nicht nur die Kriege, der Massenmord und die Todeskommandos der imperialististischen Klasse und auch nicht die Subkolonien aus Frauen, afroamerikanischen Communitys oder ethnischen Identitäten; es ist auch der hegemoniale Geist, der weiße und maskulinistische oder heterosexistische oder national-chauvinistische Geist, der Kolonialität konstituiert und von ihr konstituiert wird“,  zitiert Sandra Monterroso im Kontext von Musiq den Sozialwissenschaftler Steve Martinot.

Biografie:

Sandra Monterroso (1974) is a Guatemalan visual artist and designer. Art historian Virginia Pérez-Ratton writes about Monterroso's beginnings as a performance artist in Guatemala during 1999 and 2000. Alongside her were other Guatemalan female performers like Regina José Galindo, Maria Adela Díaz, and Jessica Lagunas. Recently Monterroso's work focuses not only in performance art, she works with different media as videoart, installations and mix media. Her work is related to power structures, gender issues and decolonial thinking. Her work is included in the Artist Pension Trust.


Francisca Patrocínio

Zorn, der zum Schweigen führt, Manifestationen und Revolte - die Bewegung des Zorns, 2020/21, Billboardinstallation

Zorn, der zum Schweigen führt, Manifestationen und Revolte - die Bewegung des Zorns ist ein Projekt, das rund um das Thema Zorn entwickelt wurde. Ausgehend von den Fragen: Was denken Sie, wenn Sie an Wut denken? Wie gehen Sie mit Wut um? Und was macht Sie wütend? beginnen wir sofort, Ideen rund um diese menschliche Emotion zu konstruieren und zu dekonstruieren. In einem narrativen Ansatz reflektiert der sich bewegende und denkende Körper über das Thema und bringt in Worte und Bewegung, was er auf einer tiefen emotionalen Ebene erlebt. Zorn, der zum Schweigen führt, Manifestationen und Revolte - die Bewegung des Zorns ist ein Projekt, das versucht, die Art und Weise, wie wir denken und wie wir mit Wut als Individuen und als kollektive soziale und emotionale Wesen umgehen, zu verschränken und zu entwirren.

Biografie:

Francisca Cardoso Patrocínio wurde 1999 in Porto, Portugal, geboren. Sie beendet derzeit einen BA in Bildender Kunst an der Fakultät für Bildende Kunst der Universität Porto. 2020/21 studierte sie im Rahmen des Erasmus-Programms an der Akademie der bildenden Künste in Wien. In ihrer multidisziplinären Praxis konzentriert sie sich auf die Relevanz von Beziehungen, die menschliche Kondition, das persönliche und kollektive Gedächtnis. Ihre Arbeit ist tief mit dem alltäglichen Leben, der Materie und der Zeit verbunden und sie verwendet Skulptur, Performance, geschriebenes Wort, Video und Fotografie.

Vier in Schwarz gekleidete Oberkörper nebeneinander in eingefrohrenen Bewegungen, auf jedem Körper stehen Sätze und Fragen auf Englisch, auf dem ersten und dritten Oberkörper sind zusätzlich verschiedene runde Formen Francisca Patrocínio, Zorn, der zum Schweigen führt, Manifestationen und Revolte - die Bewegung des Zorns, 2020/21, Billboardinstallation. Foto: Francisca Patrocínio 

Jianan Qu

feed up time, 2017, Videoperformance mit Viltė Švarplytė, 0’33

feed up time is a comment to a world that is overloaded with sourceless information and propaganda. Jianan Qu demonstrates the making of a human pizza, transforming the human body into a propaganda container & deliverer. He offers his body as a quickly made food for anyone who has an appetite for it. Performance: Jianan Qu with Viltė Švarplytė. Documentation: Dominik Galleya

Biografie:

Jianan Qu is a performance and visual artist. Immaterial and reduced expressions are often the key elements in Qu’s works. Without being bonded to materials, the artist tries to make the concept speak for his mind. Over the years, Jianan Qu has developed an interactive practice, discovering the potential performative exchanges in society, arts and art spaces. Qu lectures at Anton Bruckner Private University Linz. He was a visiting professor at the University of Applied Arts, Vienna (2018), and visiting lecturer at Academy of Arts & Design Tsinghua University, Beijing/China (2019), SOZO Kassel Hochschule (2018, 2019), Shandong University of Arts, China (2017) amongst many others.


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