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IKW
Datum | 03.12.2020, 16.45 h - 18.15 h
Ort | Universität Wien, Universitätsring 1, 1010 Wien, Hörsaal C1

Vortrag von Helmut Draxler (Angewandte) im Rahmen der Vortragsreihe Perspektiven auf zeitgenössische Kunst in Kooperation mit der Universität Wien und der Universität für Angewandte Kunst.
Live on Screen: https://ustream.univie.ac.at/live/watch.html?id=75bcbc1f-beec-4eb5-8139-251407e93ae0

Jeden Donnerstag von 16.45 – 18.15 Uhr

Während und nach der Vorträge wird ein rocket.chat channel eröffnet: Fragen, Diskussionsbeiträge etc. einfach dort posten, wir lesen sie dann vor Ort vor und stellen sie an die Vortragenden:
https://chat.uni-ak.ac.at/group/perspectivesoncontemporaryart

8. Oktober 2020
Magdalena Nieslony (Univ. Wien)
Gute Kunst. Die ethische Wende künstlerischer und kunstkritischer Praxis
Was eine „gute Kunst“ ist, wird immer wieder neu verhandelt und
die jeweils dominierenden Kriterien zeigen sich in der institutionell
 anerkannten künstlerischen Praxis. So werden Besucherinnen und 
Besucher einer zeitgenössischen Großausstellung zunehmend mit
 Kunst konfrontiert, die eine gesellschaftliche Relevanz für sich beansprucht
 und die danach beurteilt wird, ob und wie sie die geltenden
 sozialethischen Werte anzeigt. Der Vortrag diskutiert diese
Tendenzen an ausgewählten Beispielen künstlerischer Arbeit und 
kritischer Diskurse der letzten zwanzig Jahre.

15. Oktober 2020

Eva Kernbauer (Angewandte)

Perspektivwechsel: Vom Blick der Kunst auf die Geschichte

Die künstlerische Auseinandersetzung mit Geschichte umfasst
 neben dokumentarischen Formaten noch andere, höchst diverse
 Medien und Ansätze zur historiografischen Darstellung, Erzählung
 und Aufführung. Die Themen, Instrumentarien und Konzeptionen 
dessen, was wir unter „Geschichte“ und „Geschichtsdarstellung“
verstehen, stehen dabei gleichermaßen zur Debatte. Während die 
traditionellen Institutionen historischen Wissens in vermittlungstechnische,
 kommunikationspraktische und konzeptionelle Krisen
geraten sind, wächst der Spielraum künstlerischer Geschichtsarbeit, 
gegenwarts- und gesellschaftsbezogene Fragen vor einen 
globalen Horizont zu stellen und die Prämissen des aufklärerischen
 Geschichtskonzepts zu befragen. Der Vortrag verfolgt die damit verbundene 
Kritik nicht nur an Geschichte, sondern auch an Kunst –
 und an denjenigen Vorstellungen von Subjektivität, Handlungsmacht
 und Anschaulichkeit, die beiden gleichermaßen zugrunde liegen.

22. Oktober 2020

Diedrich Diederichsen (Akbild)
Ohne Titel. Ohne Eigenschaften

Was bedeutet es, sich nicht festlegen zu wollen? Welche Freiheit
ist die, erstmal abzuwarten? Welche künstlerische Haltung wartet
erstmal die Rezeption ab? Wer verzichtet gerne auf die „unsichtbare
Farbe“ (Duchamp)? Welche Rolle hätte der junge Schauspieler Martin
Kippenberger für sein Leben gerne gespielt?

29. Oktober 2020

Sebastian Egenhofer (Univ. Wien)

Ortsspezifische Kunst, planetarische Technik
und allgemeine Ökologie

Die Orte, an denen „Kunst“ meistens erscheint, sind heute Knotenpunkte 
in Netzwerken technischer Infrastrukturen, die von der
 Kanalisation bis zu Satellitennetzen reichen und die in eine komplexe
 ökologische Umgebung eingelassen sind. Der Vortrag geht der
 Veränderung des Paradigmas ortsspezifischer und institutionskritischer 
Kunst unter der Bedingung dieser technischen und ökologischen
 Entgrenzung nach. Wie können künstlerische Interventionen
an einem noch immer auch materiellen (geografischen, architektonischen)
 Ort, die letztlich planetarischen Interdependenzen erfahrbar 
oder denkbar machen, in denen sie selbst und ihre Benutzer_innen
 stehen?

5. November 2020
Caroline Schopp (Univ. Wien / Getty, ACLS Fellow Univ.)

Paradigms of Performance Art

The art history of performance art tends to provide a narrative of
 emancipatory action: performance art emancipates the body by
 staging or inviting direct action, stimulates experiences of liveness 
and immediacy, and agitates politically. This lecture presents a critical
 history of the action-paradigm and considers countermodels that
 accommodate performances of precarity, melancholy, and constraint
 that fail or refuse the call to action. We will look at the work of Tania 
Bruguera, Franko B, and William Pope.L amongst others.

19. November 2020

Alexi Kukuljevic (Angewandte)

Merrily We Go to Hell

In an interview concerning her film, Le Camion (The Truck), Marguerite
 Duras formulates the puzzling notion of a path of joyful despair.
This is a joy, she suggests, that comes from giving up, of letting,
 as she herself puts it in the film, the world go to ruin. What does it
mean to speak of an art that lets the world go to ruin? This question
 serves to frame my inquiry into what concerns us with the “contemporary”
 and will serve to initiate us into an art where hell is a place
 of despair and joy, horror and hilarity.

26. November 2020

Barbara Reisinger (Univ. Wien)

Tapetenwechsel. Reflexionen zur Ortsspezifität

Seit den 1960er Jahren hat sich der Bezug künstlerischer Arbeiten
 auf den Ort ihrer Installation als kritische Strategie etabliert, die sich 
gegen die Warenform und den bürgerlichen Unterhaltungscharakter
 der Kunst wendet. Inzwischen gehört die sogenannte Ortsspezifität
 zum Standardrepertoire der installativen Gegenwartskunst. Ausgehend 
von der Tapete als Modell für die Mindestanforderungen des Ortsbezugs 
– auf die vorgegebenen Ausmaße zugeschnitten – fragt der Vortrag
 nach den Potenzialen und der Aktualität solcher Strategien.

3. Dezember 2020
Helmut Draxler (Angewandte)

Gegen die Gegenwart

Sinn scheint sich heute nur als gegenwärtiger einfordern zu lassen.
 Gegenwartskunst wird dementsprechend zumeist in Bezug auf aktuelle
 Ereignisse verstanden, als ein akutes Bedürfnis, ein relevantes
 Versprechen oder eine unumgängliche Verwirklichung. Doch
 zweifellos ist die Gegenwart selbst nicht unbedingt aktuell: sie stellt
 einen konzeptuellen Rahmen dar, durch den hindurch wir Ereignisse 
zuallererst wahrnehmen und bewerten. Die historische Bedingtheit
 dieses Rahmens ist offensichtlich; sie zu adressieren scheint mir
 die grundlegende Voraussetzung darzustellen, der ebenso theoretischen 
wie praktischen Herausforderung zu begegnen, Kunst und
 Politik jenseits der Zumutung durch die reine Gegenwart zu denken.

10. Dezember 2020
Sabeth Buchmann (Akbild)

Institutionskritik als infrastrukturelle Ästhetik?

Die wachsende Aufmerksamkeit für „kritische Infrastrukturen“ wirkt
sich, wie diesbezügliche Beiträge von Keller Easterling, Irit Rogoff
und Marina Vishmidt zeigen, auch auf den Diskurs der Institutionskritik
aus. Vor diesem Hintergrund werden hiermit assoziierte
künstlerische Verfahren, darunter jene der ortspezifischen Intervention
und der performativen Instruktion, einer historisch-kritischen
Neubetrachtung unterzogen. Die vorgeschlagene Revision gilt auch
dem für die historischen (Post-)Avantgarden charakteristischen
Spannungsverhältnis von Kritik und (Anti-)Ästhetik.

17. Dezember 2020

Edith Futscher (Angewandte)

Abschreiben und dergleichen: Unzeitgemäß handeln

Künstlerische Praxen unterscheiden sich auch darin, wie verarbeitete
Zeit als solche vermittelt wird. Anhand einiger weniger Beispiele
soll gezeigt werden, wie mittels zeitintensiver Herstellungsprozesse
Sand ins Getriebe der Produktivität gestreut und dabei Tätigkeit
hochgehalten werden kann. „Etwas tun und es wieder tun“ (Agnès
Varda) – der Beitrag nimmt mehr oder weniger stupende Formen
des Reproduzierens in den Blick.

14. Jänner 2021
Katalin Cseh-Varga (Akbild / HU Berlin)

Zu Theorie und Kunst in Zeiten des Staatssozialismus

Im Vortrag wird der Dialog zwischen Künstler_innen, Kunsttheoretiker_
innen und „reisenden“ philosophischen Strömungen in
 den 1960er und 1970er Jahren erkundet. Grenzüberschreitende
 intellektuelle Debatten und Einflüsse sind Gegenstand der Untersuchung 
mit Stationen im sozialistischen Polen, in Rumänien, in der
 Tschechoslowakei und in Ungarn. Die zu behandelnden Fallbeispiele
 reichen von der Wirkung des Zen-Buddhismus auf die tschechoslowakische
 Aktionskunst bis zur Etablierung von Künstler_innen 
als selbsternannte Theoretiker_innen in Rumänien.

21. Jänner 2021

Rose-Anne Gush (Angewandte)
Instability of Form after the Global Turn
<Considering how the formal instability of art relates to its intimations
 of catastrophe, and how art renders objective the crises of a
bordered world, this lecture will unfold a methodology that aims to 
recast “global art” showing how twentieth-century anti- or a-formal
 art practices register or manifest the unevenness of capitalist modernity. 
I argue that accounting for the anti- or a-formal investments
 in art, in conjunction with an analysis of the combined and uneven 
temporalities undergirding global capitalist development, will provide the conditions of possibility to rethink the “global turn” today.

Wird noch bekannt gegeben
Christian Kravagna (Akbild)

Ghosts of the Civil Dead

Die 2016 von Christian Kravagna in Bratislava kuratierte Ausstellung Ghosts of the Civil Dead versuchte eine postkoloniale Erkundung
 der gegenwärtigen „society of exclusion“, wie ihr Untertitel
 lautete. Sie reagierte auf die „Normalität“ des Rassismus, der restriktiven
 Grenzregime und vielgestaltigen Internierungspolitiken in
 den westlichen Gesellschaften mit einer Zusammenführung von
 zeitgenössischen Künstler_innen, deren Arbeiten die Notwendigkeit
des Umwegs über Geschichten von Sklaverei und Kolonialismus für
 das Verständnis der Gegenwart verdeutlichen.


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