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IKW
Datum | 19.12.2014, 17.00 h
Ort | Treffpunkt: Schaltergebäude des VIB (Vienna International Busterminal), Erdbergstraße 200 A, 1030 Wien

Eine Stadtführung mit Ivaylo Ditchev (Kulturanthropologe, Sofia, Fellow am IWM, Wien), Michael Hieslmair und Michael Zinganel (Stadtforscher, Tracing Spaces, Wien), sowie mit Expert_innen an den jeweiligen Stationen. Eine Veranstaltung des WWTF-Forschungsprojektes Stop and Go am Institut für Kunst- und Kulturwissenschaften.

  Zwischenstopp: Linie Rom - Vilnus, © Hieslmair | Zinganel  

Gegenüber der U3-Station Erdberg, neben dem Park & Ride Parkhaus Erdberg und direkt unter der Brücke der A23, bekannt als Südosttangente, das meist befahrene Autobahnteilstück Österreichs, liegt der Wiener Internationale Busbahnhof - vom privaten Busunternehmen Blaguss nach einer langen Geschichte der Dislozierung durch das Wiener Stadtgebiet in Eigeninitiative errichtet. Insbesondere Freitagabend verwandelt sich dieser vermeintliche Nicht-Ort in einen dichten Netzwerkknoten transnational mobiler Subjekte, die von hier aus mit Bussen in die Partnerstädte ihrer jeweils individuellen multi-lokalen Existenzen reisen: vor allem in die Slowakei, nach Ungarn, Rumänien und Bulgarien und in die Nachfolgestaaten Jugoslawiens (Montag frühmorgens kehren ebenso viele zurück).

© Bildunterschrift   Busbahnhof und Park and Ride Anlage Wien Erdberg, © Hieslmair | Zinganel  

Aber auch im unmittelbaren Umfeld der U-Bahn und des Busbahnhofes haben sich weitere Unternehmen sowie stadt- und staatsnahe Einrichtungen angesiedelt, deren Nutzer auf vielfältige Weise das Netzwerk an transnationalen Mobilitätsströmen, das die Stadt Wien durchzieht, abbilden: von der Österreich-Zentrale des globalen Beratungsunternehmens Price Waterhouse Coopers und die Town Town - das bislang größte Private-Public-Partnership-Projekt Österreichs - bis hin zu den Zentralen der Wiener Stadtwerke Holding und der Wiener Linien. Neben sozialen Einrichtungen wie u.a. dem Sitz des MA15-Gesundheitsdienstes der Stadt Wien findet sich hier in einem Gebäude des ehemaligen Zollamtes seit kurzem die temporäre Bundesbetreuungsstelle für Flüchtlinge.

Diese "Tour" ist die erste in einer Serie von Stadtführungen, die als Mittel performativer Wissensgenerierung und -vermittlung die Erfahrungen von Mobilitäts-Expert_innen mit unterschiedlichen Motiven, Routen und Rhythmen, gegen überstellt, die jeweils zur Produktion von sozialem Raum beitragen. Weitere Touren führen ab Ende Jänner 2015 jeweils Freitags zu Knotenpunkten transnationaler Mobilität in und um Wien: u.a. ins Wiener AKH, in den Wiener Hafen, zu Logistik-Knoten im Süden, sowie ins Dreiländereck Slowakei, Ungarn und Österreich.

Die Touren sind Teil der öffentlichen Veranstaltungen des WWTF-Forschungsprojektes Stop and Go, das die Transformation öffentlichen Raums an Haltepunkten transnationaler Mobilität entlang bedeutender europäischer Verkehrskorridore untersucht, konzipiert und durchgeführt von Michael Zinganel und Michael Hieslmair an der Akademie der Bildenden Künste Wien.

Nähere Informationen zum Gesamtprojekt: www.stopandgo-transition.net/


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