Akademie der bildenden Künste Wien
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IKW
Datum | 29.11.2019, 14.00 h
Ort | Bürozimmer E0109 im Institut für Kulturmanagement und Gender Studies an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, Anton-von-Webern-Platz 1, 1030 Wien

Die Veranstaltung findet im Rahmen des Forschungsprojektes The Dissident Goddesses‘ Network am Institut für Kunst- und Kulturwissenschaften statt.

 

© Ela Posch, BÜRO ZIMMER FREI, 2019

 

Wir freuen uns sehr die ersten Preisträgerinnen in der Kategorie „Offices“ unseres Architekturpreises bekanntgeben zu können. Der Preis geht an Barbara Kremser (Barbara Ungepflegt) und Ela Posch mit ihrem Projekt BÜRO ZIMMER FREI, das Bürozimmer E0109 in der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien (mdw).

Die Jury äußert sich dazu folgendermaßen: In ganz außergewöhnlicher Weise gelingt es den beiden Preisträgerinnen mit diesem Projekt der gesellschaftlichen Tendenz des Verschwindens des öffentlichen Raums entgegenzuwirken mit den Mitteln einer ästhetischen Vielfalt in experimenteller Weise und der präzisen Ausformulierung der kulturgeschichtlichen, künstlerischen und feministischen Korrelationen. Die beiden Preisträgerinnen stellen der Gesellschaft einen diskursiven Raum zur Verfügung, einen Raum der eine ästhetische, politische und solidarische Teilhabe ermöglicht. Es ist ein Zwischenraum, ein Raum der Utopie, ein realer und zugleich imaginärer Zufluchtsort.

Das Projekt: Die Installation BÜRO ZIMMER FREI wurde bereits am 10. Oktober 2016 feierlich eröffnet. BÜRO ZIMMER FREI ist als Arbeitsstätte für all jene konzipiert, die die herkömmlichen Arbeitsstrukturen hinter sich lassen wollen. Das Besondere daran ist nicht nur der Nachhaltigkeitsaspekt, den mittlerweile viele Bürogebäude aufweisen, sondern das Office-Life-Konzept, das Posch und Ungepflegt als eine der Vorreiterinnen darin umzusetzen versuchen.

Das vorrangige Ziel von BÜRO ZIMMER FREI ist, die Arbeitsstrukturen effizienter zu gestalten. Dazu zählen unter anderem die Förderung von Mobile Working, die Verschmelzung von Work und Life, die Einführung einer nachhaltigen Büroausstattung sowie die freie Wahl des Arbeitsplatzes. Auch (Arbeitsplatz)Suchende außerhalb der mdw sind herzlich willkommen. Posch und Ungepflegt stellen eine Tagesbar, einen Altar und eine Menstruationsecke zur Verfügung, damit ein Nach-Hause-Gehen nicht mehr erforderlich ist. Neben dem Bürodesign spielt daher der Wohlfühlfaktor am Arbeitsplatz eine wesentliche Rolle.

Was im Zimmer E0109 im Institut für Kulturmanagement und Gender Studies / mdw bereits heute praktiziert wird, könnte in naher Zukunft den Alltag in vielen Universitäten und anderen Unternehmen bestimmen. Denn zum einen ist Büroraum teuer, zum anderen sind die Zyklen, bedingt durch die zunehmende Krisenanfälligkeit der Konjunktur, schneller geworden. „Darauf müssen die Firmen sich einstellen. Standortwahl und eine effiziente Flächennutzung spielen eine immer wichtigere Rolle“, erklärte bereits 2013 Claus Zincke von Union Investment Real Estate beim Jahresauftaktkongress der Immobilienwirtschaft CIMMT in Frankfurt.

The Dissident Goddesses Network ist ein Zusammenschluss von Forscherinnen und Künstlerinnen, denen daran gelegen ist, auf vielfältige, auch experimentelle Weise einen Zugang zum Fundbestand paläo- und neolithischer weiblicher Figurinen aus Niederösterreich zu öffnen. Zu diesem Zweck finden kulturgeschichtliche, künstlerische und feministische Ansätze zusammen. Ziel ist eine Stärkung der Präsenz dieses Erbes in der Öffentlichkeit wie die Stärkung der Frauen der Region in ihrem Selbstverständnis und ihrem Selbstbewusstsein. Das ländliche Niederösterreich könnte eine bedeutende Rolle für eine nicht zuletzt durch die Leistung von Frauen im ländlichen Raum garantierte Zukunft ökologischer Nachhaltigkeit und Biodiversität innerhalb Europas spielen. Gesichtspunkte wie die Frage nach der sozialen, ökonomischen und politischen Rolle der Frauen damals und heute und die Vor- und Nachteile des Regionalen sind leitend.

Das Projekt ist eine Kooperation der Akademie der bildenden Künste, Wien, mit der Forum Morgen Privatstiftung unter der Leitung von Felicitas Thun-Hohenstein und Elisabeth von Samsonow.


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