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IKW
Datum | 24.04.2017, 19.00 h
Ort | Akademie der bildenden Künste Wien, Hauptgebäude, Schillerplatz 3, 1010 Wien, M13a

Daniel Faust wird im Kontext der Vorlesung Medientheorie II von Andreas Spiegl seine Arbeiten vorstellen.

 

© Daniel Faust

 

Die Lehrveranstaltung befasst sich dieses Semester mit der Geschichte des Beispiels: Ein Beispiel weist implizit auf andere Dinge oder Situationen, die es repräsentieren soll; es wird als eines unter anderen wahrgenommen, mit denen es gemeinsame Züge teilt, um sich aber gerade durch seine Exemplarität von diesen zu unterscheiden. Es gehört zu diesen unter der Bedingung, dass es aus diesen herausgehoben, abstrahiert und aus dem Zusammenhang genommen wird, isoliert zum Zweck der Repräsentation. Und hier liegt der Punkt, an dem sich Beispiele und Medien in der Frage nach Repräsentationspolitik berühren: Stellt Exemplarität eine den Medien immanente Funktion dar? Vermittelt die Verwendung von Medien intrinsisch einen Sinn fürs Exemplarische? In welcher Form zum Beispiel wird die Entscheidung ein Bild von etwas aufzunehmen, mit der Transformation dieses Motivs in ein Bespiel verbunden? In welchem Maße hängt die Wahl des Mediums von der Frage ab, welche sozialen oder kulturellen Bereiche des Exemplarischen damit verbunden werden, zum Beispiel das Feld der Kunst oder Soziale Medien?

Ein Beispiel steht für andere, es repräsentiert mehr als sich selbst und deutet auf eine Menge ähnlicher Dinge oder Situationen, die dessen herausgehobenem vereinzelten und exzeptionellen Status entsprechen sollten: Indem das Beispiel eines von vielen repräsentiert, deutet es implizit auf eine Ästhetik der Quantität. Das Werk von Daniel Faust versammelt ein wachsendes Archiv von Bildern, die den Status des Exemplarischen in jedem Motiv befragen. Im Horizont seiner tausenden Bilder stellt sich die Frage, in welchem Maße jedem einzelnen Ding oder Augenblick die Möglichkeit eingeschrieben ist, ein Beispiel zu werden, nur auf den Moment zu warten, im Rahmen des Exemplarischen als Beispiel sichtbar zu werden. Die künstlerische Praxis von Daniel Faust beinhaltet aber auch die entgegensetze Richtung, die jedes einzeln hervorgehobene Beispiel und ausgestellte Objekt in einen Raum zahlloser Ähnlichkeiten einschreibt, um damit das Exzeptionelle in einen Status der Vielheit zurückzuübersetzen, ­wenn man so will – politisch in eine Repräsentation von Demokratie.    

Daniel Faust is a photographer whose archive presently consists of 35,000 images from travels across the United States, Europe, Asia, South Africa, the Middle East, Brazil, India, New Zealand and elsewhere.

Faust is exhibiting Silicon, a series of six sizable photographs 5 x 25 linear ft, in Life in Picoseconds at Le Laboratoire Cambridge, MA; March to June 2017. His most recent solo exhibit was at Norma Mangione Gallery, Torino, Italy autumn 2016. His photographs have been exhibited at The Metropolitan Museum of Art, New York; Arsenal Biennale, Kiev; Ural Biennial, Ekaterinburg, Russia; Museum Van Hedendaagse Kunst, Antwerp, Belgium; Gwangju Biennale,  South Korea; Istanbul Biennial, Turkey; Vienna Secession, Austria; Institute of Contemporary Art, Boston; documenta, Kassel, Germany; American Fine Arts Co, New York; and The New Museum, New York.

His work has been published in Mousse Magazine; Contemporary Art Daily; The Art Newspaper; Atlántica; Harvard University Press and L’Ecole Nationale Superieure des Beaux Arts; Der Standard; Parkett; Artforum; Flash Art; Aperture and The New York Times.

Faust has been invited to present his work in April, 2017 at Harvard University, Cambridge, MA, Fondazione Sandretto  Re Rebaudengo, Curatorial Program, Torino, Italy; ARIA, Antwerp Research Institute of the Arts, Antwerp University and Institute of Arts and Cultural Studies, Akademie der bildenden Künste Wien.

He has given a variety of talks, presentations, and workshops at Rodchenko School, Moscow, Russia; ACT, Art Cultural and Technology, Massachusetts Institute of Technology, Cambridge; Icel Arts Club, Mersin, Turkey, the 10th International Istanbul Biennial Program (supported by U.S. State Department and U.S. Consulate General in Istanbul); University of California, Los Angeles; Glassell School of Art, Museum of Fine Arts, Houston; Curatorial Studies, Bard College, New York; Museum für Gestaltung, Zurich; Staatliche Hochschule für Bildende Kunst Städelschule, Frankfurt; Goldsmiths College, London; Jan Van Eyck Akademie, Maastricht and Cooper Union, New York.

Faust was born in New Rochelle, New York. He attended university, as well as art school, in New York, California, and Chicago, and resides on Mulberry Street in Little Italy, New York.


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