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Datum | 21.11.2007, 18.00 h
Ort | Akademie der bildenden Künste Wien, Institutsgebäude, Karl-Schweighofergasse 3, 1070 Wien, Hörsaal 3. Stock

Vortrag von Tom Holert, Kunsthistoriker und Kulturwissenschaftler (Berlin/Wien), im Rahmen der Vorlesung "Das Erziehungsbild", organisiert von Tom Holert und Marion von Osten.

Ob Zeichnungen, Fingermalerei oder Bauklotz-Architekturen - die
bildnerische Produktion von Kindern wurde im Zuge der Psychologisierung der Kunsterziehung seit dem späten 19. Jahrhundert zum Gegenstand der Beobachtung und Prüfung. Individuelle Eignung und Intelligenz sollten so erhoben werden. Ähnlich wie das Kind als "Medium der Erziehung" (Niklas Luhmann) betrachtet werden kann, erklärt man seine bildlichen und plastischen Hervorbringungen zu Medien, mit denen es sich der prüfenden und erzieherischen Macht mitteilt. An Beispielen aus Deutschland und den USA, vor allem der 1920er und 1930er Jahre, soll der historische und wissenschaftliche Kontext dieser methodischen Sichtbarmachung kindlichen Denkens und Fühlens erörtert werden.