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Datum | 30.01.2012, 17.00 h - 20.30 h
Ort | IWK, Berggasse 17, 1090 Wien

Vortrag von Josef Bakić im Rahmen der Forschungswerkstatt ‚involviert forschen und bilden’ am Institut für das künstlerische Lehramt, Fachbereich Kunst- und Kulturpädagogik. Konzept: Rosemarie Ortner (Universität Graz Arbeitsbereich Pädagogische Professionalisierung) und Marion Thuswald in Kooperation mit dem IWK – Institut für Wissenschaft und Kultur.

 

Handeln und Forschen in pädagogischen und sozialarbeiterischen Handlungsfeldern stehen immer schon vor dem Problem institutionelle Aufträge, gesellschaftliche Erwartungen, öffentliche Meinungen, fachliches Dafürhalten und individuelle Bedarfslagen gleichermaßen im Blick zu haben. Wird diese Spannungsfeld der Ansprüche nicht berücksichtigt - dominieren etwa auf standardisierte Objektivität abzielende soziologische oder psychologische Analysen, die gewissermaßen unbeteiligt und nüchtern gegenüber dem Forschungsgegenstand agieren - besteht die Gefahr, das Pädagogische bzw. Sozialarbeiterische unkenntlich zu machen. Muss man die Menschen also doch irgendwie mögen, um in diesem Feld zu bestehen? Anhand verschiedener Beispiele aus der Professionalisierungsforschung im sozialpädagogischen und sozialarbeiterischen Kontext wird der paradoxen Beziehung zwischen der Forscher_in bzw. der Pädagog_in und ihrem "Gegenstand" sowohl fachspezifisch als auch ausbildungsspezifisch nachgespürt.

Josef Bakic arbeitet als FH-Professor für Soziale Arbeit am FH Campus Wien sowie im Verein Kritische Soziale Arbeit mit Schwerpunkte auf Beruf und Bildung und aktuelle Theoriediskurse Sozialer Arbeit.

Die Forschungswerkstatt 'involviert forschen und bilden', die im Wintersemester 2011/12 bereits zum zweiten Mal stattfindet, wendet sich an alle, die im Bereich Bildungs-/Sozial- und Kulturwissenschaften in Projekten, Diplomarbeiten und Dissertationen forschen. Sie bietet die Möglichkeit, an den konkreten aktuellen Projekten im Austausch mit anderen zu arbeiten. Dazu geben 45minütige Vorträge Impulse; nach einer kurzen Diskussion werden die Inputs in kleineren Gruppen auf die jeweiligen eigenen Projekte bezogen.

Die Themen der Forschungswerkstatt entstanden im Rahmen des Sparkling Science Projektes 'Facing the Differences' (www.facingthedifferences.at <http://www.facingthedifferences.at/> ) und wurden so gewählt, dass sie auch für andere Projekte im Bereich Bildungswissenschaft relevant sein können:
 
Der erste Termin im WS 2011/12 thematisiert künstlerische Bezugnahmen auf Theorien und Forschungsergebnisse als eine Möglichkeit der Projektpräsentation. Im Mittelpunkt steht die Frage, in welchem Verhältnis Text und Bild in der Repräsentation von kollektiv generiertem Wissen zu einander stehen. Die weiteren Termine greifen zwei Aspekte der Frage auf, was involvierte Forschung und Bildung bedeuten: Der Anspruch eines verantwortlichen pädagogischen Zugangs zu Differenzen verweist auf die Notwendigkeit der Auseinandersetzung mit Privilegien, was am zweiten Abend in den Blick genommen wird. Der dritte Termin thematisiert, dass sich Forschende und pädagogisch-professionell Handelnde mit einem solchen Anspruch immer im Spannungsfeld von Distanz und Engagement bewegen.

Bisherige Termine:

Dienstag, 05.12.2011, 17.00 h
Privilegien reflektieren - Herausforderungen für pädagogisches Handeln und Forschungshandeln
Katharina Walgenbach und Friederike ReherStrukturelle Privilegien, die mit hegemonialer Männlichkeit, Whiteness, Bildungsprivilegien, Heteronormativität etc. einhergehen, fungieren in modernen Gesellschaften als stille Ressource. Wie wird dies im Sprechen über Privilegien deutlich? Im Input werden exemplarische Ergebnisse aus einem Forschungsprojekt präsentiert, welches Gruppengespräche über den 'Privilegientest' (Baer/Hrzán) mit der dokumentarischen Methode auswertet. In einem Ausblick werden die
Herausforderungen der Reflexion von strukturellen Privilegien für pädagogisches Handeln und Forschungshandeln diskutiert.

Katharina Walgenbach ist Professor_in für Gender und Diversity in Erziehungs- und Sozialwissenschaften an der Universität Wuppertal und arbeitet zu verschiedenen Aspekten von Intersektionalität.
Friederike Reher ist am Lehrstuhl Gender und Diversity der Universität Wuppertal und in unterschiedlichen Kontexten der Antidiskriminierungspädagogik und politischen Bildungsarbeit tätig.

Dienstag, 22.11.2011, 17.00 h
In Szene übersetzen. (Re)Präsentation durch Text, Bild, Raum und Körper
Marty Huber, Erika Doucette

Was haben Körper und Performance mit Wissen und Projektpräsentationen zu tun? In welchem Verhältnis stehen Text und Bild in der Repräsentation von kollektiv generiertem Wissen zu einander? Anhand von Inputs und praktischen Übungen werden Übersetzungsprozesse u.a. zwischen Text, Bild, Raum und Körper diskutiert und erfahrbar gemacht.
Die Vortragenden bringen sowohl Theorien als auch Praxis aus der Performancetheorie und Kulturanalyse zusammen, um eine Reflexion über Verschränkungen von Wissens- und Präsentationsformen anzuregen.
 
Marty Huber sucht Verbindungstüren zwischen emanzipatorischen Praxen und Theorien und arbeitet für die IG Kultur Österreich.
Erika Doucette lehrt transdiziplinäre Forschung mit dem Schwerpunkt auf Gender und postkolonialer Kritik an der Universität Wien.