Akademie der bildenden Künste Wien
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Online | 01.12.2021, 18.00 h
Ort | Online via Zoom

The lecture series #DIDAKTIK Articulations, Algorithms, Infrastructures and Social Media in Critical Art Education in Digital Times poses new questions in the context of the increased use of digital technology in art education.

Memetische Gegenöffentlichkeiten: Digitale Faschismen und rechte Gefühlskollektive
Vortrag von Simon Strick

Zoom: https://hkb-bfh-ch.zoom.us/j/99226695555?pwd=RER3Q0hYUHZaZk1DZUlBM3lldTdkdz09
Meeting-ID: 992 2669 5555
Kenncode: 220558

 

Die Vortragsreihe #DIDAKTIK Artikulationen, Algorithmen, Infrastrukturen und Social Media in der kritischen Kunstvermittlung in digitalen Zeiten findet als internationale Kooperation zwischen dem Fachbereich Kunst und Bildung am Institut für das künstlerische Lehramt an der Akademie der bildenden Künste Wien und dem Studiengang Art Education an der Hochschule der Künste Bern findet seit dem Sommersemester 2021 statt und wird im Wintersemester fortgeführt.

#Didaktik markiert die Wende zur Didaktik in digitalen Zeiten. In der postdigitalen Kultur, als Internet State of Mind bezeichnet (Chan 2011), und insbesondere seit den Social Distancing Regeln, die zu neuen Einsatzformen digitaler Tools in der Lehre geführt haben, sind die Diskussionen um die Beziehungen zwischen Didaktik und Digitalität höchst aktuell und überaus brisant. Digitalität ist eng mit unseren gesellschaftlichen Strukturen verflochten. Der digitale Raum bietet neue Formen für künstlerische Produktion, Distribution und Rezeption, die auch gesellschaftliche und politische Folgen haben, was im Zusammenhang mit den künstlerischen Lehramtsstudien als zentral zu erachten ist. In Zusammenhang mit Didaktik ist es mit der Verbreitung und der vermehrten Forderung nach digitalen Vermittlungstools und Lehrmitteln wesentlich zu diskutieren, wie unter aktuellen postdigitalen Bedingungen gelernt und gelehrt wird und wie sich diese Forderungen zu Bildungspolicy verhalten. Didaktik ist dabei ein umstrittener Begriff (Settele/ Schürch 2019), den es hinsichtlich der Digitalität neu zu untersuchen und zu positionieren gilt, zugleich eröffnet Digitalität ein Handlungsfeld in und für die Schule (Lingg/Schmidt 2020) – hier setzt die Vortragsreihe an.

06.10. 18:00 Uhr Torsten Meyer
Post-Internet Art Education

Abstract:
Die Digital Natives der zweiten und dritten Generation sind in den Kunsthochschulen, Akademien und Universitäten angekommen. Zurzeit sind sie dabei, die Gewohnheiten des Kunstsystems durcheinanderzubringen. Sie verbindet kein erkennbarer Stil, wohl aber eine gemeinsame Haltung: Sie leben mit großer Selbstverständlichkeit eine auf den durch digitale Medien induzierten sozialen, politischen, technologischen und wirtschaftlichen Veränderungen fußende Normalität, ohne die Gründe dieser Bedingungen als solche noch zu thematisieren, sind über das Neue und Besondere des Internet hinaus. Im Vortrag werden Potenziale und Herausforderungen dieses „Internet State of Mind“ für die Kunst und die Kunstpädagogik nach dem Internet diskutiert.

Kurzbiografie:
Torsten Meyer; Dr. phil., Professor für Kunst und ihre Didaktik, Schwerpunkt aktuelle Medienkultur an der Universität zu Köln. Arbeitsschwerpunkte: Post-Internet Art Education, Globalisierung & Digitalisation, Schul- und Hochschulentwicklung im Horizont grundsätzlich veränderter Medienkultur. Er ist Autor und (Mit-)Herausgeber verschiedener Bücher, zuletzt: Where the magic happens – Bildung nach der Entgrenzung der Künste (2016), Übertrag. Kunst und Pädagogik im Anschluss an Karl-Josef Pazzini (2017), Arts Education in Transition–Ästhetische Bildung im Kontext kultureller Globalisierung und Digitalisation (2020). medialogy.de

13.10. 18:00 Uhr Michelle Teran
The Digital Dérive: Embodied Experiments in Practising the Social during the Apocalypse

Abstract:
Social Practices is a socially engaged art and design practice of working with social relations, collaboration, and embodiment. Put another way, it can start with how the body senses and makes sense of its environs, while speaking about the ethics and relationality of place, and how we are all intermeshed in the material world. Yet, how can one develop these social and bodily art practices when suddenly most interactions move to a digital environment? In this lecture, I will speak about some of the challenges social practitioners face – artists, designers, and educators – introducing some creative strategies developed by teachers at the Willem de Kooning Academy during the pandemic lockdown. Performance art, movement and score-based practices, locative media, networked performance, and mail art inform these examples. 

Kurzbiografie:
Michelle Teran (born in Canada) is an educator, artist, and researcher. She is a practice-oriented Research Professor of Social Practices at Willem de Kooning Academy (WdKA). Her research areas encompass socially engaged and site-specific art, counter-cartographies, social movements, feminist and critical pedagogy. Her artistic works inhabit multiple forms and formats, pedagogical experiments, film, performance, participatory events and video interventions in public space and bookworks. She received her Philosophiae Doctor (Ph.D.) in Artistic Research, Faculty of Fine Art, Music and Design, University of Bergen. She is former Associate Professor Art & Technology at Norwegian University of Science and Technology (NTNU).  Winner of several awards she received the Transmediale Award, the Turku2011 Digital Media + Art Grand Prix Award, Prix Ars Electronica honorary mention, and the Vida 8.0 Art + Artificial Life International Competition. She lives and works between Rotterdam and Berlin.

20.10. 18:00 Uhr Ruha Benjamin
The New Jim Code: Reimagining the Default Settings of Technology & Society

Abstract:
From everyday apps to complex algorithms, technology has the potential to hide, speed, and deepen discrimination, while appearing neutral and even benevolent when compared to racist practices of a previous era. In this talk, Ruha Benjamin explores a range of discriminatory designs that encode inequity -- what she terms the “New Jim Code.” This presentation takes us into the world of biased bots, altruistic algorithms, and their many entanglements, and provides conceptual tools to decode tech promises with historical and sociological insight. She will also consider how race itself is a kind of tool designed to stratify and sanctify social injustice and discuss how technology is and can be used toward liberatory ends. In doing so, Ruha challenges us to question not only the technologies we are sold, but also the ones we manufacture ourselves.

Kurzbiografie:
Ruha Benjamin is Professor of African American Studies at Princeton University, Founding Director of the Ida B. Wells Just Data Lab, and author of the award-winning book Race After Technology: Abolitionist Tools for the New Jim Code among many other publications. Her work investigates the social dimensions of science, medicine, and technology with a focus on the relationship between innovation and inequity, health and justice, knowledge and power. Professor Benjamin is the recipient of numerous awards and fellowships including from the American Council of Learned Societies, National Science Foundation, Institute for Advanced Study, and the President’s Award for Distinguished Teaching at Princeton. For more info visit www.ruhabenjamin.com

10.11. 18:00 Uhr Kinga German
Partizipatorische Ansätze in der Vermittlung zeitgenössischer Kunstprojekte- Möglichkeiten des Digitalen

Abstract:
Im Vortrag von Kinga German werden Ansätze der partizipatorischen Kunstvermittlung im Hinblick auf schon realisierte Projekte und ihrer Didaktik erläutert. Wie sollen digitale Formate, Objekte, Spiele von Kuratoren so eingesetzt werden, dass sie nicht als Selbstzweck oder "modisches" Instrument erscheinen? 

Kurzbiografie:
German Kinga,Dr. phil, Kunsthistorikerin, Dozentin an der MOME Budapest. Studium an den Unis von Heidelberg und Karlsruhe (Kunstgeschichte, Baugeschichte und Allgemeine Pädagogik M.A.). Aufbaustudium „Kulturmanagement“ an der FernUniversität in Hagen; „Marketing und Werbung” am Institut für Kulturkonzepte in Wien. 2011 Promotion an der Universität Stuttgart. Seit 2008 ist sie Studienleiterin des Masterfaches Design-und Kulturmanagement und der Aufbaustudiengänge Museumsmanagement und Kulturmanagement an der MOME.

Forschungsgebiete: spätgotische Kleinarchitektur; internationale zeitgenössische Kunst und ihre partizipatorische Vermittlung, Museumspädagogik; digitales Museum.

2021 ist sie Initiatorin und Kuratorin des Projekts MOME Emotions (Kunst am Bau/ Neuer Campus der Universität für Kunst und Design Moholy-Nagy Budapest). Seit 2018 ist sie Jurymitglied des zeitgenössischen Kunstpreises Nadicija NOVUM Bratislava und der Kunst-und Designuniversität Bratislava. Seit 2019 Jurymitglied des Preises für aktivistische und soziale Vermittlungsarbeit Art Transfer (Ludwig Museum Budapest), seit 2021 Jurymitglied im Budapester Verein für Autismus. Redaktionsmitglied der Berliner Buchreihe DESIGN & ACTIVISM.

24.11. 18:00 Uhr Gila Kolb
Sind wir jemals digital gewesen? Überlegungen zu einer postdigitalen Kunstpädagogik

Abstract:
Seit der Erfahrung des Lockdowns in der Folge von Covid-19 findet vermehrt digitales und hybrides Lehren statt. Das hat für die Fächer, die ästhetische gestalterische und körperliche Aspekte bilden, Folgen. Denn insbesondere in diesem Unterricht ist die Präsenz von (analogen) Materialien, von Körpern die vor- und nachmachen, bisher als unabdingliche Konstante guten Unterrichts verstanden worden. Wie kann nun eine gestalterische Technik nur am Bildschirm erläutert werden? Wie können individuelle gestalterische Prozesse von Lehrpersonen begleitet werden? Wie eine Bewegung erklären, wie gemeinsam hören, wie die Begegnung mit einem Original inszenieren? Wie Kunst & Gestaltung in der post digitalen Kondition vermitteln? 

Kurzbiografie:
Gila Kolb ist forschende Kunstpädagogin und Kunstvermittlerin. Sie leitet sie die Forschungsprofessur Fachdidaktik der Künste an der PH Schwyz und ist Dozentin an der Hochschule der Künste Bern. Sie ist Mitgründerin der Agentur für Kunstvermittlung agency art education, Herausgeberin des Interview Blogs The Art Educator's Talk und Mitherausgeberin des Workbook Arts Education MYOW. Arbeitsschwerpunkte: Post-digitale Kunstvermittlung, Strategien und Agency von KunstvermittlerInnen, Zeichnen können im Kunstunterricht. Sie interessiert sich für antisrasstische kunstvermittlerische Praxis, Fragen von Digitalität, Nachhaltigkeit im Bezug auf künstlerische Bildung. Herausgaben: Shift (2012), What’s Next? Art Education (2015), Art Education Research °16 (2019), vermittlung vermitteln (2010), Post-Digital, Post-Internet Art and Education: The Future is All-Over (2021). https://aligblok.dehttps://thearteducatorstalk.nethttps://agencyart.education http://myow.de

01.12. 18:00 Uhr Simon Strick
Memetische Gegenöffentlichkeiten: Digitale Faschismen und rechte Gefühlskollektive

Abstract:
Der Vortrag untersucht memetische Kommunikation und Protestformen, wie sie im Zuge rechter Agitations- und Metapolitik vermehrt in Deutschland und den USA auftreten. Neben ideologischen Grundkonstanten der neuen Rechten – zB "großer Austausch", transgressive Politikformen – werden besonders die netztypischen Ausdrucksformen dieser Agitations- und Affektmuster und ihre realweltlichen Ableger besprochen. Ein notwendiger Wechsel der kritischen Perspektiven zu Rechtsextremismus und Neofaschismus wird argumentiert werden.

Kurzbiografie:
Simon Strick (Dr.) ist Genderforscher und Medienwissenschaftler am ZeM Brandenburg. Er hatte Positionen u.a. an FU Berlin, Universität Paderborn und University of Virginia inne. Seine Forschungs- und Lehrtätigkeit konzentriert sich auf Gender- und Rassismustheorien, Populäre Kulturen, Affect Studies, Medien- und Kulturanalyse. Mit Susann Neuenfeldt und Werner Türk gründete er 2009 das Performancekollektiv PKRK. Simon Strick lebt und arbeitet in Berlin.


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