Akademie der bildenden Künste Wien
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1. Tag der Ausstellung | 16.03.2021
Ausstellungsdauer | 16.03.2021 - 23.03.2021
Ort | Exhibit Eschenbachgasse, Akademie der bildenden Künste Wien, Eschenbachgasse 11 | Ecke Getreidemarkt, 1010 Wien

Die Ausstellung Undoing Landscape ist Teil des gleichnamigen, von Adam  Szymczyk geleiteten Seminars an der Akademie der bildenden Künste Wien in Kooperation mit Kontakt Sammlung und ERSTE Stiftung.

Die teilnehmenden Studierenden sind Viktoria Bayer, Anna Bochkova, Emma Carlén, Kristina Cyan, Louise Deininger, Marie Yaël Fidesser, Lisa Grosskopf, Anthia Loizou, Clemens Matschnig, Taro Meissner, Kamryn Pariso, Ursula Pokorny, Rasmus Richter, Olga Shapovalova, Rini Swarnaly Mitra und Kanako Tada.

 

Im Studio bei der Arbeit mit Siebdrucken für Undoing Landscape, Foto: Anthia Loizou

 

Aufbauend auf das Seminar Principle of Equality an der Akademie der bildenden Künste Wien im Jahr 2019, in dem die teilnehmenden Studierenden den Künstler Daniel Spoerri in Wien und die Künstlerinnen Elisabeth Wild und Vivian Suter in Panajachel, Guatemala, trafen und es mit der Ausstellung Wild Spoerri Rosenstein abschlossen, konzipierte Adam Szymczyk mit der Assistenz von Petja Dimitrova im Jahr 2020-21 ein Seminar, welches sich mit der Idee von Landschaft als einem physischen und gleichzeitig imaginären Raum befasste. 

Landschaft ist ein umstrittenes Feld, in dem politische und kulturelle Projektionen aufeinanderprallen und sich überlagern. In eben diesen Überlagerungen können verschiedene Ideologien der Landschaft und alternativen Formen ihrer Konstruktion verortet und befragt werden: eine Landschaft von Landschaften entsteht.

Diese einwöchige Präsentation von Werken der Studierenden des Seminars Undoing Landscape ist das Ergebnis eines kollektiven Prozesses, der mehrere gemeinsame virtuelle Treffen umfasste mit Gästen, wie den Künstlerinnen Rosalind Nashashibi (London), Ahlam Shibli (Berlin), Katharina Rosenberger (Zürich) und dem Künstler Ross Birrell (Glasglow), und begleitet wurde von der Lektüre literarischer Texte und der Sichtung von Filmen und Videoarbeiten. Die Autoren, die uns durch zugleich reale und imaginäre Landschaften führten, reichten von einem unbekannten Reisenden, der die Periplus Maris Erythraei verfasste (1. Jh. n. u. Z.) über Francesco Petrarca (Die Besteigung des Mont Ventoux, ca. 1350) bis hin zu Malcolm Lowry (Unter dem Vulkan, 1947) und Heiner Müller (Bildbeschreibung, 1988).

In der Siebdruckwerkstatt in Vorbereitung für Undoing Landscape, Foto: Kanako Tada In der Siebdruckwerkstatt in Vorbereitung für Undoing Landscape, Foto: Kanako Tada 

Die Studierenden, die an diesem Seminar teilnahmen und Werke sowie Texte für die Ausstellung produzierten, befinden sich auf unterschiedlichen Lebenswegen und arbeiten mit einer Vielfalt an Medien. Nach dem offiziellen Ende des Seminars im Januar 2021 produzierten sie Siebdrucke, mit der Auflage einer bestimmten Technik und eines Formates – DIN A0, das größte verfügbare Standarddruckformat – also ein gemeinsamer Nenner in einer Vielzahl an Themen und Antworten, die sich im Seminar entwickelten. Für viele Teilnehmende ist ihr Siebdruck, die erste Arbeit, die sie mit dieser Technik umsetzten, die auch eine Geschichte hat in Zusammenhang mit Massenreproduktionen für politische Zwecke, und so von allen Teilnehmenden den willentlichen Verzicht auf einen freien Ausdruck forderte, um alle feinen Unterschiede zum Vorschein kommen zu lassen und offen zu bleiben für die vielen Denkansätze, die sich im Seminar entfalteten. Während die Vermittlung von Inhalt im Vordergrund steht, verlangte der Produktionsprozess eine Art Aussetzen und Verlernen in den jeweiligen vertrauten Metiers von Seiten der Studierenden.

Die Erfahrung von Landschaft ist ihrer Natur nach mit peripatetischer Wahrnehmung und Bewegung verbunden. Mit den Einschränkungen auf Mobilität im Zuge der Pandemie waren uns keine gemeinsamen Spaziergänge und Ortsbesichtigungen möglich. Unsere Form des Austauschs reduzierte sich auf die Begegnungen auf Bildschirmen von Laptops, mit den Teilnehmenden isoliert in den häuslichen Umgebungen ihrer Wohnungen und Ateliers. Eine andere Landschaft bildete sich in der Collage aus losen Hintergründen und Gesichtern in Rastern gereiht, zusammengehalten durch die festgelegten Zeiten der Treffen, und die sich veränderte, wenn Teilnehmende hinzukamen und gingen. Hat diese Erfahrung, die so einzigartig ist für unsere Zeit, Spuren in den einzelnen Werken hinterlassen?

Im Anschluss an die Ausstellung in den Fenstern des Ausstellungsraumes der Akademie der bildenden Künste Wien in der Eschenbachgasse wird ein gemeinsames Portfolio mit den Werken aller Teilnehmenden erstellt werden, das in zukünftigen Schritten des Projekts Verwendung finden kann.

Adam Szymczyk


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