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1. Tag der Ausstellung | 25.03.2021
Ausstellungsdauer | 26.03.2021 - 15.05.2021
Ort | Ausstellungsraum der Akademie der bildenden Künste Wien, Eschenbachgasse 11, Ecke Getreidemarkt, 1010 Wien

GESCHLOSSEN: 1.4.–18.4.2021

Künstler_innen: Amy Casilda Bartoli, Dominik Buda, Cătălina Cosma, Vlad Dinu, Flora Franke, Elena Kristofor, Denise Lobont, Patric Pavel, Diana Păun und Nora Severios

 

Elena Kristofor, Zwischen Wind und Zeit [Between Wind and Time], 2021 © Elena Kristofor

 

Die Ausstellung The Use of Landscape präsentiert Arbeiten von zehn Studierenden aus dem Fachbereich Fotografie und Video von der The National University of Arts Bucharest und dem Fachbereich Kunst und Fotografie der Akademie der bildenden Künste Wien. Diese Zusammenarbeit startete vor einem Jahr als Workshop mit Michael Höpfner und Iosif Király und ist Teil eines größer angelegten Projektes durch die Kuratorin Alexandra Manole, die mit Künstler_innen, Wissenschaftler_innen und Architekt_innen den Begriff Landschaft erkundet. Der Workshop sollte in der Natur abgehalten werden; stattdessen kam die Natur zu uns, in Form eines 120nm großen Virus, der seither unsere direkte Beziehung zur Welt neu zu definieren scheint.

Wald mit einem geschwungenen Stamm in der Bildmitte an dem ein Basketball vorbeifliegt Dominik Buda, Parabelflug, 2021 © Dominik Buda 

Am Beginn des Projekts stand ein einfacher, aber weitreichender Gedanke von Jean-François Lyotard. In seinem Essay von 1989 mit dem Titel Ob man ohne Körper denken kann reflektiert der Philosoph über das Verhältnis von Mensch und Natur und wie man dieses in Hinblick auf das Erlöschen der Sonne und damit das Endes der Erde denken kann. Lyotards Überlegungen sind Ausdruck eines neuen Blickes auf die Erde, mit dem wir seit den 1980er-Jahren konfrontiert sind: wir erleben und beobachten Umweltzerstörung, Klimawandel – haben aber letztendlich Natur im menschlichen Leben vergessen. 

Drei verschlossene Einwegkläser mit gelber, roter und lila-blauer Flüssigkeit gefüllt Nora Severios, 150 Millionen Kilometer entfernt, 2021 (Detail) © Nora Severios 

Die Arbeiten in der Ausstellung greifen diese Stimmung auf. Als Künstler_in dieser Mensch-Naturbeziehung nachzugehen und die Erde, auf der wir folgenreich stehen, unmittelbar zu erfahren und zu beobachten, das war auch im einjährigen Prozess dieses Workshops die eigentliche Herausforderung. Sich an den Naturbegriffen, Naturkonzepten, Naturideologien, Utopien und Technologien der Moderne abzuarbeiten, davon zu lösen und stattdessen ein Erahnen von Natur ohne Worte aus sich selbst heraus zu versuchen und notfalls im Arbeitsprozess an dieser Wirklichkeit, der Zeit, den Ausmaßen auch zu scheitern – vielleicht ist es auch vielmehr der beunruhigende Zustand des postmodernen Menschen und weniger der Natur, der in all den gezeigten Arbeiten mitschwingt.

Die beteiligten Künstler_innen Amy Casilda Bartoli, Dominik Buda, Cătălina Cosma, Vlad Dinu, Flora Franke, Elena Kristofor, Denise Lobont, Patric Pavel, Diana Păun und Nora Severios finden in dieser direkten Auseinandersetzung mit dem Erfahrungsraum Natur zutiefst persönliche Zugänge, die den Gebrauch der Landschaft – The Use of Landscape – zu einer existentiellen Frage verändern.


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