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Mit dem Artist-in-Residence Programm ermöglicht die Akademie der bildenden Künste Wien Künstler_innen aus so genannten "Drittstaaten", i.e. aus nicht-EU Ländern, die Möglichkeit eine dreimonatige Residency wahrzunehmen. Insbesondere Künstler_innen aus Ländern, die der Schwerpunktsetzung der Internationalisierungsstrategie der Akademie entsprechen, sind angedacht. Die Residency wird in Kooperation mit magdas HOTEL, dem social business Hotel der Caritas Services GmbH, umgesetzt. Finanziert wird das Programm durch einen Teil der Gelder, die über die Verkäufe der Akademie-Auktion lukriert werden konnten. Die Residency Künstler_innen halten Workshops für Studierende der Akademie und jeweils einen Artist Talk.

Die Gastkünstler von 2017 sind Pablo Toulouse und Susana Pilar Delahantes Matienzo (beide Sommersemester) sowie Midori Mitamura and Juliana Dos Santos (beide im Wintersemester 2017/18).

Pablo Toulouse

Pablo Emanuel Toulouse studierte am El Instituto de Arte Cinematográfico de la Municipalidad de Avellaneda (IDAC), Buenos Aires und ist freier Gestalter, Storyboard Illustrator und Animator. Seit 2013 unterrichtet er Animation am Image Campus (Buenos Aires).

Schon als Kind hatte er zwei große Leidenschaften, das Kino und die Illustration. Als Teenager entdeckte er etwas, das diese beiden Leidenschaften in einem Format zusammenbrachte, das Animationszeichnen. Seinen Lebenslauf zeichnen viele kommerzielle Animationsprojekte aus, aber freie unabhängige Animationen sind ihm seit jeher wichtig. Er sieht seine Zeit an der Akademie in Wien als Möglichkeit mehr auf visueller Ebene zu experimentieren und Strategien zu entwickeln, die Animation als Werkzeug des Widerstands zu nutzen.

Pablo Toulouse ist von März bis Juni 2017 Artist in Residence der Akademie und wird vom Fachbereich Konzeptuelle Kunst (Post-Conceptual Art Practices) von Marina Grzinic aufgenommen.

Toulouse Pablo Toulouse, Amazonas, 2016

Susana Pilar Delahante Matienzo

 Susana Pilar Delahante Matienzo ist keine Künstlerin. Sie ist eine kubanische, schwarze, sterbliche Frau. Ihre Kunst ist eine Verkleidung unter vielen, die sie trägt um aus ihrer Position gehört und wahrgenommen zu werden. Nur ein Vorwand, eine hervorragend ausgearbeitete Strategie der Verführung, die ihr erlaubt sich zwischen den Extremen zu bewegen, das Paradoxe zu zerteilen um dann schnell von einer Seite der Antinomie zur anderen zu gelangen.

Vor allem ist Matienzo eine scharfsinnige Beobachterin, die sorgsam menschliches Verhalten, sowie die Basis sozialer Beziehungen, analysiert. Eine gut vorbereitete Anthropologin, die sich ihrer Wissenschaft sicher ist. Vielleicht sind Susanas Arbeiten deshalb immer auf ungelöste Konflikte fokussiert und nehmen die Form von Untersuchungen an. In dieser Forschungsarbeit positioniert sie sich häufig selbst als Gegenstand des Experiments. Ich weiß nicht, ob sie sich dessen bewußt ist, aber indem sie das tut, läuft sie immer über ein lose gespanntes Seil.

In ihren Arbeiten Daughter of Yemén (2014), Confrontatión (2015) oder El Tanque (2016) untersucht die Künstlerin die Bedingungen von Rasse und Geschlecht. Sie markiert jedoch nicht nur sich selbst als sozial konditioniertes Wesen, das verschiedensten Formen von Diskriminierung, Misshandlung und Leiden ausgesetzt ist, sondern integriert sich aktiv in die Gemeinschaft jener, die ähnliche Situationen erfahren haben. In diesem Sinn präsentiert sie sich als Symbol des kollekiven Bewusstseins dieser Gruppe – als ein Instrument der Denunziation. Sie aktiviert Formen der Mediation, die in manchen Fällen symbolisch stattfinden, und in anderen als kollektive Aktionen realisiert werden, wie zum Beispiel die “Natural Hair Show” unter dem Titel Lo llevamos rizo, die sie für die 12te Havanna Biennale inszeniert hat.”

Dieser Text ist ein Auszug aus dem Essay: ¨Susana Pilar upon a loose rope, or, related the frightful consciousness from the distance among the extremes¨ von Blanca Victoria López, Kunskritikerin und Kuratorin, Wifredo Lam Zentrum für Gegenwartskunst, Havanna.

Susana Pilar Delahante Matienzo ist von April bis Juni 2017 Artist in Residence der Akademie und wird vom Fachbereich Kunst und Digitale Medien von Constanze Ruhm aufgenommen.

Pilar Susana Pilar Delahantes Matienzo, El tanque, Performance in collaboration with Asunción Matienzo Serra, 2016. Photo: Anna Maria La Mastra 

Juliana dos Santos

Juliana dos Santos ist eine brasilianische Künstlerin die mit unterschiedlichsten Medien und verschkonzeptiedenen Kontexten arbeitet. Von großem Interesse für die Kooperation mit dem Fachbereich Kontextuelle Malerei der Akademie der bildenden Künste Wien ist ihre Arbeit in öffentlichen und halböffentlichen Räumen. Ihre Graffitizeichnungen und performativen Eingriffe, verbunden mit kontextueller Malerei, (Video-)Installationen und Musik behandeln Diskurse rund um Geschlecht, Sexualität, Religion, Rasse und Klasse sowie antikoloniale Themen, insbesondere die BPoC Diaspora und deren Agent_innentum in Brasilien betreffend. Sie bezieht sich in ihrer Arbeit insbesondere auf den städtischen öffentlichen Raum und wie sich dort intersektionale Alltagsutopien manifestieren.

Juliana dos Santos ist von Oktober 2017 bis Januar 2018 Artist in Residence der Akademie und wird vom Fachbereich Kontextuelle Malerei von Ashley Hans Scheirl aufgenommen.

Santos © Juliana Dos Santos 

Midori Mitamura

Midori Mitamura ist in Wien spätestens seit 2006 mit ihrer Ausstellung in der Secession bekannt. Mitamuras Arbeiten wählen einen sanften und dennoch eindeutigen, vermittelnden politischen Zugang, der kulturelle Versatzstücke wie kollektive Erinnerung, subjektive Konditionierung, soziale Erziehungs- und Prägungsformen, persönliche Wahlmöglichkeiten in komplexe Ausstellungsstrukturen überführt. Ihre Arbeiten und Ausstellungen sind oft weit verzweigt und darin dicht gewoben und sie werden von der Künstlerin extrem sorgfältig vorbereitet und begleitet. Mitamura arbeitet interdisziplinär und verbindet Skulptur mit Performance und Textarbeiten.

Ihre Kombination aus Subtilität und Nachdrücklichkeit erscheint als vielversprechende Strategie in der derzeitigen Weltlage und den Möglichkeiten innerhalb der Kunst, auf diese zu reagieren.

Midori Mitamura ist von Oktober 2017 bis Januar 2018 Artist in Residence der Akademie und wird vom Fachbereich Performative Kunst von Carola Dertnig aufgenommen.

midori © Midori Mitamura 


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