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Mit dem Artist-in-Residency Programm ermöglicht die Akademie der bildenden Künste Wien Künstler_innen aus so genannten "Drittstaaten", i.e. aus nicht-EU Ländern, die Möglichkeit eine dreimonatige Residency wahrzunehmen. Insbesondere Künstler_innen aus Ländern, die der Schwerpunktsetzung der Internationalisierungsstrategie der Akademie entsprechen, sind angedacht. Die Residency wird in Kooperation mit magdas HOTEL, dem social business Hotel der Caritas Services GmbH, umgesetzt. Finanziert wird das Programm durch einen Teil der Gelder, die über die Verkäufe der Akademie-Auktion lukriert werden konnten. Die Residency Künstler_innen halten Workshops für Studierende der Akademie und einen Artist Talk.

Die Gastkünstler von 2016 sind Camila Lobos, Saeri Kiritani (beide Frühjahr 2016) und Berhanu Ashagrie Deribew (ab Oktober 2016).

Berhanu Ashagrie ist bildender Künstler und als Dozent an der Universität Addis Abeba Alle School of Fine Arts and Design tätig. Er schloss sein Studium mit einem Bachelor of Fine Arts an der Alle School of Fine Arts and Design in Addis Abeba ab und machte seinen Master in Fine Arts an der Utrecht Graduate School of the Arts in den Niederlanden. In den letzten Jahren beschäftigte sich Berhanu Ashagrie mit Fragen zu Veränderung, Entwicklung, Transformation und Modernisierungsmaßnahmen von urbanen Räumen und humanen Lebensbedingungen beschäftigt. In seiner künstlerisch-wissenschaftlicher Herangehensweise findet er Möglichkeiten fern ab des Alltäglichen zu kommunizieren, sich zu engagieren, zu diskutieren, zu reagieren und weiterzudenken. Partizipation und Zusammenarbeit sind wichtige Elemente seines Produktionsprozesses und zugleich die Grundlagen seiner Arbeiten, die keine Grenzen der Materialität, Performativität und Interaktivität kennen.

Berhanu © Berhanu Ashagrie Deribew

Berhanu Ashagrie arbeitet sowohl im Kollektiv als auch eigenständig an Kunstprojekten inner- und außerhalb des Ateliers. Seine interdisziplinären Projekte wurden in verschiedenen Ländern gezeigt; unter anderem in Äthiopien, Deutschland, den Niederlanden, Frankreich, Georgien, Italien, Griechenland und Spanien. Er wirkte bei vielen internationalen Konferenzen, Workshops, Seminaren, Festivals und Bildungsprojekten als Teilnehmer und Organisator mit, u.a. bei Julie Mehretu: The Addis Show in Addis Abeba (Äthiopien), Bamako Biennale Telling Time in Bamako (Mali), Festival of Future Nows in der Neuen Nationalgalerie, Berlin (Deutschland), Video_Brasil Southern Panoramas in Sao Paulo (Brasilien), Seminar Inequality beim Europäischen Forum Alpbach (Österreich), nahm an Internationalen Konferenzen teil, u.a. Future Memories in Addis Abeba (Äthiopien), Acting Archiv im Institut für Raumexperimente, Berlin, Sounds of Change in Addis Abeba, Collective Public Art Projekt Moving Societies in Addis Abeba, Tbilisi Triennale Offside Effect in Tbilisi (Georgien) sowie You’re here is Our Here im Studio Olafur Eliasson, Berlin.

Camila Lobos Díaz

Gegenüber den ursprünglichen Bedingungen eines Platzes ist die Produktion von Raum das Ergebnis von Aktivitäten und verfügt deshalb über zeitliche Dimensionen. (José Miguel Cortés, Políticas del Espacio , 2006)

Wie kann Kunst andere Sichtbarkeiten produzieren?  Diese Frage bildet das Thema von Camila Lobos aktuellen Werken. Lebend in einer Stadt wie Santiago, wo soziale Probleme und dadurch bewirkte Anspannungen nicht gelöst, sondern aus dem Blickfeld verbannt werden, gestaltet sich für Camila Lobos der Diskurs über Macht und Sichtbarkeit zu einer kritischen Hinterfragung von mikropolitischen Rangordnungen, von Interaktionen zwischen Raum und menschlichen Beziehungen, zwischen Zentrum und Peripherie, Licht und Finsternis, Körper und Bewegung. Ausgehend davon, dass nur das als existierend wahrgenommen wird, was sichtbar ist, wirft Camila Lobos in ihrer Kunst die Frage auf, wie wir Geschichten um das am Rande, an den Grenzen des Sichtbaren befindliche konstruieren. Das Medium Licht setzt Camila Lobos in ihrem Werk ein, um die unsichtbare Existenz des ausgeblendeten Anderen aufzuzeigen, die so Gestalt annimmt und Transformationen durchläuft. Camila Lobos’ Kunst durchdringt die Lücken, bearbeitet die Grenzen von Formen und ethischen Konventionen.

1 Border, havana, cuba, 2014, light installation, © Camila Lobos

Camila Lobos Díaz geboren 1988 in Santiago Chile, studierte Kunst an Katholischen Universität in Chile und Architektur an der Universität von Chile. Als konzeptuelle Künstlerin arbeitet sie mit Installationen, Objekten und Interventionen im öffentlichen Raum. Ihre Werke wurden in 5 Einzel- und 20 Gruppenausstellungen in Museen und Galerien in Latein-Amerika u.a. Chilean Museum of Contemporary Art, Telefónica Foundation, Chilean Bank of the Estate Gallery, Al Cubo Gallery, Santiago, Chile und in der 12. Havanna Biennale präsentiert.

Saeri Kiritani ist eine japanische Künstlerin, die in New York lebt und arbeitet. Ihre Arbeit erforscht die wechselseitigen Beziehungen und Sub Kontexte von Bedeutung zwischen „Insider- und Outsidergruppen“ und die damit verbundenen Erfahrungen von Sicherheit und Beunruhigung, welche sich daraus ergeben. Ihre Arbeit mit dem Titel Room-29 (2013) wurde bei der Project Biennial of Contemporary Art gezeigt (situiert in einem Atombunker in Bosnien). In dieser Arbeit ist ein Phantom von Hiroshima in einer Übergangswelt irgendwo zwischen Tod und Leben gefangen. In Saeri´s Selbstportrait, einer lebensgroßer Skulptur mit dem Titel 100 Pounds of Rice (2003-2010), ist die Künstlerin wörtlich und symbolisch aus Reis wiedererschaffen. Reis ist ein „kulturelles Kennzeichen“ der asiatischen Identität, sowohl positiver als auch negativer Konnotation. Die Skulptur beleuchtet das problematische Verhältnis von Immigrant_innen zu solchen „kulturellen Kennzeichen“, welche sowohl vertraut und versichernd, aber auch Indikatoren der Unterscheidung und Bestandteile von Stereotypen sind. Die gestaltlose Verschmelzung von persönlicher Identität und kulturellem Stereotyp wird zusätzlich durch einen Sockel, einem Berg aus Reis verdeutlicht, aus welchem die Skulptur triumphal emporsteigt oder darin untergeht. Diese Arbeit wurde in der Smithsonian National Portrait Gallery in Washington DC gezeigt.

Kiritani Dario Solman © Saeri Kiritani.

Saeri Kiritani hatte mehrere Einzelausstellungen in Galerien und Museen wie im Stadtmuseum (Split, Croatia), International Center (New York City), und der Inform Gallery (Kanazawa, Japan). Ausgewählte Arbeiten wurden in der Smithsonian National Portrait Gallery in Washington DC., im Tokyo Metropolitan Art Museum, im Croatian Association of Artists Museum, im Louvre Museum in Paris und in verschiedenen Gruppenausstellungen in Galerien  in den USA, Europa und Japan gezeigt.


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