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Einreichungen | 01.06.2010 - 10.06.2010

Das Bauhaus erfreut sich 90 Jahre nach seiner Gründung noch immer allgemeiner Aufmerksamkeit. Doch nicht nur das Jubiläum ist ein Grund dafür. Unter dem Eindruck mehrerer sich überlagernder Krisen, darunter die der Weltwirtschaft und des Weltklimas, gewinnen nach einer Hochphase des Hedonismus rationale Gedanken wieder stark an Bedeutung.

Für Marianne Brandt und andere Aktivisten des Bauhauses stand Vernunft aber nie im Widerspruch zu Ausstrahlung und emotionaler Wärme. In diesem Sinne steht auch der 4. Marianne-Brandt-Wettbewerb, ausgeschrieben in ihrer Heimatstadt Chemnitz, wieder unter dem bewährtenMotto „Die Poesie des Funktionalen“. Funktionalität bedeutet zunächst, dass die Dinge ihre eigentliche Aufgabe vorbildlich erfüllen. Stärker als in der Blütezeit des Bauhauses gehört heute auch das Nachdenken übe die Endlichkeit von Ressourcen und ökologische Eigenschaften der Produkte dazu. Eine energie-, material- und umweltschonende Konzeption der gesamten Produktkreisläufe ist somit Kriterium für zeitgemäße gestalterische Lösungen geworden. Umso höher ist der Einsatz von Denkleistung zu bewerten, einer Ressource, an der nicht gespart werden darf.

Wie bei den vorherigen drei Wettbewerben gibt es auch 2010 die Kategorien „Produktgestaltung“ und „Fotografie“ erinnernd an die Hauptarbeitsgebiete Marianne Brandts. Die variable dritte Kategorie dieses Wettbewerbes widmet sich dem Thema „Licht im öffentlichen Raum“.

Kategorie Produktgestaltung

Solitäre Experimente und das zum stehenden Begriff gewordene „Gestalten für die Serie“ stellten am Bauhaus zwei Seiten eines gesamtheitlichen Anliegens dar. Spätestens seit dem Umzug nach Dessau wurden Kunst und Industrie als eine Einheit angesehen. So ist es kein Widerspruch, dass Marianne Brandt in Handarbeit edle Objekte wie das berühmte Teeextraktkännchen ausführte − dabei die Ästhetik des Seriellen auswies − und zugleich für Firmen wie Kandem Industrieprodukte in Großserie entwarf. In der Gegenwart erlaubt die Computerisierung der Industrie ganz neue Möglichkeiten, rationelle Fertigung mit individuell gewählter Ausformung im Detail zu verbinden. Im Sinne Marianne Brandts richtet sich der Wettbewerb auf Produktentwürfe, die fortgeschrittene Technologien wie auch einfache, aber ausgefallene Ideen nutzen, um dem Anwender höchste Funktionalität in Kombination mit Eigenständigkeit und Sinnlichkeit
zu bieten. Eine Tauglichkeit für die Serienfertigung ist Voraussetzung.
Eingereicht werden können ein Produkt oder eine Studie in maximal
drei Variationen. Werkgruppen dürfen nicht mehr als fünf Teile mit dem maximalen Ausmaß von 120 x 60 x 60 cm und einem Maximalgewicht von 20 kg umfassen. Bei größeren oder schwereren Arbeiten sind zunächst Modelle oder Präsentationen auf Papier (max. drei Blatt im Format 70 x 100 cm) einzureichen. Die Modalitäten für Arbeiten, die zur Abschlussausstellung ausgewählt sind, werden individuell ausgehandelt.

Kategorie Fotografie

Das am Bauhaus noch relativ neue Medium Fotografie wurde sowohl
als eigenständige Kunstform als auch als Arbeitsmittel für andere gestalterische Aufgaben eingesetzt. Marianne Brandt benutzte die Fotografie dokumentierend und experimentierend. Die Weiterentwicklung der Fototechnik, wie auch die Digitalisierung sorgen heute für eine allgemein verfügbare Bilderflut. Unter diesen Umständen gewinnen Qualität der Ausführung, wie auch Originalität der Bildideen an Bedeutung. Die Kategorie Fotografie im Marianne-Brandt-Wettbewerb ist deshalb auf perfekt umgesetzte eigenständige Imaginationen ausgerichtet, die sowohl mit High-Tech-Apparaturen als auch mit Lochkameras umgesetzt
werden können. Eingereicht werden können drei Einzelbilder oder
eine Serie von maximal fünf Bildern. Bildserien sind als solche zu kennzeichnen. Die Jury erkennt dann nur die Qualität der Gesamtserie an, nicht die von Einzelbildern. Die Aufsichtsvorlagen dürfen das Maß von 50 x 70 cm nicht überschreiten. Sie können auf geeignetes Trägermaterial aufgezogen werden, sind aber generell ungerahmt einzureichen. Durchsichtsvorlagen und Bilddateien können nicht berücksichtigt werden.

Kategorie Licht im Öffentlichen Raum

Licht spielte für das Bauhaus und Marianne Brandt eine herausragende Rolle. In der Architektur war es gar zur Metapher für den rationalen Geist geworden. Als „Spiel der Körper unter dem Licht“ bezeichnete Le Corbusier die neue Baukunst. „Licht im öffentlichen Raum“ als dritte Kategorie des 4. Marianne-Brandt-Wettbewerbes nimmt Bezug auf diese Tradition und geht deutlich darüber hinaus. Licht wird heute differenzierter und zielgerichteter eingesetzt. Mit architekturbezogen inszeniertem Licht kann ganz poetisch die Imagination von Urbanität geschaffen werden. Andererseits
spielen energetische Effi zienz und der Kampf gegen verbreitete Lichtverschmutzung für Konzepte, die Licht als gestalterisches Mittel im öffentlichen Raum einsetzen, eine wesentliche Rolle. Der Marianne-Brandt-Wettbewerb fragt nach zukunftsweisenden Ideen für die Anwendung von Licht. Das können sowohl einzelne Leuchten, komplexe Konzepte für den Einsatz von Licht in öffentlichen Räumen, marketingorientierte Anwendungen als auch künstlerische Ansätze sein. Einzureichen sind Bilddokumentationen, die aus höchstens fünf Flächen im Format von maximal 50 cm x 70 cm bestehen. Bild- und Filmdateien sind nur für diese Kategorie erlaubt und sind auf DVD in allgemein üblichen projektionsfähigen Formaten einzureichen. Alle
Datenträger, Hüllen usw. sind mit deutlichen Beschriftungen zu versehen und durch aussagefähige Filmstils bzw. Ausdrucke zu ergänzen.

Preise

In den drei Kategorien wird jeweils ein Preis in Höhe von 5.000 Euro
sowie je drei Anerkennungen vergeben. Das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst hat einen mit 5.000 Euro dotierten Sonderpreis der Kunstministerin avisiert. Weitere Sonderpreise werden von namhaften Firmen vergeben: Alessi s.p.a. Milano (Italien), vitra GmbH Weil am Rhein, USM Haller AG Münsingen, smow GmbH Leipzig, OSTKREUZ Schule für Fotografie und Gestaltung Berlin, Naef Spiele AG Zofi ngen (Schweiz) und CARALUX LED- und Neonlichttechnik GmbH Rackwitz.

Jury

Agata Madejska − Polen, Deutschland / Giulio Iacchetti − Italien /
Harri Koskinen − Finnland / Michael Batz − Deutschland / Marcus
Botsch − Deutschland / Theo Williams − England

Teilnehmer

Zur Teilnahme berechtigt sind StudentInnen und junge Kreative, die
zum letzten Termin der Einreichung das 40. Lebensjahr noch nicht vollendet und ihren Hauptwohnsitz in Europa haben. Jurymitglieder sind von der Teilnahme ausgeschlossen.

Termine

Auslobung des Wettbewerbes: 1. Oktober 2009 / Einreichung der
Arbeiten: 1. − bis 10. Juni 2010 / Tagung der Jury: 15. − 17. Juni
2010 / Benachrichtigung der Teilnehmer: bis zum 13. Juli 2010.
Preisverleihung: 24. September 2010, Opernhaus Chemnitz.

Ausstellungen / Präsentationen

Für die im Sächsischen Industriemuseum Chemnitz,im Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst in Dresden und einer Präsentation auf der Gestaltermesse „Designers´ Open“ in Leipzig vorgesehenen Ausstellungen sowie für die Darstellung im Katalog wird von der Jury und den Organisatoren eine Auswahl aus den eingereichten Arbeiten getroffen.

Ausstellungstermine

25. September 2010 − 30. Oktober 2010 im Sächsischen Industriemuseum Chemnitz 23. – 25. Oktober 2010, zu den „Designers´ Open“, Leipzig / November 2010 im Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst, Dresden.

Auslober

Kunstverein Villa Arte e. V. Chemnitz / Projektleitung Frau Ilona
Rosenkranz. Aktualisierte Informationen zum Projekt sind unter
www.marianne-brandt-wettbewerb.de zu finden.

Schirmherrschaft

Der vierte internationale Marianne-Brandt-Wettbewerb steht unter der Schirmherrschaft von Frau Barbara Ludwig, Oberbürgermeisterin der Stadt Chemnitz.

Förderer

Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst Dresden /
Stadt Chemnitz / Kulturraum Chemnitz / Sparkasse Chemnitz.

Einreichung

Die Wettbewerbsbeiträge werden in der Zeit vom 1. Juni − 10. Juni 2010 eingereicht. Eine Teilnahme am Wettbewerb ist nur gültig, wenn
der Einreichung des Exponates die unterschriebene Teilnahmemeldung mit Anerkennung der allgemeinen und spezifischen Teilnahmebedingungen beigelegt wird. Das Formular kann im Internet unter www.marianne-brandt-wettbewerb.de herunter geladen werden.

Adresse zur Einreichung

Wasserschloss Klaffenbach
Wasserschloss 6
09123 Chemnitz
Geöffnet: Dienstag – Sonntag von 11:00 bis 17:00 Uhr.
Zu erreichen mit der City Bahn 522 (ab Hauptbahnhof), Haltepunkt Neukirchen-Klaffenbach.
Ansprechpartner: Frau Simone Fiedler, Frau Eva Kühnert.

Teilnahmegebühr

Es wird eine Gebühr von 25 Euro erhoben. Diese ist vor der Einreichung der Arbeiten auf das
Konto 355101 2767; BLZ 870 500 00 bei der Sparkasse Chemnitz mit dem Kennwort „Teilnahmegebühr Marianne-Brandt-Wettbewerb“ einzuzahlen. Für Gruppenteilnehmer (ab 2 Personen) ermäßigt sich die Gebühr auf 15 Euro.
Bankverbindung für Überweisungen aus der EU:
BIC CHEKDE81XXX; IBAN
DE07 8705 0000 3551 0127 67 / Eine Kopie des Einzahlungsbeleges
ist der Einreichung beizufügen.

Katalog

Jeder Teilnehmer am Wettbewerb erhält einen Katalog gratis.