Skip to content. Skip to navigation.
IBK IKL IKA IKW

gefördert im Rahmen der Hochschulraumstrukturmittel 2013

Im Projekt Akademie geht in die Schule werden strukturbildende Maßnahmen zur Öffnung der Akademie hinsichtlich jener Studierenden entwickelt und gesetzt werden, die derzeit unterrepräsentiert sind. Geplant sind Aktivitäten, die durch möglichst niederschwellige Informationsformate Wege zum Studium an der Kunstuniversität aufzeigen und die Schaffung von Strukturen, die unterrepräsentierten Gruppen das Studium ermöglichen. Langfristiges Ziel ist die Verringerung der Bildungsungleichheit durch zukunftsweisende Initiativen unter besonderer Berücksichtigung der Bedeutung rassismuskritischer Bildung. Das Projekt bietet darüber hinaus einen praxisorientierten Rahmen für die (Weiter-)Entwicklung und Implementierung von Formaten zum Erwerb von rassismuskritischen Inhalten bei Lehrenden und Studierenden der Akademie. Die Entwicklung von Weiterbildungsmodulen soll die Migrationsawareness bei allen Mitarbeiter_innen der Akademie erhöhen.

Mit Hilfe von Veranstaltungen, Kooperationen und Workshop-Reihen werden Kontakte geknüpft, Beziehungen zu Schulen und außerschulischen Institutionen hergestellt und somit aktive und wachsende Netzwerke geschaffen. Ein weiteres Anliegen ist die (Weiter-)Entwicklung von Projekten zur rassismuskritischen Bildung und zu kunst- und kulturpädagogischen Fragen an der Schnittstelle zwischen künstlerischer Praxis und Forschung. Auch Workshops und Aktivitäten in Kooperation mit Flüchtenden, Schüler_innen, Jugendlichen aus Jugendzentren und anderen Zielgruppen werden laufend im Rahmen von Lehrveranstaltungen und darüber hinaus umgesetzt. Hier stehen insbesondere Studierende der Studienrichtung künstlerisches Lehramt im Fokus, die als Absolvent_innen in der Vermittlungsarbeit und im kunstpädagogischen Handeln neue Formen der Auseinandersetzung mit Bildungsungerechtigkeit zur Anwendung bringen können.

Dabei ist es wesentlich, nicht nur Wissen über „Andere“ zu erzeugen und zur Verfügung zu stellen, sondern auch die Repräsentation von Unterrepräsentierten an der Akademie zu verändern – also aktiv Maßnahmen zu setzen, damit sich durch die Teilhabe unterrepräsentierter Menschen die Praxis des Lehrens und Lernens an der Akademie verändert: Wir gehen davon aus, dass nur dann, wenn die unterrepräsentierten Gruppen auch anwesend sind (z. B. am Institut für das künstlerische Lehramt als Schüler_innen, Studierende und Lehrende), der Blick auf Normalitätsvorstellungen und -verhältnisse verändert werden kann. Daher geht die Akademie im Rahmen dieses HRSM-Projekts einerseits an andere Orte, andererseits lädt sie junge Menschen ein, die Institution Hochschule im Rahmen von Projekten von innen kennenzulernen und Bündnisse mit  Lehrende und Studierende einzugehen.

Nicht das Sprechen über die „Anderen“ verändert die Verhältnisse, sondern das Wissen darum, dass niemand in der Akademie tätig sein kann, ohne in Praktiken des Ausschlusses verstrickt zu sein. Die Zulassungsprüfung als komplexes Verfahren der Auswahl mit speziellen Codes und Sprache ist einer der Ansatzpunkte, an denen unser Anteil an der Reproduktion der Verhältnisse sichtbar wird. Es zeigt sich beispielsweise, dass wir Mitproduzent_innen jener rassialisierenden Ausschlüsse sind, die wir in der Lehre kritisieren. In diesem Sinne ist es zentral für das Projekt – und in weiterer Folge für alle an der Akademie mit Lehre Betrauten –, dass wir nicht nur über die Abwesenden, sprechen, sondern dass wir uns mit den eigenen Verstrickungen reflexiv auseinandersetzen und damit von einer neuen, auch (selbst)unsicheren Perspektive aus zu arbeiten bereit sind. Vor diesem Hintergrund thematisieren wir innerhalb der Akademie die Professionalisierungsdiskurse, etwa in der Lehrer_innenbildung, und arbeiten nach außen mit Formaten wie wissenschaftlichen Publikationen, Kongressteilnahmen und Projektangeboten für Schulen.

Im Rahmen von Akademie geht in die Schule arbeiten Lehrende aus verschiedenen Instituten der Akademie in Kooperation mit den Projektpartner_innen. Dazu gehören PROSA - Projekt Schule für Alle! Kunstraum Niederösterreich, Kunsthalle Wien und die AHS Rahlgasse. Projektweise arbeiten wir mit weiteren Institutionen wie der Vereinigung bildender Künstlerinnen Österreichs (VbKÖ), der Züricher Hochschule der Künste und der Polytechnischen Schule Wien 15 und Polytechnische Schule Im Zentrum, Caritas und KulturKontaktAustria zusammen.

Es gibt eine Koordinationsstelle für an Austausch interessierte Institutionen und für  Jugendliche, die Interesse am Studium an der Akademie haben, aber keine Unterstützung aus ihrem Umfeld haben. Die Koordinationsstelle fungiert als „Türöffner“, stellt Kontakte mit Lehrenden und Studierenden der Akademie her, sammelt Informationen zu Studienvoraussetzungen für untypische Bildungswege, organisiert Veranstaltungen, Workshops etc. und unterstützt die Vernetzung mit gleichgesinnten Initiativen.


Permalink