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IKW

FWF-Projekt von Ruth Anderwald und Leonhard Grond

When I came in I was confused, when I came out I was full of ideas. (Eilean Hooper-Greenhill)

Der Taumel tritt situativ und lokal auf, er vermischt und vermengt heterogene Elemente; er klärt auf, trübt ein, wirbelt Staub auf und schlägt Wellen, er versetzt Dinge in Bewegung, er destabilisiert. Nach Plato ist der Taumel der Ursprung allen Philosophierens, weil er in uns destabilisieren kann, was wir als unverrückbar annehmen.

Für das Projekt Der Taumel - eine Ressource untersucht das Künstlerduo Ruth Anderwald und Leonhard Grond den Taumel hinsichtlich künstlerischer, kunsthistorischer, philosophischer und naturwissenschaftlicher Gesichtspunkte, unter besonderer Berücksichtigung der komplementären Bereiche der Erfahrung des Taumels und der Reflexion über den Taumel, zum Erkenntnisgewinn für relevante zeitgenössische Kunstwerke und in Hinblick auf ihre eigene künstlerische Praxis. Das Ergebnis der Forschungsarbeit wird den Einfluss des Taumels innerhalb der beteiligten Forschungsrichtungen und auf die zeitgenössische Kunstproduktion herausstreichen, wobei hier vornehmlich die künstlerische Bearbeitung des bewegten Bildes berücksichtigt wird.

Das Team wird untersuchen wann und wie Taumel entsteht, und behält dabei die Wechselbeziehung zwischen Erleben und Reflexion immer im Auge um folgende Annahmen zu klären:

  • Der Taumel ist ein Denkmuster, ein Potential für Transformation und Innovation.
  • Spuren des Taumels lassen sich in allen transformativen Prozessen feststellen.

Im Projekt wird ein hochwertiger und dichter Körper an Text- und Bildmaterial entstehen. Die transdisziplinäre Arbeitsmethode für die Entstehung des Films soll neuen Erkenntnissen und Perspektiven zum Thema Vorschub leisten.

In ihrem bisherigen Werk zeigen Anderwald und Grond eine große mediale Bandbreite (Videos, Experimentalfilme, Fotoserien, Installationen), aber auch eine große Offenheit für andere Disziplinen und eine Neigung zur theoretischen und kunsthistorischen Verortung der eigenen Arbeit. Gemeinsam mit Kathrin Wojtowicz (PhD, Film- und Medienwissenschaften, Akademie der Bildenden Künste Wien) und Experten aus Philosophie, Medizin, Physik, Kreativitätsforschung, Kulturgeschichte und Kunstgeschichte werden sie das verborgene Potential des Taumels als Ressource für Transformation und Innovation beleuchten.

Die geplante E-Publikation und der Kunstfilm werden die verschiedenen Perspektiven der jeweiligen Wissenszweige zusammenführen und den Arbeitsprozess abbilden. Wenn man Kunst und Wissenschaft als zwei Dimensionen desselben kulturellen Raumes betrachtet, muss man beide vereint zur Erforschung des unentdeckten Potentials des Taumels als Ressource heranziehen.


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