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IBK
Datum | 27.04.2017, 18.00 h
Ort | Akademie der bildenden Künste Wien, Atelierhaus, Lehargasse 6, 1060 Wien, Lehrpavillion der Medienklasse, Raum 12b

Susana Pilar Delahante Matienzo ist von April bis Juni 2017 Artist in Residence der Akademie und wird vom Fachbereich Kunst und Digitale Medien von Constanze Ruhm aufgenommen.

 

Susana Pilar Delahantes Matienzo, El tanque, Performance in collaboration with Asunción Matienzo Serra, 2016. Photo: Anna Maria La Mastra

 

 Susana Pilar Delahante Matienzo ist keine Künstlerin. Sie ist eine kubanische, schwarze, sterbliche Frau. Ihre Kunst ist eine Verkleidung unter vielen, die sie trägt um aus ihrer Position gehört und wahrgenommen zu werden. Nur ein Vorwand, eine hervorragend ausgearbeitete Strategie der Verführung, die ihr erlaubt sich zwischen den Extremen zu bewegen, das Paradoxe zu zerteilen um dann schnell von einer Seite der Antinomie zur anderen zu gelangen.

Vor allem ist Matienzo eine scharfsinnige Beobachterin, die sorgsam menschliches Verhalten, sowie die Basis sozialer Beziehungen, analysiert. Eine gut vorbereitete Anthropologin, die sich ihrer Wissenschaft sicher ist. Vielleicht sind Susanas Arbeiten deshalb immer auf ungelöste Konflikte fokussiert und nehmen die Form von Untersuchungen an. In dieser Forschungsarbeit positioniert sie sich häufig selbst als Gegenstand des Experiments. Ich weiß nicht, ob sie sich dessen bewußt ist, aber indem sie das tut, läuft sie immer über ein lose gespanntes Seil.

In ihren Arbeiten Daughter of Yemén (2014), Confrontatión (2015) oder El Tanque (2016) untersucht die Künstlerin die Bedingungen von Rasse und Geschlecht. Sie markiert jedoch nicht nur sich selbst als sozial konditioniertes Wesen, das verschiedensten Formen von Diskriminierung, Misshandlung und Leiden ausgesetzt ist, sondern integriert sich aktiv in die Gemeinschaft jener, die ähnliche Situationen erfahren haben. In diesem Sinn präsentiert sie sich als Symbol des kollekiven Bewusstseins dieser Gruppe – als ein Instrument der Denunziation. Sie aktiviert Formen der Mediation, die in manchen Fällen symbolisch stattfinden, und in anderen als kollektive Aktionen realisiert werden, wie zum Beispiel die “Natural Hair Show” unter dem Titel Lo llevamos rizo, die sie für die 12te Havanna Biennale inszeniert hat.”

Dieser Text ist ein Auszug aus dem Essay: ¨Susana Pilar upon a loose rope, or, related the frightful consciousness from the distance among the extremes¨ von Blanca Victoria López, Kunskritikerin und Kuratorin, Wifredo Lam Zentrum für Gegenwartskunst, Havanna.


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