Akademie der bildenden Künste Wien
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]a[ Kupferstichkabinett
Eröffnung | 24.05.2018, 19.00 h
Ausstellungsdauer | 25.05.2018 - 26.08.2018
Ort | Akademie der bildenden Künste Wien, Lobkowitzplatz 2, 1010 Wien

Aus seinem Bestand von beinahe 900 Blumen- und Pflanzendarstellungen zeigt das Kupferstichkabinett der Akademie der bildenden Künste Wien ausgewählte Blumenaquarelle von Anton Hartinger (1806–1890).

 

Anton Hartinger (Wien 1806 – 1890 Wien): Lilium speciosum var. punctatum, 1843, Aquarell und Deckweiß, Spuren einer Vorzeichnung mit Bleistift, auf Papier (Aufschrift und Umrahmung mit Bleistift; Signatur und Datierung mit Aquarell), Inv.-Nr. HZ-9349

 

Die Zeichnungen entstanden zur Vorbereitung der botanischen Prachtpublikation Endlicher’s Paradisus Vindobonensis, Abbildungen seltener und schönblühender Pflanzen der Wiener und anderer Gärten und Museen. Dieses Buch erschien im Groß-Folioformat mit lithographierten Abbildungstafeln zwischen 1844 und 1860 in mehreren Lieferungen. Nach der Drucklegung verkaufte Hartinger die Zeichnungen als Vorlageblätter für den Unterricht an die Wiener Akademie.

3 Anton Hartinger (Wien 1806 – 1890 Wien): Cereus Napoleonis, 1845, Aquarell und Deckweiß, Spuren einer Vorzeichnung mit Bleistift, auf Papier (Aufschrift und Umrahmung mit Bleistift; Signatur und Datierung mit Aquarell), Inv.-Nr. HZ-9322 

Für den Paradisus Vindobonensis zeichnete er exotische Blumen aus Asien, Afrika und Südamerika, die in Wiener Gärten und Glashäusern seiner Zeit kultiviert wurden, in Lebensgröße nach der Natur. Ihre malerische Ausführung mit Aquarell und Deckweiß, die detaillierte Binnenzeichnung und die mit Hilfe von Licht- und Schattenzonen erzeugte plastische Wirkung sind von hoher künstlerischer Qualität. Die wissenschaftlichen Erläuterungen dazu stammten anfangs von dem Professor für Botanik Stephan Endlicher (1804–1849), wurden aber zum größten Teil von dem Naturforscher und Pflanzenkundler Berthold Seemann (1825–1872) fertiggestellt. Die gedruckten Abbildungstafeln wurden zunächst mangels technischer Möglichkeiten in Schwarz-Weiß lithographiert und anschließend mit der Hand koloriert. Um diesen Prozess zu vereinfachen und zu beschleunigen, entwickelte Hartinger die Steindrucktechnik derart weiter, dass es ihm möglich war, die Abbildungen als Farblithographien zu drucken, ohne sie nachträglich kolorieren zu müssen.

1 Anton Hartinger (Wien 1806 – 1890 Wien): Amaryllis (hybrida?) miniata, 1843, Aquarell und Deckweiß, Spuren einer Vorzeichnung mit Bleistift, auf Papier (Aufschrift und Umrahmung mit Bleistift; Signatur und Datierung mit Tusche), Inv.-Nr. HZ-9358 

Die künstlerische Pflanzendarstellung lernte er bei dem Wiener Blumenmaler Johann Knapp (1778–1833), in der Manufakturzeichenschule bei Ignaz Strenzel (1786–1832) und in der Klasse für Blumenmaler an der Wiener Akademie bei Sebastian Wegmayr (1776–1857), wo er in Folge auch als Korrektor unterrichtete. Die Zeichnungen für den Paradisus Vindobonensis stehen in einer lange zurückreichenden Tradition der künstlerischen Blumendarstellung, die in der Blumenmalerei des Wiener Biedermeiers einen vorläufigen Höhepunkt fand. Sie dokumentieren das enorme Interesse an der Botanik und der Gartenkultur im Wien des 19. Jahrhunderts.

Die Ausstellung ermöglicht eine Exkursion in die von Pflanzenpracht strotzenden Wiener Glashäuser des vorvergangenen Jahrhunderts und bietet Einblick in den umfangreichen Bestand an Blumenaquarellen im Kupferstichkabinett.

2 Anton Hartinger (Wien 1806 – 1890 Wien): Stanhopea tigrina, 1844, Aquarell und Deckweiß, Spuren einer Vorzeichnung mit Bleistift, auf Papier (Aufschrift und Umrahmung mit Bleistift; Signatur und Datierung mit Aquarell), Inv.-Nr. HZ-9337 


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