Akademie der bildenden Künste Wien

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]a[ Kupferstichkabinett
Eröffnung | 14.03.2019, 19.00 h
Ausstellungsdauer | 15.03.2019 - 10.06.2019
Ort | Akademie der bildenden Künste Wien, Kupferstichkabinett zu Gast im Theatermuseum, Lobkowitzplatz 2, 1010 Wien

Öffnungszeiten: Täglich, außer Di 10.00 - 18.00 h

 

Abb. links: Gertrude Cornélie Marie de Pélichy (1743 – 1825): Frauenkopf, 1770, Kohle, Rötel, weiße Kreide
Abb. rechts: Anna Reisenbichler (geb. 1978 in Wien): SP (Sylvia Plath), 2018, Seidenfaden in Papier gestickt

 

Eröffnung: 14.03.2019, 19.00 h

Begrüßung: Eva Blimlinger, Rektorin der Akademie der bildenden Künste Wien, Julia M. Nauhaus, Direktorin von Gemäldegalerie, Kupferstichkabinett und Glyptothek

Einführung in die Ausstellung: Anna Reisenbichler, Kuratorin und Künstlerin

Musikalische Umrahmung: Annette Fischer, Sopran, Regina Schmallegger, Flöte, und Zsuzsanna Aba-Nagy, Harfe, spielen Werke von Komponistinnen aus 400 Jahren – von Barbara Strozzi bis Gabriele Proy.

Das Kupferstichkabinett der Akademie der bildenden Künste Wien startete zu Beginn des Jahres 2018 eine neue Ausstellungsreihe: Künstler_innen werden eingeladen eine Auswahl aus den Sammlungsbeständen zu treffen und in einen Dialog mit eigenen Arbeiten zu bringen. Die graphische Sammlung der Wiener Akademie ist dafür besonders geeignet, lieferte sie doch seit ihrer Entstehung unschätzbares Vorlage- und Anschauungsmaterial für dutzende Generationen von Künstler_innen. Wie jeder Sammlungsbestand spiegelt jener des Kupferstichkabinetts auch die gesellschaftliche Situation von weiblichen Kunstschaffenden durch die Jahrhunderte wider. An der Akademie der bildenden Künste Wien waren Frauen erst ab dem Wintersemester 1920/21 als ordentliche Studierende zugelassen, seit etwa 1950 treten sie auch als Lehrende in Erscheinung. Aus der Zeit vor 1900 besitzt das Kupferstichkabinett rund zwanzig Handzeichnungen von Frauen, zwölf davon sind in der Ausstellung zu sehen. Mehrere dieser Künstlerinnen waren der Akademie als Ehrenmitglieder verbunden; die wenigsten erlangten Bekanntheit. Als Ausnahmen sind Angelika Kauffmann und Maria Sibylla Merian zu nennen.

Anna Reisenbichler kombiniert die zwölf Handzeichnungen mit eigenen gestickten Textarbeiten. Die Texte stammen – als Ergebnis eines mehrjährigen Sammelvorganges – größtenteils von zeitgenössischen, zum Teil dezidiert feministisch agierenden Künstlerinnen und Schriftstellerinnen, die für Reisenbichlers künstlerische Arbeit wichtig sind, wie z.B. Susan Hiller, Taryn Simon, Tracey Emin, Louise Bourgeois, Sylvia Plath, Simone de Beauvoir, Guerrilla Girls, Madonna. Deren Aussagen zu ihren künstlerischen Schaffensprozessen, welche häufig in Bezug zu der von außen herangetragenen Klassifizierung »weiblich« bzw. »Frauenkunst« zu verstehen sind, stickt Reisenbichler in altes Papier aus dem Kupferstichkabinett. Als Kulturtechnik war das Sticken lange Zeit eine der wenigen Kunstgattungen, die Frauen ungehindert ausüben durften, und ist bis heute ein wichtiges Medium der feministischen Kunst.

Die Ausstellung reflektiert die Kategorien Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sowie Privatheit und Beruf/ung. Zudem wird das seit Jahrhunderten etablierte Operieren mit den vermeintlichen Gegenpolen männlich und weiblich, rational und irrational, Faktizität und Emotionalität hinterfragt. Anna Reisenbichler ist Kunsthistorikerin und bildende Künstlerin. Sie beschäftigt sich mit Prozessen der Informationsgenerierung sowie mit dem Verhältnis von Text und Bild; ihr besonderes Interesse gilt Frauenbiografien und der Relation von individuellpersönlichem und kollektivem Wissen.

Carte Blanche_Reisenbichler Anna Reisenbichler (geb. 1978 in Wien): YT (Yto Barrada), 2018, Seidenfaden in Papier gestickt

Biografie

1978
Anna Reisenbichler geboren in Wien

1997 – 2003
Studium der Kunstgeschichte an der Universität Wien

2001
Volontariat in der Mittelaltersammlung der Österreichischen Galerie Belvedere Wien

2001 / 2002
Erasmusjahr in Rom, Italien, an der Universität Roma Tre

2003
Magistra der Philosophie (Mag. phil.), Diplomprüfung mit Auszeichnung, Universität Wien

2003 – 2007
Doktoratsstudium an der Universität Wien; Forschungsaufenthalte in der Toskana

2005
Praktikum an der Gemäldegalerie der Staatlichen Museen zu Berlin, Deutschland

seit 2006
Mitarbeiterin bei verschiedenen Projekten auf dem Gebiet der österreichischen Handschriftenforschung, Otto Pächt-Archiv, Institut für Kunstgeschichte, Universität Wien

2007
Doktorin der Philosophie (Dr. phil.), Promotion mit Auszeichnung, Universität Wien

2009 – 2014
Studium der Bildenden Kunst an der Akademie der bildenden Künste Wien

2014
Magistra der Künste (Mag. art.), Diplomprüfung mit Auszeichnung, Akademie der bildenden Künste Wien

2018 –2019
Lehrgang Kulturmanagement, Institut für Kulturkonzepte, Wien

seit 2018
Lehrbeauftragte an der New Design University St. Pölten, Kunst- und Kulturwissenschaft

Carte Blance Sujet Elisabetta Sirani (Bologna 1638 – 1665 Bologna): Heilige Familie, um 1655 – 1665, schwarze Kreide und Sepia auf bräunlichem Papier 

BEGLEITPROGRAMM

Kuratorinnenführungen mit Anna Reisenbichler
Freitag, 29. März 2019; Montag, 6. Mai 2019, jeweils um 16.30 Uhr
Begrenzte Teilnehmer_innenzahl, Anmeldung erforderlich
unter +43 (0)1 58816 2201 oder gemaeldegalerie@akbild.ac.at
Tickets zu 3 € (exkl. Eintritt), Dauer ca. 1 Stunde

Ausstellungsführungen
Freitag, 5. April 2019; Montag, 14. Mai 2019; Montag, 3. Juni 2019, jeweils um 16.30 Uhr
Begrenzte Teilnehmer_innenzahl, Anmeldung nicht erforderlich, Tickets zu 3 € (exkl. Eintritt), Dauer ca. 1 Stunde

Künstlerinnengespräch
Donnerstag, 11. April 2019, 19 Uhr
mit Anna Reisenbichler, Künstlerin und Kunsthistorikerin, Monika Knofler, Direktorin des Kupferstichkabinetts der
Akademie der bildenden Künste Wien i. R., und Elisabeth Priedl, Senior Scientist am Institut für Kunst und Kulturwissenschaften der Akademie der bildenden Künste Wien
Gratis mit gültigem Eintrittsticket, Möglichkeit zur Besichtigung
der Ausstellung bis zum Veranstaltungsbeginn
Dauer ca. 1 Stunde

Workshop "Klartext"
16. März 2019; 30. März 2019; 27. April 2019; 11. Mai 2019; 25. Mai 2019, samstags, jeweils um 15 Uhr
Workshop für Kinder und Jugendliche von 9 bis 14 Jahren mit Diplompädagogin Stephanie Sentall
Warum gab es so wenige weibliche Künstlerinnen in der Vergangenheit? Und warum haben ihre Arbeiten nicht
immer den Weg in große Sammlungen gemacht? Wer darf heute Kunst produzieren? Wer legt dies fest? Wer hat
ein Mitspracherecht? Deine Stimme, deine Sprache und deine Messages sind Ausgangspunkt für unsere eigenen
multimedialen Wort-Kunst-Werke.
Begrenzte Teilnehmer_innenzahl, Anmeldung erforderlich unter +43 (0)1 58816 2201 oder gemaeldegalerie@akbild.ac.at
Bastelbeitrag 4 €, Dauer ca. 2 Stunden


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