Gegenwartsbeschreibung und Zukunftsvision
Junge KünstlerInnen zum Weltuntergang im Wohnzimmer

Dass die Welt so schnell nicht untergeht, das wissen wir und können es auch aus unserer Erfahrung bestätigen. Trotz der Massenvernichtungswaffen, trotz der Umweltkatastrophen und kriegerischer Auseinandersetzungen gibt es sie auch noch nach der Jahrtausendwende und es hat den Anschein, als wären Nostradamus' Prophezeiungen wieder in den verstaubten Deckeln alter Folianten entschwunden. Wenn sie schon nicht untergeht, so bleibt die Unsicherheit: Mensch durch Mensch vom Aussterben bedroht.
Vier junge in Österreich lebende und arbeitende KünstlerInnen präsentieren ab 17. Juni ab 19.30 Uhr im Raum "522m3" der Akademie der bildenden Künste einen Ausschnitt aus ihren aktuellen Arbeiten. Die Bilder von Zeo Guglielmi, Tatjana Hardikov, Bianca Regl und Michael Ornauer können als Reflexionen auf diese Erkenntnis und Bedingtheit des modernen Menschen verstanden werden und sie sind gekennzeichnet von einer latenten oder augenscheinlichen Bedrohung des Individuums.

Ebenso unterschiedlich wie die stilistischen Richtungen sind auch die Ausformungen des Bedrohlichen. Das bildnerische Spektrum reicht von einer Reduktion figuraler Elemente zugunsten einer grafischen und monochromen Minimalisierung bis hin zu fotorealistischen Abbildungen von Personen, die starke porträthafte Züge aufweisen oder einer strengen Stilisierung unterworfen sind, durch welche menschliche Stereotypen erzeugt werden.

Auch die Quellen der Bildfindung sind sehr unterschiedlich. Zum einen verweisen die Motive auf das private Umfeld und deuten Alltagsmomente an, andere erinnern in der symbolhaften Annordnung von Bildgegenständen zu der Gestalt an surrealistische Tendenzen und wieder andere scheinen Zeitungsberichten oder Fernsehdokumentationen entnommen zu sein.

Was den Bildern gemein ist, ist eine besondere Sensibilität für die Vergänglichkeit und Instabilität bestehender Lebensbedingungen und -umfelder und des dadurch bedingten Verlustes an Souveränität des Individuums. Dass sich dieser Verlust einerseits durch die Verletzlichkeit des menschlichen Körpers und der Ungewissheit über das körperlich Existenzielle zeigen kann als auch im Wandel von geistigen Werten und Überzeugungen, wird in der Ausstellung nachvollzogen.

OPENINGPARTY: 17.06. ab 19.30 h
David Lechner live (PHOENICS) (piano, electronics)
DJ G.ORG legt auf, Getränke werden zur Verfügung gestellt
Eintritt frei