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Eröffnung | 03.10.2011, 19.00 h
Ausstellungsdauer | 04.10.2011 - 16.10.2011
Ort | Akademie der bildenden Künste Wien, Atelierhaus, Lehargasse 8, 1060 Wien, Mehrzwecksaal, 2.OG

Öffnungszeiten: Dienstag-Sonntag 12-19:00h und nach Vereinbarung

Ein Forschungsprojekt zu AKH, ORF-Zentrum, Wirtschaftsuniversität, Wohnpark Alterlaa. Eine Ausstellung des Institutes für Kunst und Architektur.

 
Big!Bad?Modern:Plakatsujet 2011
 

Begrüßung und Einleitung | Eva Blimlinger, Sabine Gretner, Nasrine Seraji und Angelika Schnell, Christoph Edler, Nefeli Papakyriakopoulou, Sarah Pfeifer

Projektidee BIG!BAD?MODERN | Christina Condak, Christian Fröhlich, Stefan Gruber, Daniela Herold, Michelle Howard, Peter Leeb, Angelika Schnell, Lisa Schmidt-Colinet, Nasrine Seraji, Werner Skvara, Wolfgang Tschapeller, Markus Vogl
Ausstellungskoordination und Ausstellungsarchitektur | Christina Condak, Christoph Edler, Antje Lehn, Nefeli Papakyriakopoulou, Sara Pfeifer, Angelika Schnell

Portraitphotographie | Thomas Freiler

Beratung Grafik | Thomas Kussin, buero8

Bild1   Model WU Wien
GLC Studio 2011
Foto: Joanna Pianka
 

BIG! BAD? MODERN: heißt das einjährige Forschungsprojekt des Instituts für Kunst und Architektur der Akademie der bildenden Künste Wien. Studierende aller fünf Plattformen haben gemeinsam anhand signifikanter Großbauten in Wien die oft umstrittene Architektur der Nachkriegsmoderne aus der Perspektive der Gegenwart und der Zukunft erforscht.

Zwei Semester hat das Institut dem AKH (Allgemeines Krankenhaus Wien), dem Wohnpark Alterlaa, dem ORF-Zentrum auf dem Küniglberg und der Wirtschaftsuniversität (WU) im neunten Bezirk gewidmet. Im Wintersemester wurden die vier Megakomplexe untersucht: ihr physikalischer Zustand, ihre Nutzung, ihre Ästhetik, ihre Geschichte, ihre Akzeptanz. Ein Zwischenstand des Projektes wurde bereits im Januar 2011 im Rahmen des Rundganges ausgestellt. Im Sommersemester folgten die Entwürfe. In der Ausstellung werden die beiden Projektphasen jedoch nicht getrennt, weil jeder Entwurf auch Analyse ist und jede Analyse eine Entwurfsabsicht antizipiert. Die Ergebnisse sind vom 4. bis 16. Oktober 2011 in einer Ausstellung im Mehrzwecksaal des Semperdepots zu sehen.

Die Ausstellung ist thematisch aufgebaut: Von Happiness zu Wellness - Von Utopie zu Geschichte - Von Zentralisierung zu Bigness - Von Funktion zu Programm - Von Energie zu Umwelt - Von Flexibilität zu Recycling - Vom freien Grundriss zu Urbanscape - Von Prozess zu Access. Diese acht Themenfelder verweisen darauf, dass die Themen, die uns heute beschäftigen, schon in den sechziger und siebziger Jahren diskutiert wurden. Verändert hat sich jedoch die Ausrichtung des Diskurses.

Bild2   "Neutrality Almighty"
Modell und Analyse AKH
Samuel Netocny
GLC Studio 2011
Foto: Joanna Pianka
 

Jedes Thema bietet eine Zusammenstellung von studentischen Projekten, die auf einem langen Tisch, in einer Art landschaftlichem Schichtenmodell auf verschiedenen Höhenlagen präsentiert werden. Jeweils am Stirnende gibt es einführende Statements zu den Themen und über Kopfhörer von Studierenden und Lehrenden gesprochene historische Texte, die wegen ihrer pointierten Modernekritik sehr einflussreich wurden. Insofern bietet sich den Besucherinnen und Besuchern die Gelegenheit, sich nicht nur mit der Geschichte und Realität der modernen Gebäude selbst, sondern auch mit der Geschichte der Kritik an diesen auseinanderzusetzen.

Auf den unterschiedlichen Ebenen der massiven Tische finden sich Zeichnungen, Modelle, Animationen und Texte der Studierenden. Entsprechend der fünf Plattformen des IKA haben die Studierenden sich je nach Studiothema verstärkt mit Fragen von Konstruktion, Ökologie, Theorie, Städtebau oder Darstellung beschäftigt. Oft auch ging es nicht darum, das ganze Gebäude völlig neu zu konzipieren, sondern nur einen bestimmten Bauteil oder -abschnitt. Folglich findet sich in der Ausstellung zum Beispiel kein "Gesamtplan WU", aber eine Vielzahl unterschiedlicher Standpunkte und Lösungsvorschläge, was man mit dem Gebäudekomplex in Zukunft machen könnte. Auch wenn nicht allen vier Bauten die gleiche Aufmerksamkeit galt - die WU wurde von den Studierenden eindeutig bevorzugt -, geht es schließlich darum, die vier Bauten und einzelne Projekte als Stellvertreter für eine neue Sichtweise auf eine Architektur und ihre Zeit zu sehen, die alleine aufgrund ihrer schieren Masse eine ernsthafte Beschäftigung erfordert.

Bild3   Schnittmodell ORF
CMT Studio 2011
Foto: Antje Lehn
 

Bevor man sich mit der eigentlichen Ausstellung befasst, haben die Besucherinnen und Besucher gleich am Eingang die Gelegenheit, sich mit den Fakten zum AKH, zum Wohnpark Alterlaa, zum ORF-Zentrum und zur WU vertraut zu machen. Zudem werden hier die Exkursionen, die im Rahmen des Forschungsprojektes BIG! BAD? MODERN: zu den "berühmten" Verwandten in Berlin, Paris und London stattfanden, beschrieben.

Von dieser Eingangstheke aus sieht man bereits im Hintergrund der Ausstellung vier überdimensionale Photoportraits (Photographie: Thomas Freiler) der vier "Agenten", die an der Rückwand des Raumes über der Ausstellung schweben. Sie zeigen eine nicht in Zahlen und Fakten darstellbare Ebene der atmosphärischen Annäherung an die Gebäude als Persönlichkeiten, die das Resultat unserer einjährigen gemeinsamen Arbeit an und in diesen Bauten ist.

Die Ausstellungsgestaltung wurde im Rahmen des HTC Studios sowie eines Seminars im Sommersemester konzipiert. Alle gezeigten Projekte sind studentische Arbeiten, die im Rahmen der Entwurfsstudios des Studienjahres 2010-11 entstanden.

Beteiligte Studiolehrende am IKA 2010-11:

ADP Analoge Digitale Produktion
Wolfgang Tschapeller und Werner Skvara

CMT Tragkonstruktion Material Technologie
Michelle Howard und Christian Fröhlich

ESC Ökologie Nachhaltigkeit Kulturelles Erbe
Peter Leeb und Markus Vogl

HTC Geschichte Theorie Kritik
Angelika Schnell, Lisa Schmidt-Colinet, Christina Condak und Antje Lehn

GLC Geographie Landschaften Städte
Stefan Gruber und Lisa Schmidt-Colinet

Bild4   Abbruchszenario WU
Matthias Brandmaier
ESC Studio 2011
 

Diese Ausstellung wird unterstützt durch den ORF, Kooperation mit
Magistrat der Stadt Wien MA 21A, BIG Entwicklungs- und Verwertungs
GmbH und ÖBB-Immobilienmanagement GmbH, Materialpartner: Naporo Dämmstoffe und SWAP Sachsen.

Besonderen Dank an:

Eva Blimlinger, Eduard Frosch (VAMED), ORF Backstage sowie Werner Skvara, Daniela Herold, Günther Dreger, Benedikt Frass, Heinz Siegl, Franz Schmid

Ergänzung: Diana Drogan verwendete in einem Teil ihrer ausgestellten Arbeit ein Bild von Sophie Pölzl aus "20 Minuten", 2010 als Cover.