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Eröffnung | 07.11.2018, 17.00 h
Präsentation der Arbeiten der Cathrin-Pichler-Preisträgerin 2018 | 08.11.2018 - 17.11.2018
Ort | Akademie der bildenden Künste Wien, Hauptgebäude, Augasse 2–6, 1090 Wien, Cathrin Pichler Archiv für Kunst und Wissenschaften, C4.21.1

Öffnungszeiten: täglich 11.00–15.00 h, geschlossen am 15.11.2018
oder nach Vereinbarung unter cathrin-pichler-archiv@akbild.ac.at,
T +43 (1) 588 16–8101, Eintritt frei.

Der Cathrin-Pichler-Preis wird von der Kulturabteilung der Stadt Wien gefördert.

 

Belinda Kazeem-Kamiński: The Letter, Still, 2018

 

Eröffnung | 07.11.2018, 17.00 h

Begrüßung: Andrea B. Braidt, Vizerektorin Kunst I Forschung und Felicitas Thun-Hohenstein, Leiterin Cathrin Pichler Archiv
Zur Künstlerin: Anette Baldauf, Professorin für Epistemologie und Methodologie
Jurymitglieder: Carola Dertnig, Susanne Neuburger, Andreas Spiegl und Felicitas Thun-Hohenstein. Vorsitz: Andrea B. Braidt

Der mit 2.500 Euro von der Stadt Wien geförderte Cathrin-Pichler-Preis wird seit 2017 zur Erinnerung an die Denkerin, Kuratorin und Autorin Cathrin Pichler von der Akademie der bildenden Künste Wien verliehen. Die Preisträger_innen sind Studierende oder Absolvent_innen der Kunstuniversität, die ­– im Sinn der ehemals an der Akademie lehrenden Cathrin Pichler – spezifisch künstlerische Methoden und Praktiken als Beitrag und Intervention zu einem wissenschaftlichen Diskurs denken.

belindakazeem_3 Belinda Kazeem-Kamiński 

Der Cathrin-Pichler-Preis 2018 geht an die 1980 in Wien geborene Künstlerin und Autorin Belinda Kazeem-Kamiński. Ihr Werk kreist um Erinnerung, Trauma und Schwarze radikale Imagination und führt Schwarze feministische Theorien mit einer visuellen Praxis zusammen. Die im Zuge der Preisverleihung präsentierte Arbeit The Letter (2018) bewegt sich zwischen Video, Performance, Sound und Text. Sie nimmt ihren Ausgangspunkt in den nachhallenden Erinnerungen einer Gruppe von Westafrikaner_innen im Wien des 19. Jahrhunderts. Dabei wird eine Analyse des Prinzips »Archiv« im Allgemeinen sowie den sich in diesem befindlichen Spuren eröffnet.

Mittels Aufeinandertreffen verschiedener formaler wie transdisziplinärer Ebenen werden in Belinda Kazeem-Kamińskis neuer Arbeit The Letter (2018) Erinnerungen damals zur Schau gestellter Menschen der afrikanischen Diaspora heraufbeschworen und mit der Gegenwart konfrontativ verknüpft. Ihre Methode der erzählerischen Herangehensweise und Annäherung an den Forschungsgegenstand erzeugt so Raum für Spekulation, kunstbasierte Analyse, Projektion und künstlerischer Recherche. Das zur Catrin-Pichler-Preis-Präsentation gezeigte Video versteht sich als Auftakt für ein noch folgendes längeres Filmprojekt, bei welchem sie ihre Untersuchungen in einem Prozess schichtweise vertiefen und additiv verdichten wird.

theletter_still3 Belinda Kazeem-Kamiński: The Letter, Still, 2018
© Wienmuseum
 

 In der Vielfalt seiner Schwerpunkte spiegelt das an der Akademie untergebrachte Cathrin Pichler Archiv (CPA) Zeit- und Forschungsthemen wieder und versammelt Bücher und Dokumente rund um ihre kuratorische, fächerübergreifende Arbeit. Es umfasst den gesamten schriftlichen Nachlass der 2012 frühzeitig verstorbenen Wissenschaftlerin, Autorin, Lehrenden und Kuratorin. Ihrem konzeptuellen Ansatz folgend, werden in diesem archivarischen Raum Verbindungen zwischen unterschiedlichen Wissenschaften und bildender Kunst evident. Besonders im Fokus stehen Beziehungen und Wechselwirkungen zwischen Disziplinen wie der Psychoanalyse, der Politik-, Technik- und Zeitgeschichte einerseits und Kunst, Musik und Theater andererseits. Diesen Ansatz aufgreifend ist es ein wesentliches Ziel des CPA, transdisziplinäres Denken – wie z.B. durch den ins Leben gerufenen Cathrin-Pichler-Preis oder die zu diesem Anlass erstmals präsentierte und kürzlich erschienene Publikation -  zu fördern.

The Curator As ... Die Publikation ist die erste Veröffentlichung des Cathrin Pichler Archivs für Kunst und Wissenschaften, das 2016 an der Akademie der bildenden Künste Wien eingerichtet wurde. Die Textbeiträge der hier versammelten Autorinnen und Autoren stellen den Begriff des Kuratierens sowie die Rolle des Kurators bzw. der Kuratorin zur Diskussion – vor dem Hintergrund des Werks und der Haltung der 2011 verstorbenen Wiener Kuratorin Cathrin Pichler, die u. a. in den Ausstellungen Wunderblock (1989), Der sechste Sinn (1995), :Engel :Engel (1997), Hommage à Antonin Artaud (2002) oder The Moderns (2010) ihr transdisziplinäres, die Geschichte der Naturwissenschaften und der Literatur nachdrücklich involvierendes Konzept verwirklichen konnte.

Herausgegeben von Felicitas Thun-Hohenstein, Sabine Priglinger.
Mit Texten von Rainer Fuchs, Sara Giannini, Hans-Peter Litscher, Sylvère Lotringer, Kaspar Mühlemann Hartl, Susanne Neuburger, Sabine Priglinger, Johannes Schlebrügge, Anke te Heesen, Felicitas Thun-Hohenstein und Sarah Wilson, Gespräche: Adrian Heathfield / Branislava Kuburović und Cathrin Pichler / Christian Reder, Verlag Schlebrügge.Editor 2018

theletter_still2 Belinda Kazeem-Kamiński: The Letter, Still, 2018 

Belinda Kazeem-Kamiński, geb. 1980, ist eine in Wien lebende Künstlerin, kunstbasierte Forscherin und Autorin. Im Rahmen des PhD-in-Practice an der Akademie der bildenden Künste Wien forscht sie zur Performativität von Schwarzsein in Verbindung zu österreichischer Kolonialität. Dabei interessiert sie sich, ausgehend von Szenen aus der österreichischen Geschichte, für Raum und Zeit überschreitende Erinnerung und Schwarze radikale Imagination. 2009 hat sie zusammen mit Charlotte Martinz-Turek und Nora Sternfeld das Buch Das Unbehagen im Museum. Postkoloniale Museologien (Turia + Kant) herausgegeben. 2016 veröffentlichte sie Engaged Pedagogy. Antidiskriminatorisches Lehren und Lernen bei bell hooks (Zaglossus). 2017/18 folgten die deutsche und englische Ausgabe von Kuratieren als antirassistische Praxis (De Gruyter Angewandte Edition), welche sie zusammen mit Natalie Bayer und Nora Sternfeld herausgegeben hat. Kazeem-Kamińskis Arbeiten wurden national und international gezeigt. 2016 wurde sie mit dem Theodor Körner Preis für Kunst ausgezeichnet. 2017 erhielt sie ein Stipendium der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. 

Credits The Letter:
Regie: Belinda Kazeem-Kamiński
Performer_innen: Amoako Boafo, Belinda Kazeem-Kamiński, Verena Melgarejo-Weinandt
Kamera: Sunanda Mesquita
Soundkomposition: Bassano Bonelli
Editing: Sunanda Mesquita, Belinda Kazeem-Kamiński
Regieassistenz/Produktion: Liesa Kovacs
Kamerassistenz/Postproduktion: Nick Prokesch


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